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Umland Langenhagen Nachrichten Markus Becker begeistert Gesamtschüler
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00:16 18.01.2017
Der Pianist Markus Becker erläutert den Schülern an der IGS, wie er sein am Abend folgendes Konzert vorbereitet hat.
Der Pianist Markus Becker erläutert den Schülern an der IGS, wie er sein am Abend folgendes Konzert vorbereitet hat. Quelle: Neander
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Langenhagen

Max Reger? Schon mal davon gehört? Nein? Tschaikowsky? Chick Corea? Nein? Markus Becker erntet zu Beginn seiner Doppelstunde in der Aula der IGS auf seine Fragen erst einmal vor allem eines: erstauntes Schweigen. Das ist nicht wirklich überraschend. Mit dem Ausnahmekomponisten Max Reger können wahrscheinlich nur wahre Klassikfans in dessen 101. Todesjahr etwas anfangen.

Doch Becker, der am selben Abend noch als Solist mit der NDR-Radiophilharmonie Regers Klavierkonzert spielen wird, lässt sich die Stimmung nicht verdrießen. Eine gute Stunde später erntet er zwar keinen tosenden Applaus wie im Konzertsaal. Aber doch eine aufgetaute neunte Klasse, die sich auf den gemeinsamen Konzertbesuch am Abend freut. Das ist viel wert.

Rhapsody in School ist dieses Experiment übertitelt, es soll Schüler in Kontakt bringen mit Musik, die kaum ein Internet-Streaming-Dienst im Repertoire hat. Becker, selbst Vater dreier Kinder und wohnhaft in Hannover, hat dafür ein dicht gepacktes Bündel an Noten in der Tasche und im Kopf. Denn er beeindruckt die Schüler nicht nur mit herausragenden Passagen des Reger’schen Klavierkonzerts und versöhnt sie mit „durchaus hässlichen Seiten der Kunst“.

Er zeigt auch, warum ihm der Jazz so sehr gefällt – und ihn vielleicht zuweilen gerettet hat. Was er denn mache, wenn er sich im Konzert verspielt, wird Becker gefragt. „Dann improvisiere ich“, antwortet er lachend. Eine Tugend, die im Jazz keine Pannenbrücke ist, sondern gewollt. Wie das klingen kann, lässt Becker mit Spuren aus Chick Coreas’ Zyklus Children’s Songs begeisternd erahnen. Und ob er, der täglich im Schnitt drei Stunden übt, auch mal nervös ist? „Klar! Man kann nervös sein wie vor einer mündlichen Prüfung oder wie vor Weihnachten“, berichtet Becker. Wobei ihm das Weihnachtsgefühl deutlich mehr Spaß mache. Wenn er genug geübt hat.

Von Rebekka Neander