Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen Korruption? Stadt erstattet Anzeige
Umland Langenhagen Korruption? Stadt erstattet Anzeige
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 27.07.2018
Geht im Rathaus Langenhagen alles mit rechten Dingen zu? Der Bürgermeister will „unhaltbare Vorwürfe“ zurückweisen und durch die Justiz klären lassen.
Geht im Rathaus Langenhagen alles mit rechten Dingen zu? Der Bürgermeister will „unhaltbare Vorwürfe“ zurückweisen und durch die Justiz klären lassen. Quelle: dpa
Anzeige
Langenhagen

Das seit Jahren schwelende Misstrauen zwischen Politik und Verwaltung spitzt sich derzeit zu. Nach Korruptions-Verdächtigungen eines Ratsmitglieds gegen die Verwaltung hat Bürgermeister Mirko Heuer jetzt Anzeige „gegen Unbekannt mit dem Tatvorwurf der Vorteilsnahme“ erstattet. Die Kriminalfachinspektion 3 der Polizei Hannover, die unter anderem Korruptionsfällen nachgeht, hat die Ermittlungen übernommen. Sie soll Beweise sichern und wird zu Vernehmungen laden, wie Polizeisprecher Thorsten Schiewe auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte. „Es ist ein vager Verdacht, und wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen.“

Ratsmitglied macht Vorwürfe, gibt aber keine Beweise heraus

Auslöser für die Anzeige war laut Heuer ein mündlich geäußerter Vorwurf aus den Reihen der Ratsmitglieder. Der Bürgermeister selber glaubt nicht, dass tatsächlich Bestechung vorliegt. „Wir halten diese Vorwürfe für vollkommen unberechtigt“, sagte Bürgermeister Mirko Heuer auf Nachfrage. „Aber ich nehme solche Äußerungen sehr ernst.“ Heuer habe das betreffende Ratsmitglied „wiederholt schriftlich um entsprechende Konkretisierung gebeten, damit ich dem Vorwurf intern nachgehen kann.“ Antworten dazu seien aber bis „heute ausgeblieben“.

Heuer will die Vorwürfe gegen seine Verwaltung offenbar so nicht im Raum stehen lassen und geht daher in die Vorwärtsverteidigung. Um für „maximale Transparenz zu sorgen, habe ich mit der Anzeige gegen Unbekannt die Ermittlungen in die Hände der Staatsanwaltschaft übergeben“, schreibt Heuer in einer Stellungnahme.

Von Rebekka Neander