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Langenhagen Neues Projekt: Ausbilder und Azubi steigen gemeinsam in den Flugsimulator
Umland Langenhagen

Neues Projekt in Langenhagen: So fördert die Ausbildung im Flugsimulator die Kommunikation zwischen Ausbilder und Azubi

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17:13 10.09.2019
Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover, informiert sich im Flugsimulator bei Ausbilderin Sarah Mehner (Mitte) und Azubi Miracle Forson über das Projekt Prepare for Take-off. Quelle: Frauke Bittner/Region Hannover
Langenhagen

Ausbildungsleiterin Sarah Mehner (30) und Azubi Miracle Forson (19) nehmen gemeinsam im Cockpit des Flugsimulators am Flughafen in Langenhagen Platz. Die beiden Frauen setzen ihre Kopfhörer auf. Ab jetzt ist Zusammenarbeit gefragt. Mehner ist in diesem Fall die Pilotin und Forson die Co-Pilotin. „Das kann aber auch andersherum sein“, erklärte die Ausbildungsleiterin bei DB Schenker in Langenhagen. Anweisungen aus dem „Tower“ gibt es von Martin Dutschek, Trainingsleiter der Firma Sim&Learn. Seine ersten Anweisungen lauten: „Wir heben ab und fliegen 14.000 Meter hoch.“ Das ist ein Teil der Ausbildung im Flugsimulator, die die Kommunikation zwischen den beiden Frauen und ihren Positionen stärken soll.

Als Mehner und Forson das erste Mal in dem Cockpit zu Übungszwecken saßen, hätten sie die vielen Lichter, Anzeigetafeln und Schalter erschlagen und überwältigt, erzählen sie. Die Teamarbeit im Flugsimulator ist für die Ausbildungsleiterin das i-Tüpfelchen. Man treffe sich mit den Auszubildenden auf einer anderen Ebene, schaffe Vertrauen und verbessere die Verständigung zwischen Vorgesetzten und Azubis, bilanzierte Mehner. Während der Flugsimulation gibt es auch andere Aufgaben. Etwa eine schwierige Passagierin, die mit ihrem Hund permanent durch die Sitzreihen marschiert. „In diesem Fall geht es um Konfliktlösung“, erklärte Mehner.

Trainerausbilder Martin Dutschek (von links), Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz, Peter Karst, Geschäftsführer der Handelskammer, sowie Horst Sobisch, Geschäftsführer von Sim&Learn, unterstützen das Projekt Prepare for Take-off. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Kommunikation im Team ist wichtig

Nicht jeder Auszubildende hat die Chance, in einem Flugsimulator zu sitzen. Doch bei der Speditionsfirma DB Schenker, die in allen drei Jahrgängen insgesamt 50 junge Leute ausbildet, gehört das Projekt zur Lehre dazu. „Wir heben ab und heben uns auch von anderen Unternehmen ab“, so Forson. „Am Anfang hatten wir keine Ahnung und waren sehr unsicher“, sagte die 19-Jährige. Das hatte sich schnell gelegt. Das Fazit der angehenden Speditionskauffrau: „Im Team habe ich gelernt, wie wichtig Kommunikation ist.“ Ob ein positives oder negatives Feedback – beides baue auf und steigere sogar die Leistung.

Unzufriedenheit wegen fehlendem Feedback

„Immer öfter bleiben Ausbildungsstellen unbesetzt, nahezu jede vierte Lehre wird in der Region Hannover abgebrochen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Region. Die Gründe dafür lägen nicht nur in der Auswahl von Lehrlingen oder am fehlenden Fachwissen, sondern oft auch in betrieblichen und sozialen Rahmenbedingungen. „Die Kommunikation zwischen Ausbilder und Azubi fehlt.“ Zwischen beiden würden Vorgaben und Absprachen fehlinterpretiert, und das Feedback funktioniere nicht oder fehle ganz. Das führe bei den Auszubildenden, Ausbildern und auch den Betrieben zu Unzufriedenheit.

Projekt schafft Vertrauen

Genau da setzt das Projekt Prepare for Take-off an. „Im Wettbewerb um Auszubildende müssen Unternehmen heute neue Wege gehen. Wenn die Kommunikation zwischen Betrieb und Auszubildenden nicht gut funktioniert, werfen viele Lehrlinge das Handtuch“, sagte Ulf-Birger Franz, Wirtschaftsdezernent der Region Hannover. „Unser Ziel ist es, das Vertrauen zwischen Unternehmen und Auszubildenden herzustellen, die Teamarbeit zu stärken und die Abbruchquote zu senken.“

Luftfahrtbranche dient als Vorbild

Dafür dient die Luftfahrtbranche als Vorbild: Dort agieren alle Beteiligten nach klaren Kommunikationsregeln – und auch täglich wechselnden Crews gelingt die Zusammenarbeit aus dem Effeff. „Um optimal arbeiten zu können, müssen sich die Crewmitglieder im Cockpit stets aufeinander einlassen und verlassen. Wenn es klare Regeln in der Kommunikation gibt, gibt es weniger Missverständnisse, weniger Reibereien untereinander und damit auch weniger Fehler und Stress“, sagte Horst Sobisch, Geschäftsführer der Firma Sim&Learn. „In Deutschland sucht das Projekt seinesgleichen: Es ist wirklich einzigartig.“

Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Region Hannover möchte er gern noch weitere Unternehmen für das Projekt gewinnen. Zur Hälfte wird die Teilnahme von der Wirtschaftsförderung finanziert, die andere Hälfte zahlen die teilnehmenden Firmen. Betriebe, die interessiert sind, können sich bei der Wirtschaftsförderung der Region melden.

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Von Katerina Jarolim-Vormeier

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