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08:00 22.08.2015
Lilli Groer und Manfred Plaumann kaufen bei Stephan Schönhoff ein. Quelle: Hartung
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Kaltenweide

Die Stadt führt Gespräche mit verschiedenen Interessenten, doch eine konkrete Idee warum der Markt auf dem Vorplatz des S-Bahnhofes nicht in Schwung kommt hat auch der Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr nicht. Ein bisschen trostlos sieht es schon aus. Am Donnerstagnachmittag öffnet in Kaltenweide der Wochenmarkt auf dem großen Platz am S-Bahnhof - aber von einem echten Markt kann keine Rede sein. Der Stand des Hellendorfers Stephan Schönhoff ist der einzige Stand weit und breit. Immerhin finden die Kunden eine Auswahl an Produkten aus dem Hofladen.

„Es waren mal vier Stände. Ich hoffe auf steigende Tendenz, vielleicht liegt jetzt viel nur an den Sommerferien“, sagt Schönhoff. Seine Stammkunden stört es wenig. „Ich komme immer treu und brav mit dem Fahrrad hierher und kaufe hier ein“, sagt Lilli Groer - und freut sich, an Schönhoffs Stand auf Manfred Plaumann zu treffen, der genau wie sie selbst aus Krähenwinkel zum Markt geradelt ist. Natürlich wünschen sich die beiden Kunden einen lebhafteren und vielfältigeren Wochenmarkt. „Schade, hier war mal mehr los. Ich vermisse auf jeden Fall den Fischverkäufer“, sagt Groer.

Wie geht es also weiter mit dem Kaltenweider Wochenmarkt? Neuanfang oder schleichendes Ende? Jan Waldhecker, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Weiherfeld-Kaltenweide (IWK), meint, „dass der Ort vielleicht noch nicht so weit ist für einen Wochenmarkt“, und dass sich das dafür nötige Zentrum erst noch bilden müsse. „Es ist traurig, dass sich der Markt noch nicht so entwickelt hat. Im Februar 2013 haben wir von der IWK Geld in die Hand genommen, beispielsweise für Werbung und Elektrik.“ Auch Ortsbürgermeister Wolfgang Langrehr hat ein Interesse an einem belebten Zentrum. „Im Frühling waren es noch vier bis fünf Stände. Ich habe aber das Gefühl, dass für viele Marktbeschicker Kaltenweide mehr und mehr zum unattraktiven Pflaster wird“, sagt der Ortsbürgermeister und gibt zu: „Ich habe leider momentan auch keine Idee.“

Nach Aussage von Stadtsprecherin Juliane Stahl setzt der bisheriger Betreiber seine Arbeit nicht fort. „Das hat er uns mitgeteilt.“ Ihren Angaben zufolge führt die Stadt Gespräche mit mehreren Interessenten über eine Fortsetzung des Marktes.

Der Verein Bürger für Kaltenweide, von unterschiedlichen Gruppen als Betreiber vorgeschlagen, wird diese Aufgabe nicht übernehmen. „Wir haben sie von vielen Seiten beleuchtet“, sagt der Vorsitzende Markus Villwock und fügt hinzu, dass eine Abstimmung zu einem klaren Nein geführt habe. „Wir können nicht alles machen und setzen andere Schwerpunkte, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung und beim DSL-Ausbau“, sagt er.

Von Stephan Hartung

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