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Umland Langenhagen Nachrichten Eltern ignorieren Fragebögen zur Inklusion
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11:01 16.07.2013
Von Antje Bismark
Die Stadtverwaltung Langenhagen kann nicht einschätzen, wie viele Erstklässler Förderung bedürfen, weil viele Eltern die Fragebögen zur Inklusion nicht ausgefüllt haben. Quelle: Frank Oheim
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Langenhagen

Eine Gleichung mit vielen Unbekannten - so beschreibt Peter Kleinsorge von der Langenhagener Stabsstelle Inklusion und Schulraumbedarfsplanung in der Stadtverwaltung die Vorbereitung auf das neue Schuljahr. Dabei hat die Verwaltung die vergangenen Monate genutzt, um die Inklusion möglichst gut vorzubereiten. „Aber ohne die Mitarbeit der Eltern ist es schwierig“, sagt Kleinsorge.

Er verweist auf einen Fragebogen, den die Stadt erarbeitet hat und den städtische und freie Kitas an jene Familien verteilt haben, bei deren Kindern sie einen Förderbedarf kennen oder vermuten. „Der Rücklauf ist allerdings sehr gering“, bedauert Kleinsorge. Deshalb könne die Verwaltung auch nicht zielgerichtet arbeiten: „Wir wissen nicht, wie viele Kinder die Inklusion betrifft.“ Da die Verwaltung außerdem die Einschränkungen nicht kenne, könne sie auch kein entsprechendes Lehrmaterial kaufen. Nach Informationen dieser Zeitung stehen dafür 26000 Euro im Haushalt. Ob das Geld ausreicht, vermag derzeit niemand zu sagen.

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Kleinsorge sieht die Zurückhaltung der Eltern darin begründet, dass sie ihre Kinder zunächst einschulen lassen - in der Hoffnung, dass die Handicaps nicht auffallen. „Das ist schade, weil damit wertvolle Zeit im Interesse des Kindes verloren geht.“ Denn nach der Einschulung überprüfe eine Kommission den Förderbedarf auffälliger Schüler, unabhängig vom Elternwillen. Werde ein Bedarf festgestellt, erstellten Lehrer einen Förderplan. „In sehr vereinzelten Fällen kann dies auch zu einer Klassenteilung führen.“

Bislang haben sich nach Aussage Kleinsorges etwa 20 Familien gemeldet, deren Kinder inklusiv beschult werden. Dazu zählen zwei Schüler mit Hörbehinderung, für die zwei Räume in der IGS eingerichtet wurden. Diskutiert werde noch über die Friedrich-Ebert-Schule, deren Bühne in der Aula nicht rollstuhlgerecht gebaut sei. „Dafür suchen wir noch eine Lösung, weil zwei Rollstuhlfahrer die Schule besuchen.“

Antje Bismark 15.07.2013
15.07.2013
15.07.2013
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