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Nachrichten Hundehasser legen gefährliche Köder aus
Umland Langenhagen Nachrichten Hundehasser legen gefährliche Köder aus
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00:15 14.02.2015
Dennyo ist mit Herrchen Ugurhan Demir im Brinker Park spazieren.
Dennyo ist mit Herrchen Ugurhan Demir im Brinker Park spazieren. Quelle: Hartung
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Langenhagen

Die Hundebesitzer kannten am Mittwoch im Brinker Park beim Spaziergang nur das eine Thema: Wer will Hunden vorsätzlich schaden oder sie gar töten? „Ich achte genau darauf, was Dennyo im Mund hat“, sagt Ugurhan Demir, der seinen Hund im Brinker Park laufen lässt. „Ich habe von diesen Ködern gehört, eine Frechheit so etwas!“

„Kurze Leine oder ein anderer Spielort“, beschreibt eine andere Hundehalterin ihren Plan, nachdem mit Nadeln präparierte Fleischstücke im Park gefunden wurden. Ein aufmerksamer Spaziergänger hat Anfang der Woche im Brinker Park Fleischstücke gefunden, in die offenkundig bewusst jeweils eine Stecknadel gesteckt worden ist. Er gab eine Warnung vor diesen Ködern nicht nur in sozialen Netzwerken im Internet bekannt, sondern übergab seine Fundstücke am Dienstagnachmittag auch an die Langenhagener Polizei. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen und bitten dringend um Zeugenhinweise.

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Denn der Brinker Park ist für Hundebesitzer aus angrenzenden Straßen wie dem Brinkholt und aus Wiesenau ein beliebter Ort, um die Tiere auszuführen oder spielen zu lassen. Die Sorge der Hundesitzer, so berichtet einer, sei groß, dass die gefährlichen Wurststücke im Gras versteckt lägen. Zwar hätten einige Tierfreunde am Morgen aufmerksam die Wege abgesucht, doch wegen des weiträumigen Areals gebe es keine Garantie, dass alle gefunden worden seien, sagt ein anderer. Er mutmaßt, dass die vielen freilaufenden Hunde außerhalb der Hundewiese dem Tierhasser nicht gefielen. „Aber dann muss es mehr Kontrollen geben, keine Köder.“

Bei den Ermittlern stieß die Meldung von gefährlichen Hundeködern auf besonderes Interesse. Denn kürzlich schon hatten Nachrichten über mit Nadeln versetzte Fleischstücke am Wietzesee zwischen Langenhagen und Isernhagen Nutzer sozialer Netzwerke in helle Aufregung versetzt. Gemeinsam wolle man sich auf die Lauer legen, so war damals im Internet zu lesen, um den Täter festsetzen zu können.

Auch die Polizei war den Meldungen nachgegangen. Sie nahm Kontakt zum Urheber der Nachricht auf und befragte ihn sowie sein persönliches Umfeld. Der Befragte verstrickte sich laut Polizei allerdings zunehmend in Widersprüche. Letztlich stellte sich heraus, dass die Geschichte komplett erfunden war. Weder hatte es gefährdende Köder gegeben, noch existierte der im Internet erwähnte zunächst schwer verletzte, später angeblich verendete Hund.

Der jetzt geschilderte Fall jedoch, sagte der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Rüdiger Vieglahn, sei eindeutig nicht erfunden. Ob es einen Zusammenhang zu den mit Metall gespickten Ködern in der hannoverschen Südstadt gibt, die Anfang Januar gefunden wurden, sei derzeit vollkommen offen. Die Langenhagener Polizei sucht Zeugen oder Hundehalter, deren Tier womöglich bereits Verletzungen erlitten hat. Sie erreichen das Kommissariat telefonisch unter (05 11) 1 09 42 15.

Von Rebekka Neander, Antje Bismark und Stephan Hartung

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