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Umland Langenhagen Nachrichten Wie viel Betreuung soll’s sein?
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17:15 08.01.2015
Von Rebekka Neander
Bis wann in der Schule? Langenhagens Eltern können jetzt ihre Bedürfnisse anmelden.  Quelle: dpa
Langenhagen

Derzeit ist die Lage unübersichtlich. Einige Grundschulen haben einen Ganztagsbetrieb, andere feilen noch daran. Einige haben einen Hort. Andere einen Förderverein, der Betreuer eingestellt hat. Mal dürfen Kinder bis 15 Uhr bleiben, mal bis 17 Uhr. Wer wo unterkommt, ist bisweilen Glückssache.

Auf Antrag der rot-grünen Ratsmehrheit soll die Stadtverwaltung nun an jenen Schulen, die bereits ganztags arbeiten, die Betreuung am Morgen und am Nachmittag erweitern. Zudem solle es eine Ferienbetreuung geben. Denn die bisherigen Angebote deckten sich nicht mehr mit den Alltagsbedürfnissen der Eltern. Da müsse Langenhagen Abhilfe schaffen.

Stadtweite Befragung von Eltern

Mit einer stadtweiten Elternbefragung will sich die Verwaltung nun einen Überblick über die Bedürfnislage an den Schulen verschaffen. Denn diese ist durchaus unterschiedlich. Auf eine Nachfrage dieser Zeitung kam aus der Grundschule Kaltenweide spontan absolute Zustimmung. Auch die Brinker Grundschule bestätigt solide Nachfrage nach Betreuungsangeboten gerade in den Randzeiten. Andere warnen, wenn auch nicht öffentlich, vor einer Überforderung gerade der jüngsten Schüler. Wer Betreuungszeiten ausweiten wolle, müsse die Bedingungen so gestalten, dass diese Kinder sich in familiärer Atmosphäre aufgehoben fühlten. Von der Friedrich-Ebert-Grundschule hingegen kommt eine Absage: Der Bedarf sei „recht gering“. Mahnungen kommen auch aus der Politik: Soll es der gesellschaftspolitische Auftrag der Stadt sein, Kindern einen derart langen Tag zuzumuten?

Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch hofft, Ende Februar die Antworten der Eltern auf dem Tisch zu haben. „Damit werden wir dann mit den Schulen das Gespräch suchen“, sagte sie. Auf dem Fragebogen werde es zudem einen Hinweis auf die etwaigen Kosten geben. Denn, auch das hat Rot-Grün klargestellt, das Zusatzangebot könne die Stadt keineswegs kostenlos zur Verfügung stellen.

Gotzes-Karrasch sorgt sich neben den Kosten vor allem aber ums Personal. Denn schon jetzt ist der Arbeitsmarkt für Fachkräfte der Kinderbetreuung leer gefegt. Gemessen an der Rückmeldung der Eltern will sie mit den Schulen ein passgenaues Konzept erarbeiten, „was wo überhaupt machbar ist“.

Klasse statt Masse

Es ist eine lange Zeit von 7 bis 17 Uhr. Und mancher sagt: „O Gott, das arme Kind!“ Doch „O Gott, das arme Kind“ muss es heißen, sollte die Diskussion um Betreuungszeiten vom üblichen Reflex getragen werden: Das ist Kindern doch nicht zuzumuten! Eltern müssen zu Hause bleiben! Doch die Realität ist: Die Betreuungszeiten reichen nicht. Haben sie übrigens noch nie – für alle, die Schicht arbeiten müssen. Für Pflegepersonal, Polizisten oder Müllwerker. Für all jene Gehaltsgruppen also, die sich nicht eben eine private Lösung finanzieren können – und arbeiten müssen. Wer jetzt über Zeiten spricht, sollte sich nicht an dramatischen Szenarien festbeißen: Kaum ein Kind wird die vollen zehn (möglichen) Stunden in der Schule bleiben. Die einen brauchen einen Früh-, andere einen Spätdienst. Gefragt sind passgenaue Lösungen – getragen von Fantasie und guter Laune.

Weil die Heizung des Kindergartens Kielenkamp Mittwochfrüh ausgefallen ist, hat die Stadt kurzfristig entschieden, lediglich eine Notgruppe zu betreuen. Eltern zeigten großes Verständnis und organisierten auch selbst eine Betreuung. Der Hort hingegen blieb geöffnet.

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