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11:08 27.11.2017
Von der ehemaligen Norta-Tapetenfabrik stehen mittlerweile nur noch einige Reste. Quelle: Sven Warnecke
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Langenhagen

 Wer von oben auf den Plan schaut, kann sich vieles vorstellen: Wohnungen auf den großen Grünflächen mitten in der Stadt. Öffentliche Gärten. Kleines Gewerbe mit der Wohnung gleich nebenan. Doch wer von der Grünfläche aus den Kopf nach oben richtet, sieht und hört, warum vieles davon wohl eine Illusion bleiben wird: Unmittelbar unter der Einflugschneise des Flughafens gelegen, ist das Gelände der inzwischen niedergerissenen Norta-Tapetenfabrik als Ort des Wohnens wohl ausgeschlossen. Es sei denn, das Land stimmt trotz wiederholten Widerspruchs irgendwann doch dem Wunsch der Stadt zu, dort vom Landesraumordnungsprogramm deutlich abzuweichen. 

Keine Augenwischerei

Zu erwarten ist dies nicht, zumindest nicht in so schnell, dass die Stadt noch Baugenehmigungen nach aktuell geltendem Recht ablehnen könnte. Oder, wie SPD-Ratsherr Matthias Gleichmann es im Stadtplanungsausschuss jetzt knapp zusammenfasste: „Das einzige, was dort gebaut werden darf, ist der Supermarkt. Da nützt alle Augenwischerei nichts.“ Anlass für Gleichmanns Feststellung war eine kurze und mäßig kontroverse Diskussion um eine Machbarkeitsstudie zu dem Areal der Industrieruine. Sie hatte zuvor im Sanierungsbeirat der nördlichen Kernstadt für eine heftige Debatte gesorgt. Vor allem, weil der Plan des Burgdorfer Kaufmannsunternehmens Cramer, auf dem Bereich der Fabrik einen Edeka-Markt zu errichten, als vollendete Tatsache wirkte, bei der der Sanierungsbeirat keinen Einfluss mehr üben könne. 

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Auch im Stadtplanungsausschuss äußerten einige Kommunalpolitiker leichte Kritik an dem Vorhaben. Wobei es weniger um den Supermarkt als solchen ging, als um die Fragen, an welche Stelle der Fläche er positioniert und wie er gestaltet sein wird. Eigentlich wollte die Stadt von der Politik einen Grundsatzbeschluss, der allen vier in der Studie angelegten Szenarien zustimmt. Drei Modelle kombinieren den geplanten, bislang aber nicht beantragten Supermarkt mit einer „Landschaft auf Zeit“ unter anderem mit urbanen, öffentlichen Gärten, mit Wohngebieten oder mit einer Mischung aus Wohnen und kleinerem, nicht störendem Gewerbe. Das vierte Szenario sieht ein vollständiges Mischgebiet ohne Supermarkt vor. Dieses aber,  stellten Stadtbaurat Carsten Hettwer und Stadtplanerin Carolin Ottensmeyer ein ums andere Mal fest, ist überaus unwahrscheinlich. 

Antworten erst 2018

Der Ausschuss ließ die Studie letztlich als „zur Kenntnis genommen“ passieren. Für einen allumfassenden Freifahrtsschein für die Verwaltung war keine Mehrheit erkennbar. Vielmehr ging gemeinschaftlich die Bitte an die Politik raus, sie möge noch genauer ermitteln, welche Gestaltungsmöglichkeiten bei Land und Region absehbar erreichbar sind. Und wie weit sich Investor Cramer auf Gestaltungsbitten aus dem Sanierungsbeirat einlassen wird. Mit Antworten ist, so Hettwer, in diesem Jahr allerdings nicht mehr zu rechnen. 

Von Rebekka Neander

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