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Umland Langenhagen Nachrichten MIT übt harsche Kritik an Stadt
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18:24 13.07.2015
Von Sven Warnecke
Die Firma Giesecke-Ruffin gehörte zu den Top Ten der Langenhagener Gewerbesteuerzahler. Wegen fehlender Expansionsflächen ist das Unternehmen jetzt nach Bissendorf gezogen. Quelle: Friedrich Bernstorf (Archiv)
Langenhagen

Auch SPD und Grüne fordern Informationen, wie es dazu kommen konnte. „Die Abwanderung von Agco Finance sollte die Langenhagener Politik aufschrecken“, sagt Eckart Jakob von der Mittelstandsvereinigung. „Aber vermutlich wird sie wieder nur in das übliche Desinteresse für wirtschaftspolitische Themen zurückfallen“, befürchtet der ehemalige CDU-Ratsherr und geht sowohl mit der Verwaltung wie mit den politischen Parteien im Rat der Stadt hart ins Gericht.

Wie berichtet, hatte Agco-Finance-Chef Oliver Vockerodt bei einem Besuch des Langenhagener SPD-Vorsitzenden Marco Brunotte und des SPD-Fraktionschefs Marc Köhler überraschend den Abschied des Unternehmens nach 15 Jahren in der Stadt verkündet. Ausschlaggebend sei für Vockerodt unter anderem die Höhe der Gewerbesteuer.

Nun fordert die rot-grüne Mehrheitsfraktion vom Rathaus Informationen, wie es zu dem für die Stadt finanziellen Desaster kommen konnte. Denn Agco Finance steht für mehrere Millionen Euro Gewerbesteuer - im Jahr. Zudem wollen die Fraktionschefs Köhler und Dirk Musfeldt im heutigen Wirtschafts- und Finanzausschuss wissen, ob es weitere Unternehmen in der Stadt gibt, die sich mit Abwanderungsgedanken tragen. Der Entschluss von Agco Finance, wohl in Richtung Isernhagen zu ziehen, ist unter der Ägide des SPD-Bürgermeisters Friedhelm Fischer getroffen worden.

Jacob kritisiert, dass in Langenhagen unendlich ausgiebig darüber nachgedacht werde, wie das Geld am besten ausgegeben werden könne - aber fast gar nicht daran, wie es verdient werden soll. „Was wir brauchen, ist nicht die 50. Idee für einen Neubau, sondern ein Konzept für unser Gewerbe in Langenhagen, das unser finanzieller Motor ist“, fordert das MIT-Vorstandsmitglied. Dafür sei es höchste Zeit.

Dabei erinnert Jacob auch an den Verlust der Firma Ruffin, die es nach Bissendorf gezogen hatte. Da hätten die Alarmglocken schrillen müssen. Es könne nicht sein, dass ein derartiges Unternehmen mit seinem Gewerbesteueraufkommen kein Grundstück finde. „Sonst werden für alles Mögliche sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt. Hier hat man vermutlich den Zug verpasst“, ärgert sich der MIT-Vertreter.

„Agco Finance sollte das letzte Unternehmen sein, das Langenhagen verlässt. Ab jetzt sollte die Bewegung nur umgekehrt gehen“, verlangt Jakob. „Dazu braucht es mehr Hingabe bei der Bestandspflege und mehr Leidenschaft und Offenheit bei der Anwerbung.“ Zudem sollten sich die Unternehmen in der Stadt erwünscht fühlen.

Doch: „Langenhagen soll nicht schlechtgeredet werden“, sagt Jacob auch mit Blick auf die gute Verkehrsanbindung. „Aber vielleicht sind wir doch zu mutig bei der Gewerbesteuer“, meint Jakob süffisant. Sein Tipp: Statt darüber zu diskutieren, ob die Gewerbesteuer schon 2015 oder doch erst 2017 erhöht wird, solle die Stadt lieber jetzt die Gewerbesteuer einfrieren. „Besser wäre noch eine Senkung, aber dazu ist die Ausgabenstruktur der Stadt wohl zu stark betoniert“, vermutet der Mittelstandsvertreter. „Auf keinen Fall sollten wir aber die Schere zu unseren Nachbarkommunen weiter aufmachen“, warnt er.

„Sonst haben wir ganz schnell den nächsten Reisenden, der nicht aufzuhalten ist“, befürchtet Jacob. Doch das habe die Stadt noch selbst in der Hand.

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