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Nachrichten Stadt, Schule und Finder einigen sich wegen 700 Euro
Umland Langenhagen Nachrichten Stadt, Schule und Finder einigen sich wegen 700 Euro
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07:03 09.09.2011
Langenhagen

Was ist passiert? Der Schüler Nick fand einen Beutel mit 700 Euro und übergab ihn – da er sich in der Betreuung des Fördervereins der Hermann-Löns-Schule befand – seiner Betreuerin Inge Pannes. Sie leitete den Fund ans Rathaus weiter, und dort blieb das Geld liegen. Sechs Monate lang, weil niemand den Verlust meldete. Dann spendete Pannes – für die Stadt die Finderin – das Geld dem Förderverein.

„Bis zu diesem Zeitpunkt sind wir von zwei unterschiedlichen Voraussetzungen ausgegangen“, sagt die Fachbereichsleiterin Karin Saremba. Zum einen, dass Pannes das Geld gefunden hatte. Zum anderen, dass das Geld auf dem Schulhof lag. Erst später wies Pannes auf den eigentlichen Finder hin – und löste damit eine Flut an Briefen und E-Mails von Lesern aus, die den Schüler wegen der Anerkennung der Betreuerin als Finderin benachteiligt sahen. Deshalb einigten sich Förderverein, Stadt und Eltern auf eine Würdigung des Schülers. In der Annahme, der Geldbeutel habe auf dem Schulhof, also einer öffentlichen Einrichtung gelegen, sei die Stadt als Schulträger die Begünstigte gewesen. So zumindest sieht es die Rechtssprechung vor. Gleichwohl hatte die Stadt der Spende zugestimmt.

Während eines Gesprächs mit dem Vater des Finders erklärte dieser jetzt jedoch, dass sein Sohn den Beutel samt Geld auf einem Grünstreifen vor der Schule entdeckt habe. „Diese Situation war für alle neu“, sagt Saremba. Den späten Hinweis begründete der Vater damit, dass der Sohn das Schulgelände trotz eines Verbots verlassen hatte und Sanktionen fürchtete.

Damit greift die gesetzliche Regelung nicht, dass der Fund an den Einrichtungsträger geht. Vielmehr hat der Junge einen Anspruch auf das komplette Geld. Auch wenn sich die neue Schilderung nicht vollends beweisen lasse, wollten weder Stadt noch Förderverein einen Streit. Zumal der Vater letztlich erklärte, sein Sohn solle eine Hälfte des Geldes erhalten, der Förderverein die andere. Im Gegenzug verzichtet die Stadt auf die eigentlich fällige Verwaltungsgebühr.

Unabhängig aller Debatten: Nick hat sich längst entschieden, wofür er sein Geld verwenden will. Auf der Wunschliste stehen ein Akku für sein ferngesteuertes Auto und einige Siku-Autos. Und wenn sich jetzt noch der Verlierer meldet, hat er einfach Pech: Diese Frist ist definitiv abgelaufen.

Antje Bismark

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