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Langenhagen So sieht es hinter den Kulissen der Mimuse aus
Umland Langenhagen So sieht es hinter den Kulissen der Mimuse aus
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00:16 14.02.2018
Franz Gottwald testet Licht und Ton und pegelt alles richtig ein. Quelle: Polley
Langenhagen

 Seit 1980 holt der Verein Klangbüchse als Initiator der Mimuse, Norddeutschlands größten Kleinkunstfestivals, die angesagtesten Künstler der deutschen Kleinkunst- und Comedyszene nach Langenhagen. Die Künstler treten im daunstärs und im Theatersaal auf. Solch ein Abend bedeutet für Franz Gottwald, der für die Programmgestaltung zuständig ist, und sein Team jede Menge Arbeit. Ein Abend hinter den Kulissen der Mimuse im daunstärs. An diesem Tag ist Konrad Stöckel zu Gast.

Jedes Jahr treten beim Langenhagener Kleinkunstfestival Mimuse die angesagtesten Künstler der deutschen Kleinkunst- und Comedyszene auf. Für die Verantwortlichen und Helfer bedeutet dies jede Menge Arbeit. Ein Blick hinter die Kulissen im daunstärs.

Die Vorbereitungen

Bereits drei Stunden vor Beginn der Show herrscht im daunstärs reges Treiben. Franz Gottwald und Reinhard Lagemann helfen Konrad Stöckel beim Reintragen der Requisiten. Und anschließend hat der selbsternannte Wissenschaftsexperte noch einige Aufträge: Er braucht noch drei Bier, Wasser und der Beamer muss ausgerichtet werden. Anschließend steht ein kurzer Tontest für seinen Bass auf dem Programm. „Normalerweise bin ich vor einem Auftritt erst gegen 18 Uhr da, aber heute ist noch etwas mehr zu tun“, sagt Gottwald. Er schließt bei jeder Veranstaltung der Mimuse die Türen auf und am Ende wieder zu. 

Franz Gottwald (rechts) testet zusammen mit Konrad Stöckel den Ton für einen Versuch. Quelle: Polley

Abendessen für alle Helfer

Im Eingangsbereich duftet es um kurz nach 18 Uhr nach Kaffee, frischen Brötchen und Salami. Katrin Frommeyer und Maike Stahlhut stehen hinter der Theke. Sie bereiten ein kleines Catering für alle Helfer und den Künstler vor. Zusammen belegen sie Brötchen und schmieren Brote. „Wir erfüllen alle Wünsche, die die Künstler haben“, sagt Frommeyer. Zuvor waren die beiden bereits dafür einkaufen. Seit 25 Jahren sind „die Mädels“ für die Bar während der Veranstaltungen der Mimuse im daunstärs zuständig. „Wir haben schon manche Künstler groß werden sehen“, erzählt Frommeyer. „Angefangen hat alles mit einem Nebenjob, als wir noch Schüler waren.“ 

Die beiden Frauen kennen sich bereits seit Kindertagen. „Wir sind ein eingespieltes Team. Uns kann so leicht nichts aus der Ruhe bringen“, sagt Stahlhut. Ab 19 Uhr bedienen die 42 und 43 Jahre alten Frauen die Gäste: Sie verkaufen Getränke und kleine Snacks. Bier, Sekt und alkoholfreie Getränke wandern über den Holztresen. Dabei kommen sie mit den Leuten ins Gespräch – darunter häufig Freunde und Verwandte. Während des Auftritts können sich die beiden nicht ausruhen: Sie sammeln die leeren Gläser ein, waschen ab und stellen sie wieder ins Regal. Alles Vorbereitungen für den nächsten Ansturm in der Pause. Denn dann herrscht am Tresen erneut Hochbetrieb. Ans Aufhören denken die beiden trotz Familie und Beruf nicht. 

Eine Stärkung vor dem Auftritt: Maike Stahlhut (links) und Katrin Frommeyer schmieren für alle Helfer Brötchen und Brote. Quelle: Polley

Kneipenatmosphäre

Ab 19 Uhr füllt sich der Eingangsbereich des daunstärs langsam, und es herrscht Kneipenatmosphäre. Die ersten Gäste bestellen sich an der Bar Getränke, kleine Gruppen stehen im Kreis zusammen und quatschen. Im Hintergrund läuft leise Musik. In diesem Moment „Stand by me“ von Ben E. King. Stöckel hat sich in die Gaderobe zurückgezogen.

Andrang am Tresen: In der Pause wird es für Maike Stahlhut (hinterm Tresen links) und Katrin Frommeyer hektisch. Quelle: Polley

Die Abendkasse

Kleine Münzstapel türmen sich auf dem Tisch vor Barbara Duncker. Die 74-Jährige zählt die Abendkasse. „Obwohl ich immer selbst da bin, zähle ich lieber nochmal durch“, sagt sie. Seit vielen Jahren sitzt sie jeden Donnerstag ab 18.30 Uhr auf einem Barhocker direkt am Eingang des daunstärs und verkauft die letzten Karten. „Das ist ein schöner Teil der Vereinsarbeit“, erklärt Duncker. Wenn die Künstler die Bühne betreten, hat die 74-Jährige fast Feierabend. Doch bevor sie geht, zählt sie natürlich nochmal die Kasse. 

Barbara Dumcker ist seit vielen Jahren für die Abendkasse zuständig. Quelle: Polley

Der „Reißer“

An ihm kommt keiner der Gäste vorbei: Wilfried Essing steht vor dem Eingang zum Saal im daunstärs und kontrolliert die Eintrittskarten der Besucher. Mit ruhiger und freundlicher Stimme sagt er für jede gezeigte Karte „Dankeschön“. Bereits seit mehr als zehn Jahren übernimmt der 79-Jährige ehrenamtlich diese Aufgabe – zwei- bis dreimal die Woche. Bei fast jeder Veranstaltung der Mimuse seit 1980 ist er als Vereinsmitglied der Klangbüchse dabei. „Ich mache nur für Geburtstage eine Ausnahme und fehle“, sagt er und lacht. Seine Kollegen nennen ihn liebevoll „Reißer“. 

An diesem Abend schaut er nur auf die Tickets und reißt diese nicht ein. Seinem Spitznamen wird er aber vor dem Eingang des Theatersaals gerecht. Zu Beginn des Einlasses um 19.30 Uhr herrscht vor Essing dichtes Gedränge: Alle wollen als erstes drin sein, denn es herrscht freie Platzwahl. Doch der 79-Jährige hat alles unter Kontrolle. Während der Show steht er mit seiner Kamera am Rande des Saal und macht Fotos. Ans Aufhören will Essing noch nicht denken. „Dann wird es mir zu langweilig“, sagt er.

An ihm kommt keiner vorbei: Wilfried Essing kontrolliert die Eintrittskarten. Quelle: Polley

Der Mann für den richtigen Sound

Hochkonzentriert sitzt Franz Gottwald hinter dem Licht- und Tonmischpult. Keiner darf ihn stören. Eine Hand liegt fast immer an den zahlreichen Knöpfen und Schaltern, um schnell reagieren zu können. Schon bekommt er die nächste Anweisung: „Franz, mien Jung, mach mal das Licht aus“, ruft Stöckel ihm von der Bühne zu. Gottwald legt den richtigen Schalter um, der Saal ist komplett dunkel. „Heute machen wir viel auf Zuruf“, erklärt Gottwald. Seit 1989 ist er für Licht und Ton bei der Mimuse zuständig. Jede Show verbringt er an den Pulten, mit direktem Blick auf die Bühne. Zudem ist er für die Programmgestaltung des Kleinkunstfestivals zuständig. Die Routine ist ihm anzumerken. „Angst, dass etwas schief geht, habe ich nicht“, sagt er. „Und wenn doch, dann überspielen wir es gekonnt.“

Volle Konzentration während der Show: Franz Gottwald ist für den richtigen Sound und das Licht zuständig. Quelle: Polley

Das Aufräumen

Die Helfer stehen bereits mit Besen und Lappen ausgestattet in den Startlöchern, als Stöckel die Bühne verlässt und der Applaus des Publikums verklungen ist. Jetzt geht es für Gottwald und sein Team ans Aufräumen. Normalerweise dauert dies nicht so lange. Doch an diesem Abend ist alles anders: Denn Stöckel hat während seiner Show zahlreiche Experimente gezeigt und immer wieder Konfetti geworfen. „Ui, ui, ui “, kommentiert Gottwald, als er sich die Bühne anschaut. „Heute kommen wir nicht so schnell nach Hause.“ 

Doch alle packen tatkräftig mit an. Während Essing Konfetti und Toilettenpapierfetzen zusammenfegt, wischt Stahlhut die Überreste der Bierfontaine, Kondensmilch und anderer Experimente auf der Bühne zusammen. Um 23.30 Uhr haben dann alle Feierabend und Gottwald schließt die Tür zu. Bis zur nächsten Mimuse.

Wilfried Essing fegt Konfetti und Toilettenpapierfetzen zusammen. Quelle: Polley

Von Julia Polley

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