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Langenhagen Weihnachtsmarkt in Engelbostel: Das ganze Dorf zieht an einem Strang
Umland Langenhagen

Weihnachtsmarkt in Langenhagen-Engelbostel: Das ganze Dorf zieht an einem Strang

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17:06 02.12.2019
Die Mitglieder der Gruppe "Montagsworkshop - basteln und Gespräche" haben Weihnachtsdekoration gebastelt und verkaufen diese im Gemeindehaus. Quelle: Julia Gödde-Polley
Engelbostel

„Das Erfolgskonzept des Marktes ist, dass das Dorf an einem Strang zieht“, sagte Engelbostels Pastor Rainer Müller-Jödicke am Sonntagnachmittag sichtlich erfreut. Auch der heimelige Standort an der Kirche und im Gemeindehaus wirke sich aus. In der Folge herrschte großer Andrang beim diesjährigen Weihnachtsmarkt im Ort – und das noch vor Anbruch der Dunkelheit. Zahlreiche Ehrenamtliche von verschiedenen Vereinen und Gruppen waren im Einsatz. Müller-Jödickes Angaben zufolge waren es „unendlich viele“. Zu Beginn hatte der Chor Back to Church mit einem Mitmachkonzert in der Kirche die Veranstaltung offiziell eröffnet.

„Das Dorf ist so aktiv“, betonte Müller-Jödicke. So hätten Helfer noch vor dem eigentlichen Aufbau-Termin für die Buden die Hütten bereits rund um die Kirche platziert. Seit Ende September habe sich das Organisationsteam intensiv mit den Vorbereitungen befasst. Selbstgebasteltes werde das gesamte Jahr über produziert. „Was wäre der Weihnachtsmarkt ohne die Pommes vom Treckerclub oder die Bratwurst der Feuerwehr?“ fragte der Pastor.

Glühwein, Bratwurst, Selbstgebasteltes: Mit dem Weihnachtsmarkt an der Kirche läuten die Menschen die Adventszeit ein. Zahlreiche Ehrenamtliche sind auch in diesem Jahr wieder in Engelbostel im Einsatz.

Gruppe bastelt das ganze Jahr über

Den Weihnachtsmarkt „bestücken wir gerne mit unseren kreativen und selbst gebastelten Sachen“, berichtete Beate Rehring. Sie leitet die Gruppe „Montagsworkshop – basteln und Gespräche“. Die 15 Mitglieder haben seit den Sommerferien alle 14 Tage gemeinsam für die Veranstaltung gebastelt. In der letzten Zeit habe es wöchentliche Treffen gegeben. In diesem Jahr haben die Aktiven bei ihrer Weihnachtsdekoration das Thema Upcycling aufgegriffen und zum Beispiel Perlenketten aus alten Kalenderblättern selbst gedreht. Die Gruppe nutze den Termin, um „unsere Sachen auch mal vorzustellen“, und es komme einem guten Zweck zugute, sagte Rehring.

Weihnachtsmarkt an Kirche ist für Vereine fester Termin

Auch für die Ortsfeuerwehr Engelbostel ist der Weihnachtsmarkt alle zwei Jahre an der Kirche ein fester Termin. Traditionell grillten die Ehrenamtlichen wieder Würstchen. In diesem Jahr hatten sie 500 Stück dabei und der Andrang war groß. Der Markt gehöre zur Dorfgemeinschaft dazu, sagte Michaela Vogt aus dem Festausschuss des Schützenvereins. Die Mitglieder verkauften an ihrem Stand Käsespieße. Seit mindestens 20 Jahren sei der Verein alle zwei Jahre bei dem Markt an der Kirche dabei.

Grundschüler lernen, etwas für die Gemeinschaft zu geben

Für den Stand, den die Grundschule aus dem Ort im Gemeindehaus aufgebaut hatte, liefen die Vorbereitungen das ganze Jahr über. Werklehrerin Sonja Grießing präsentierte kreative Arbeiten aus Ton, Holz und Filz, die ihre Schüler im Unterricht erarbeitet hatten. Sie liebe es, wenn die Kinder ihre eigenen Produkte sehen und diese dann auch werden gekauft, sagte Grießing. Für die Schule sei es wichtig, den Schülern das Geben beizubringen. In diesem Fall für die Gemeinschaft, erklärte die Lehrerin. Für das nächste Jahr – 2020 ist der Weihnachtsmarkt wieder beim MTV Engelbostel-Schulenburg – hat Grießing bereits Ideen. Ihr Motto: „Nach Weihnachten ist vor Weihnachten.“

Einnahmen fließen in Reinigung der Orgel

Sämtliche Einnahmen aus dem diesjährigen Markt fließen in eine notwendige und aufwendige Reinigung der Orgel in der Martinskirche – „weil da das ganze Dorf etwas von hat“, meint der Pastor. In regelmäßigen Abständen müsse das Instrument, das Meister Adolf Compenius im 17. Jahrhundert zunächst für die Aegidienkirche in Hannover gebaut hatte und seit gut 150 Jahren in Engelbostel steht, ausgeputzt und von Staub befreit werden. „Das muss man alle 25 Jahre machen“, sagte Müller-Jödicke. Dies ist jedoch nicht so billig: 100.000 Euro kostet allein die Reinigung. Zudem gebe es noch Reparaturarbeiten, wie etwa ein neuer Spiegel für den Organisten. „Wenn wir Stiftungen gewinnen, könnte man auch künstlerisch was machen“, sagte der Pastor und meinte zum Beispiel den Austausch der alten Zink-Pfeifen in Zinn-Pfeifen.

Eine Spendendose in Form einer Pfeife stand deshalb auf dem Weihnachtsmarkt. Zudem habe die Gemeinde bereits Spendenbriefe verschickt. Innerhalb von fünf Wochen seien bereits mehr als 10.000 Euro zusammen gekommen. Von der Landeskirche und dem Kirchenkreis könnte es einen hohen fünfstelligen Anteil geben, heißt es von Müller-Jödicke. „Aber es bleibt eben ein hoher Eigenanteil“. Wie viel Geld bei dem Weihnachtsmarkt zusammen gekommen ist, steht noch nicht fest. Ebenso der Termin für die Reinigung der Orgel. Die Orgelbauer hätten lange Wartezeiten. Zudem müsste zunächst sichergestellt werden, dass das Raumklima in der Kirche stimme. In dem Instrument gebe es Schimmel. In 2020 soll es deshalb zunächst Gespräche mit Ingenieuren über den Einbau von Belüftungsanlagen geben. Danach sei die Orgel dran. „Wenn alles gut läuft, sind wir in vier, fünf Jahren fertig“, hofft Müller-Jödicke.

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Von Julia Gödde-Polley

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