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Nachrichten Taschendiebstahl und Betrug angestiegen
Umland Langenhagen Nachrichten Taschendiebstahl und Betrug angestiegen
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19:03 09.04.2014
Von Sven Warnecke
Die Straftaten sind nach Auskunft der Polizei auf einem niedrigen Niveau. Einen Anstieg verzeichnet die Dienststelle bei Betrug, Taschen- und Autoteilediebstahl sowie Wohnungseinbrüchen. Quelle: Symbolbild
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Langenhagen

Bei der Vorstellung der Statistik betonte der neue Kommissariatsleiter Andreas Alder, dass sich die Zahl der Straftaten mit 4329 weiterhin auf einem „erfreulich niedrigen Niveau“ befände. Gleichzeitig ist auch die Aufklärungsquote gestiegen.

Für Alder auffällig: die hohe Zahl der Betrugsdelikte. Die Tendenz ginge weg von der Straßenkriminalität hin zu Waren- und Warenkreditbetrug zumeist im anonymen Bereich des Internets. Als Beispiel nannte er einen gelieferten Stein statt eines teuren Laptops. Doch auch im umgekehrten Fall würde hochwertige Ware an eine fiktive Adresse bestellt und nicht gezahlt.

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Wie der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, Klaus Waschkewitz, am Mittwoch berichtete, konnte die Polizei jedoch auch zwei Täter festnehmen. Den beiden Langenhagenern werden zusammen 324 Betrügereien vorgeworfen. Der Gesamtschaden beträgt 140.000 Euro. Dann würde sich die Steigerung um 134 Prozent von 216 auf 505 Fälle in 2013 relativieren.

Erfolgreich war die Polizei auch in Sachen Radkappendiebstahl am Flughafen. Seit 2011 wurden Jahr für Jahr mehr als 100 Sätze Radkappen gestohlen. Nach langwierigen Ermittlungen nahm eine Polizeistreife Mitte November einen 53 Jahre alten Mann fest. „Seit der Festnahme ist Ruhe“, berichtet Polizeisprecher Manfred Pätzold.

Eine erhebliche Steigerung von Taschendiebstählen musste die Polizei registrieren. Vornehmlich ältere Frauen würden als Opfer ausgeguckt, erläutert Waschkewitz. Dabei gingen die Täter so geschickt vor, dass die Bestohlenen erst viel später den Verlust ihrer Wertgegenstände bemerkten - die Beschreibung der Diebe sei dadurch meist nur vage. Dass die Zunahme der Taschendiebstähle mit der EU-Osterweiterung zu tun haben, negierte Alder. Dazu bräuchte es noch ein bis zwei Jahre Zeit und verlässliche Zahlen, um eine seriöse Aussage treffen zu können.

Die Zahl der Einbrüche ist im vergangenen Jahr in Langenhagen von 108 um 20 Prozent auf 130 Fälle gestiegen. In 43 Fällen gingen die Täter tagsüber auf Beutezug. Das Thema stehe landesweit im Fokus, betont der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes Klaus Waschkewitz. Erfreulich sei indes, dass es bei 40 Prozent der Einbrüche in Langenhagen lediglich bei einem Versuch geblieben ist. Für die Polizei ein Beleg, dass die umfangreichen Präventionsbemühungen Früchte tragen. „Das ist ein Indikator dafür, dass die Menschen ihr Eigentum sichern“, meint Waschkewitz. Er erinnert dabei an die Aktionen, die die Polizei im vergangenen Jahr angeschoben hatte. Dabei hat der Beamte etwa Beratungen, Haustürbesuche, Informationsstände oder Vorträge im Blick. Darüber hinaus wird dem Thema Einbruch besonders Rechnung getragen: mit einer eigens dafür gegründeten Ermittlungsgruppe. Sie bearbeitet zentral von Langenhagen aus die Einbrüche in den vier Nordkommunen – um so auch Parallelen schneller zu erkennen. Wie bei allen Straftaten sei die günstige Lage der Stadt an der Autobahn ein wesentliches Kriterium.

08.04.2014
Sven Warnecke 08.04.2014
Sven Warnecke 08.04.2014