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Langenhagen Feierliche Übergabe: Beim neuen Feuerwehr-Gerätehaus setzt die Stadt neue Maßstäbe
Umland Langenhagen

Neues Feuerwehr-Gerätehaus: Langenhagen setzt neue Maßstäbe

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00:18 27.06.2019
Her damit: Die Ortsbrandmeister Robert Heidrich (links) und Jens Koch (rechts) nehmen die symbolischen Schlüssel von Stadtbaurat Carsten Hettwer und Bürgermeister Mirko Heuer entgegen. Quelle: Sven Warnecke
Engelbostel-Schulenburg

Was lange währt, wird irgendwann auch einmal gut: Nach mehr als 15 Jahren mit Diskussionen, Abstimmungen und Planungen ist nun das neue, gemeinsame Gerätehaus am Stadtweg den Ortsfeuerwehren Engelbostel und Schulenburg übergeben worden. Zwar haben sie bereits die Schlüssel, doch einziehen können sie noch nicht. Bis die letzten Arbeiten am Gebäude abgeschlossen sind, dauert es noch einige Wochen. In die Wache hat die Stadt Langenhagen rund 5,2 Millionen Euro investiert – und setzt mit dieser Idee neue Maßstäbe in der Feuerwehrlandschaft. Nach dem ersten Spatenstich im Frühjahr vergangenen Jahres ist das Gebäude innerhalb von nur 14 Monaten fertiggestellt worden.

Mit einer Feier haben nun Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer und Stadtbaurat Carsten Hettwer den beiden Ortsbrandmeistern Robert Heidrich und Jens Koch symbolisch die Schlüssel für die neue Feuerwache übergeben. Das zog überwältigend viele Neugierige an: Rund 300 Besucher wollten sich die Zeremonie nicht entgehen lassen. Sie nutzten dabei aber auch die Gelegenheit, einen ersten Blick in das Gerätehaus zu werfen.

Das neue gemeinsame Gerätehaus wird den Feuerwehren Engelbostel und Schulenburg übergeben.

Für Bürgermeister Mirko Heuer ist die Wache eine „Herzensangelegenheit“

Hell und modern ist die neue Feuerwache innen gestaltet. Quelle: Stephan Bommert (Feuerwehr

Baukosten für das neue Feuerwehrgerätehaus konnten eingehalten werden

Mit dem Bau der Doppelwache konnten zudem Einsparungen erzielt werden, ohne dass eine der Ortsfeuerwehren auf etwas verzichten mussten, sagte Hettwer auf der Bühne. Es sei aber nicht nobel, „es ist das, was wir hier brauchen“, ergänzte Heuer – „um das Ehrenamt zu stützen“. Beide Feuerwehren verfügen über einen eigenen, in sich geschlossenen Bereich. Links sind die Engelbosteler untergebracht, auf der anderen Seite die Schulenburger. Die Fahrzeughallen und die Räume in dem zweigeschossigen Sozialtrakt sind identisch, weil die Planer den Grundriss für die 1.800 Quadratmeter Nutzfläche an der Mittelachse des Gebäuderiegels gespiegelt haben. Dort befinden sich die Gemeinschaftsräume wie etwa der Hauptzugang und die Waschhalle. „Bei den Planungen und auch in der Bauphase haben alle Beteiligten gut zusammengearbeitet“, lobte der Stadtbaurat. „Auch dadurch konnten wir die geplanten Baukosten einhalten und liegen nur wenige Tage hinter dem anfangs anvisierten Fertigstellungstermin.“ Wenn es nach ihm ginge, würden die am Bau beteiligten Unternehmen auch den Auftrag für das Projekt für die Kaltenweider und Krähenwinkeler Feuerwehr erhalten. Doch das scheitere angesichts der Investitionssumme am zwingend notwendigen europaweiten Ausschreibungsverfahren, betonte Hettwer.

Stadtbaurat lobt die beteiligten Bauunternehmen

Gut besucht: Zur symbolischen Schlüsselübergabe sind rund 300 Besucher gekommen. Quelle: Sven Warnecke

Lobende Worte fielen auch von Engelbostels Ortsbürgermeisterin Bettina Auras: „Die Feuerwehr ist für uns da, das gebührt Respekt und Dank.“ Ihr Schulenburger Amtskollege Dietmar Grundey hofft indes, dass es nicht so viele Einsätze gibt. „Denn das ist immer auch mit Tränen verbunden.“

Wache ist ein Zeichen der Wertschätzung

Am Ende wird das neue Haus ein Zuhause für mehr als 200 Feuerwehrleute sein. Und das für die nächsten Jahrzehnte, betonte Stadtbrandmeister Arne Boy. „Nobel hin oder her, wir bauen nicht für 30 Jahre, sondern für 50 oder 60.“ Er hoffe, dort nicht wieder investieren zu müssen. „Wir wollen nicht ständig Geld in die Gebäude stecken.“ Boy sprach von einem „Leuchtturmprojekt“.

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing befand, dass das, „was hier übergeben wird, einzigartig ist“. „Die Feuerwehr wird in Langenhagen wertgeschätzt.“ Er sprach davon, dass ein Gerätehaus die „Seele der Feuerwehr“ sei. Und es diene nicht nur der „Mitgliederhaltung, sondern auch der -gewinnung“.

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing Quelle: Sven Warnecke

Gemeinsame Feuerwache ist ein Modell der Zukunft

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing äußert sich im Gespräch mit Redakteur Sven Warnecke über die Feuerwehr im Allgemeinen und das neue gemeinsame Gerätehaus für die Ortsfeuerwehren Engelbostel und Schulenburg im Speziellen.

Herr Mensing, ist das Modell der zwei Feuerwachen in einem Gebäude die Zukunft?

Es ist eines der Modelle der Zukunft, ein anderes wird gerade in Bad Nenndorf gefahren. Dort ist geplant, neun Feuerwehren in drei Stützpunktwehren umzuwandeln. Die Schwerpunktfeuerwehr bleibt unverändert. Angesichts der Mitgliederzahlen und des Bedarfes müssen die Feuerwehren und Kommunen flexibel sein und reagieren.

Was bedeutet das konkret?

Rund 70 Prozent der Feuerwehren in Niedersachsen sowie in der Region Hannover sind Feuerwehren mit Grundausstattung. Heißt ein bis zwei Fahrzeuge und etwa 22 Einsatzkräfte. In die wurde in den letzten 20 Jahren zum Teil baulich nicht oder nur wenig investiert. Dort gilt es anzusetzen und zu schauen, was angesichts notwendiger Synergien möglich ist. Feuerwehrhäuser sind Zweckbauten. Es geht nicht um „schöner Wohnen“. Sekundärgewinn: Feuerwehrhäuser tragen auch zur Mitgliederbindung und -gewinnung bei.

Was ist nun in Engelbostel und Schulenburg das Besondere?

Hier haben Verwaltung, Politik und die Feuerwehr vertrauensvoll zusammengearbeitet – sind sich auf Augenhöhe begegnet. Ganz entscheidend: Die Menschen wollen abgeholt werden. Das ist in diesem Fall geschehen. Und vor allem wollen die Feuerwehren zumeist eigenständig bleiben. Auch das ist geschehen. Denn in Langenhagen ist den Verantwortlichen auch klar, dass es flächendeckend zu den Freiwilligen Feuerwehren keine Alternative gibt.

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Von Sven Warnecke

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