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Umland Langenhagen Nachrichten Zufallsfund zeigt Legionellen im Trinkwasser
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00:15 07.03.2016
Von Antje Bismark
Nachgewiesen: Mehr als 12.000 koloniebildende Einheiten von Legionellen hat ein Labor im Wasser einer Wohnung an der Karl-Kellner-Straße nachgewiesen.
Nachgewiesen: Mehr als 12.000 koloniebildende Einheiten von Legionellen hat ein Labor im Wasser einer Wohnung an der Karl-Kellner-Straße nachgewiesen. Quelle: dpa/Symbolfoto
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Langenhagen

Bei der Zahl 100 liegt die Grenze für "koloniebildende Einheiten" von Legionellen, wie Florian Rhode, Geschäftsführer der Theo-Gerlach-Hausverwaltung, sagt. Alle Messergebnisse unter diesem Wert seien unbedenklich. Doch in dem aktuellen Fall habe die Untersuchung durch ein Labor etwa 12.000 koloniebildende Einheiten ergeben. "Ein solch hohes Ergebnis haben wir bislang in keinem der von uns verwalteten Häuser festgestellt", sagt Rhode.

Seinen Angaben zufolge lässt sein Unternehmen das Wasser in den Häusern, darunter auch den beiden Gebäuden mit 24 Wohnungen, regelmäßig prüfen. Dabei sei die jetzige Belastung festgestellt worden: an zwei Entnahmestellen in einer Wohnung. "Wir haben sofort reagiert und die Bewohner innerhalb von fünf Stunden informiert, unter anderem mit Aushängen", sagt Rhode und betont, die Bewohner zeigten keinerlei Krankheitssymptome. Zudem habe die Region eine entsprechende Benachrichtigung erhalten, das Gesundheitsamt erließ nach Aussage von Sprecherin Christina Kreutz umgehend ein Duschverbot. Dieses dauert inzwischen zwei Wochen an, ein Ende ist nicht in Sicht: "Das Verbot gilt, bis Gegenmaßnahmen ergriffen wurden und zwei weitere Messungen einen Wert innerhalb des Toleranzbereichs ergeben", sagt Kreutz.

Rhode betont, dass die Ursachenforschung noch nicht abgeschlossen sei - allerdings habe sich gezeigt, dass am Speicherein- und -ausgang keine Legionellen gefunden worden seien. Gleiches gelte für die anderen elf Wohnungen. Deshalb gingen Fachleute davon aus, dass sich die Ursache an den Armaturen der Wohnung befinde. "Die Leitungen werden jetzt thermisch desinfiziert, sicherlich die Armaturen gewechselt", gibt Rhode den Fahrplan vor. Danach stünden zwei weitere Proben an. Erst wenn diese keine Legionellen mehr nachweisen, hebt das Gesundheitsamt das Duschverbot auf. "Wir stehen in ständigem Dialog", sagt Rhode.

Ob und in welchem Umfang die Bewohner eine mögliche Mietminderung erzielen können, wisse er nicht: "Die Wohnungen gehören unterschiedlichen Eigentümern, sie werden von unserem Unternehmen nur verwaltet." Gleichwohl werde die Verwaltung mittelfristig eine "permanente Beprobung vornehmen lassen, um den Befall dauerhaft zu verhindern".

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