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Nachrichten Hempelmann zieht um mit gesamtem Unternehmen
Umland Langenhagen Nachrichten Hempelmann zieht um mit gesamtem Unternehmen
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00:15 06.07.2017
Von Rebekka Neander
Vor allem die Warenlagerung auf dem Freigelände macht deutlich, dass der Großhändler an der Bayernstraße an seine buchstäblichen Grenzen stößt. Quelle: Neander
Godshorn

Von 24.500 Quadratmetern jetzt an der Bayernstraße auf dann insgesamt 80.000 wird sich Hempelmann auf dem Grundstück südlich des Armslohweges erweitern können. Die Bürofläche wächst von rund 1000 auf 5500 Quadratmeter, das Lager von 7500 auf 16.000. Diese Zahlen umreißen deutlich, welche Nöte das Unternehmen die vergangenen Jahre belastet haben. Vor drei Jahren war für Geschäftsführer Nils Jäkel die Grenze des Zumutbaren bereits erreicht: "Hätte uns Langenhagens Wirtschaftsförderer Jens Monsen nicht das Ausweichareal am Armslohweg anbieten können, wären wir entweder nach Hannover oder Großburgwedel abgewandert."

Dass es dazu nicht hat kommen müssen, ist für Jäkel durchaus ein Gewinn. "Wir wollten schon sehr bewusst hier bleiben", erläuterte er jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung. "Schon allein wegen unserer Mitarbeiter, die zum Teil mit dem Rad oder dem Roller hierherkommen." Das Grundstück, auf dem in Großburgwedel derzeit das Logistikunternehmen Fiege nahe der A7 baut, wäre auch für Jäkel in Betracht gekommen. "Allerdings wäre dort die Anbindung zum einen verkehrlich nicht so gut gewesen wie hier in Langenhagen." Zum anderen lasse vor allem die Versorgung des Standorts mit Öffentlichem Personennahverkehr in Großburgwedel sehr zu wünschen übrig - insbesondere in den Tagesrandzeiten: Hempelmanns Mitarbeiter sind wochentags zwischen 4 und 22 Uhr tätig. Am Sonnabend ist einzig der Schauraum "elements" geöffnet, in dem Handwerksbetriebe ihren Kunden mögliche Sanitäreinbauten vorstellen können und der ebenfalls auf dem neuen Gelände deutlich erweitert wird.

Die Enge ist auf dem derzeitigen Grundstück an der Bayernstraße vielerorts sichtbar: Vor allem für das Warenlager mussten trotz zweimaliger Erweiterung des Baus inzwischen mehrere Zwischenlösungen unter anderem mit Containern gefunden werden. Besonders drastisch zeigt sich die Abteilung für Kleinteile. Mark Rodehorst, bei Hempelmann unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, muss beim Rundgang durch die Gänge schonmal seinen Kopf einziehen. "Vor allem aber sind die Fächer selbst viel zu klein", betont Rodehorst. "Sie müssen deshalb viel zu oft wieder aufgefüllt werden."

Derzeit sind bei Hempelmann an der Bayernstraße mehr als 200 Mitarbeiter tätig, der Großteil in der Logistik. "Die Mitarbeiterstärke werden wir nach dem Umzug im weiteren Verlauf sicherlich ausbauen", kündigt der Geschäftsführer an. Über Tempo und Umfang könne er jetzt allerdings noch keine konkretere Aussage treffen.

Auch zum Investitionsvolumen hält sich Jäkel bedeckt. Der gegenwärtige Stand der Verhandlungen mit den am Bau potentiell beteiligten Unternehmen lasse dies nicht zu. Allerdings rechnet Jäkel damit, "spätestens in ein bis zwei Monaten" seinen Mitarbeitern erste Skizzen des neuen Firmengebäudes vorlegen zu können.

Derzeit sind im Auftrag des Großhandels täglich 22 Lastkraftwagen unterwegs. Sie steuern die Zentrale in Langenhagen mehrfach täglich an, um Kunden, vor allem aber die 20 dezentral in der Region verteilten Verkaufsstellen, anzufahren. Dort können Handwerker Einzel- und Ersatzteile kaufen, ohne dafür immer in die Zentrale fahren zu müssen. Für all seine Fahrzeuge wird Hempelmann auf seinem Gelände ausreichend Abstellfläche schaffen. Für Anlieferer, die aufgrund außerordentlicher Verkehrslagen das Unternehmen nicht innerhalb der Betriebszeiten erreichen, sieht Jäkel zwar keine ausdrückliche Ausweichfläche vor. "Das ist bei uns allerdings auch der absolute Sonderfall. In der Regel sind hier alle Fahrten ausreichend gut zuvor geplant, so dass Großfahrzeuge in der Regel nicht außerhalb unseres Geländes abgestellt werden müssen."

Wohin mit dem Verkehr?

Dass in dem Gewerbegebiet Godshorn sich inzwischen der Verkehr sichtbar erhöht hat, steht für Hempelmann-Geschäftsführer Nils Jäkel außer Frage. Eine Entwicklung, die auch an dem Unternehmen nicht spurlos vorbeigegangen ist. "Das Gebiet an der Münchner Straße war ja ruckzuck voll, deswegen haben wir ja auch jahrelang nach einer Expansionsfläche suchen müssen." Die Idee, westlich der Münchner Straße eine sogenannte Holländische Spange als außerordentliche Auffahrt auf die A2 in Richtung Dortmund zu planen, wird von Jäkel deshalb auch unumwunden unterstützt. Hempelmann hat deshalb am südlichen Rand des neuen Areals auf Bitten der Stadt auf 8000 Quadratmeter verzichtet.

Wie schnell eine solche Lösung kommen kann, vermag Wirtschaftsförderer Jens Monsen indessen nicht zu sagen. Zumal der Bund für die Finanzierung zuständig ist. Gleichwohl sei die Stadt zu dem Entschluss gekommen, für alle Fälle die nötige Fläche in jedem Fall freizuhalten. "Auch wenn es noch zwanzig Jahre dauert", sagt Monsen. Die Fläche jetzt zu bebauen und damit die Option auf ewig aufzugeben, sei keinesfalls eine Lösung.

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