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14:36 25.06.2018
Das Banner hatten die Jugendlichen am letzten Abend des Unabhängigen Jugendzentrums Ende November 2017 gemalt und es im Dezember am Nordtrakt aufgehängt. Sie wollten damit verdeutlichen, welche Bedeutung die Institution für sie hatte. Seit Januar 2018 steht das Gebäude nicht mehr. Quelle: Rebekka Neander (Archivbild)
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Langenhagen

Seit Monaten ist es das gleiche Bild: Die früheren Besucher des im Januar abgerissenen Jugendzentrums am Langenforther Platz stehen verloren im Dunstkreis der Baustelle und vertreiben sich ihre Zeit – dies nicht immer zur Freude der Nachbarn, wie es aus dem Haus der Jugend heißt. Doch was soll aus ihnen werden, bis der Neubau des Nordtraktes fertig ist und ein neues Jugendzentrum dort einziehen kann? Frank Labatz, bei der Stadt Leiter der Abteilung Kinder und Jugend, will es nach Monaten des Beobachtens jetzt wissen und wird am Mittwoch von morgens bis abends am Haus der Jugend Ideen einsammeln.

„Es sind die, die sonst keiner wollte“

Ob diese Möglichkeit tatsächlich jemand nutzen wird, darauf wagt Labatz allerdings keinen Schwur. Denn die bisherigen Besucher des Unabhängigen Jugendzentrums (UJZ) sind keine unproblematische Klientel. „Es sind die, die sonst keiner wollte“, beschrieb es UJZ-Mitarbeiterin Viola Mangold am Abend der Abschiedsfete im November 2017. Gemeint sind überwiegend jene, die in zweiter, dritter Generation in Deutschland leben. Nicht wenige besuchten die Hauptschule, die Förderschule, vielleicht noch die IGS. Wenn sie überhaupt etwas regelmäßig besuchten. Inzwischen sind die Beziehungen zu den Mitarbeitern im UJZ gekappt, sämtliche bisherigen Versuche der Kontaktaufnahme durch die Stadt beschäftigten sich vornehmlich mit der Deeskalation von Streit. Auch weil die Jugendlichen und Heranwachsenden nicht zwingend darauf achten, was auf gesicherten Baustellen formal verboten ist. Sich dort aufhalten, zum Beispiel.

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Gibt es nun doch eine alternative Unterkunft?

Eine Alternativ-Unterkunft war im Vorfeld des Abrisses, wie es seinerzeit im Rathaus hieß, nicht darstellbar. Und über Monate hielt sich diese Aussage. Jetzt aber will Labatz offenbar umsteuern. Mehr noch: „Vielleicht können wir ja einen Bauwagen aufstellen oder einen Container.“ Einen Platz dafür könne Labatz derzeit aber nicht nennen und große Hoffnungen auf eine direkte Nähe zum Langenforther Platz will er erst gar nicht schüren.

Zuversichtlich gibt er sich trotzdem: „Ich habe in den vergangenen Tagen entweder selbst oder über die Mitarbeiter im Haus der Jugend meine Visitenkarte mit dem Mittwochstermin verteilen lassen an diese Jugendlichen verbunden mit der Einladung, ihre Wünsche zu äußern“, berichtete Labatz jetzt im Jugendhilfeausschuss. Man habe bewusst den letzten Tag vor den Sommerferien gewählt, um einen Tag zu erwischen mit möglichst wenig Unterricht, möglichst viel Zeit und „ohne dass schon jemand in den Ferien ist“. Von 13 bis 18 Uhr will Labatz die Ideen aufnehmen, anwesend sei er aber bereits ab dem Morgen.

School’s-Out-Party in Wiesenau

Alle Kinder ab 6 Jahren sind für Mittwoch zur School’s-Out-Party in Wiesenau eingeladen. Gefeiert wird von 15 Uhr bis 17 Uhr im Quartierstreff an der Freiligrathstraße. Gastgeber sind die Mobile Aufsuchende Jugendarbeit (Maja), der Verein win und das Familienzentrum Emma und Paul. Wer möchte, kann sich schminken lassen, etwas basteln, Gesellschaftsspiele spielen oder im Liegestuhl chillen. Außerdem gibt es Bratwurst und einen coolen Sommercocktail, versprechen die Gastgeber. Das Angebot ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Von Rebekka Neander

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