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Umland Langenhagen Nachrichten Für Obdachlose wird nun auch im Sommer gekocht
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16:04 21.08.2015
Von Sven Warnecke
Für Cord Kelle (links) und Dick van Beuzekom ist das Kochen für Obdachlose eine Herzensangelegenheit. Archiv (Bismark) Quelle: Bismark
Krähenwinkel

Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet Cord Kelle sein Engagement. Doch das gilt nicht nur für den Chef des Krähenwinkler Jägerhofs. Auch die anderen neun Gruppenmitglieder seien mit Herzblut bei der Sache. Mehr brauche der Verein Kochen für Obdachlose (KfO) auch nicht. Denn die anderen ehrenamtlichen Mitstreiter sorgten mit ihren Beiträgen und dem entsprechen Know-how - vor allem aber mit ihrem Zupacken dafür - dass im wahrsten Sinne des Wortes immer mehr aufgetischt werden kann.

Dank der Zeitungsberichte ist die Heilsarmee in Hannover auf KfO aufmerksam geworden. „Es folgte eine Anfrage per E-Mail“, berichtet Kelle dieser Zeitung. Sofort waren er und Dick van Beuzekom bereit, für eine weitere Essensausgabe nun auch in den Sommermonaten den Kochlöffel zu schwingen. Jetzt beliefert die Küche des Jägerhofs donnerstags die Suppenküche der Heilsarmee am Marstall 25 in Hannover mit jeweils 50 bis 60 Portionen. Gleichwohl: „Der Andrang ist nicht so groß wie im Winter“, berichtet Kelle weiter. Zudem müsste ja auch der Tatsache Rechnung getragen werden, dass er und seine Mitstreiter ja auch noch anderen Berufen nachgingen.

Doch ab November gehe es natürlich auch bei der ökumenischen Ausgabe der Diakonie mittwochs und donnerstags weiter. Im vergangenen Jahr hatte KfO dafür 8500 warme Mahlzeiten zubereitet. Alles „zusammengekocht“ aus Geld oder Sachspenden. Damit habe die Diakonie gut 22 000 Euro gespart, bilanziert Kelle. Für ihn das Beste daran: Dieses Geld setzte die Diakonie für die medizinische Versorgung von Bedürftigen ein.

An Unterstützung mangelt es dem im Jahr 2013 gegründeten Verein indes nicht. Mittlerweile habe sich ein großes hannoversches Unternehmen bei Kelle gemeldet, die für einen dritten Tag die Essenausgabe der Diakonie mit ihrer Betriebskantine gewährleisten will, freut sich der Gastronom.

Doch Kelle erfährt noch mehr Zuspruch ob seines Engagements. So kommt es immer wieder vor, dass Gäste ihm im Restaurant Geld zusteckten. Das stammt von Feiern oder Jubiläen, wo sich die Gastgeber statt Geschenken Spenden für den Verein KfO gewünscht hatten, berichtet er gerührt.

Allerdings ist der Krähenwinkler nicht sicher, ob Engagement und Spendenbereitschaft angesichts des zunehmenden Flüchtlingsstroms in Zukunft ausreichen wird. „Denn der Bedarf wird immer größer“, hat er festgestellt. Deshalb würde er sich neben weiteren Spenden auch über eine stärkere Unterstützung anderer Gastronomen, Bäcker und Fleischer freuen. So wie das etwa auch mit der Langenhagener Tafel läuft, meint er. Man sei im steten Austausch, sagt er.

Rebecca Anlauf ist so etwas wie eine Pionierin. Sie hat im August beim Nordhannoverschen Ortsverband (NOV) der Johanniter-Unfall-Hilfe ihre Ausbildung begonnen. Das ist hier, in der Langenhagener Rettungswache am Pferdemarkt, ein absolutes Novum. Der Beruf: Notfallsanitäter. Die Lehrzeit dafür dauert drei Jahre und löst den Beruf des Rettungsassistenten ab.

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