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Langenhagen Wie gelingt Inklusion in der Stadt? Verwaltung sammelt Ideen für Aktionsplan
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Wie gelingt Inklusion in der Stadt Langenhagen? Verwaltung sammelt Ideen für Aktionsplan

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13:35 23.08.2019
Langenhagens Inklusionsbeauftragte Sabine Hettinger wirbt für die Auftaktveranstaltung für einen Aktionsplan Inklusion. Quelle: Julia Gödde-Polley
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Langenhagen

Was muss in der Stadt getan werden, um Inklusion – also die Teilhabe von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen – zu verbessern und voranzubringen? Wo gibt es Defizite, und wie können diese behoben werden? Diese und weitere Fragen soll der Aktionsplan Inklusion beantwortet. Er soll in den kommenden zwei Jahren erarbeitet werden und möglichst viele Anregungen aufnehmen. Eine nicht barrierefreie Bushaltestelle oder fehlende Blindenschrift in Gebäuden: Bürger können auf Probleme im Alltag aufmerksam machen. Eine Hürde gibt es allerdings: Wer bei der Auftaktveranstaltung dabei sein will, muss sich zuvor anmelden.

Auftakt am 6. September in der Aula des Schulzentrums

Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 6. September, ab 16.30 Uhr in der Aula des Schulzentrums an der Konrad-Adenauer-Straße. Die Inklusionsbeauftragte der Stadt, Sabine Hettinger, lädt alle Interessierten ein, ihre Ideen einzubringen. „Es geht um eine vielfalts- und zukunftsfähige Stadt“, wirbt Hettinger. „Inklusion ist nichts, was nur für ein paar Rollstuhlfahrer gilt, sondern ist ein Mehrwert für alle.“

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Inklusion betreffe alle Alltagssituationen und beschränke sich nicht nur auf die Schule, betont Hettinger. In das Themenfeld fallen unter anderem auch der Bau von barrierefreien Wohnungen, für alle zugängliche Theater, Museen, Schwimmbäder und Sportanlagen, barrierefreie Gesundheitsversorgung sowie Internetseiten, auf denen sich alle zurecht finden.

Die UN-Behindertenrechtskonvention verlangt einen solch kommunalen Aktionsplan zum Thema Inklusion – für alle Handlungsfelder.

Zu den sechs verschiedenen Themenfeldern Information und Mitsprache, Mobilität und Barrierefreiheit, Wohnen und Versorgung, Kultur und Freizeit, Bildung und lebenslanges Lernen sowie Arbeit und Beschäftigung sollen während der Auftaktveranstaltung Gruppen gebildet werden. Für einen Aktionsplan brauche es das Zusammenwirken aller, damit „unterschiedliche Perspektiven“ berücksichtigt werden, macht Hettinger deutlich.

Arbeitsgruppe hat konstituierende Sitzung

Nachdem klar ist, was im Stadtgebiet getan und geändert werden muss, soll der Aktionsplan dann nach und nach umgesetzt sowie verfeinert werden. Ziel solle es unter anderem sein, im Stadtgebiet noch mehr Angebote zu schaffen, die „einladend, inklusiv und vielfaltstauglich sind“, betont Hettinger. Dabei sei nicht nur die Verwaltung in der Pflicht. Die Inklusionsbeauftragte hofft, dass noch während der Erarbeitung „viele Beteiligte die Verantwortung in ihrem Bereich erkennen“ – zum Beispiel aus Kirchen oder Vereinen. Wichtig sei, dass es eine „Sensibilisierung für Vielfalt und Barrieren“ gibt. Sonst bleibe das Thema abstrakt und theoretisch.

Vertreter aus Politik, Beiräten und Interessengruppen begleiten den Prozess: Dazu gründet sich die neue Arbeitsgruppe zur Steuerung des Aktionsplan Inklusion. Die Mitglieder kommen am Freitag, 23. August, zu ihrer konstituierende Sitzung zusammen. Das Ziel von Hettinger: „Ich will nicht nur von Inklusion reden, sondern will das auch umsetzen.“

Anmeldung für Auftaktveranstaltung notwendig

Zu Beginn der eigentlichen Auftaktveranstaltung im September gibt es einen kurzen Rückblick, was bisher für die Inklusion in Langenhagen getan worden ist. Dabei soll Hettingers Angaben zufolge deutlich gemacht werden „Wir fangen nicht bei Null an“. Die Stadt hat zum Beispiel bereits damit begonnen, die Bushaltestellen in Langenhagen barrierefrei umzubauen, damit sie für alle Menschen gleichermaßen nutzbar sind. Auch beim Schwimmbad Wasserwelt wurde auf Drängen des Beirats für Menschen mit Behinderung bei der Barrierefreiheit nachgebessert. An einigen Rad- und Gehwegen weisen taktile Führungsplatten Sehbehinderten den Weg.

Nach dem Rückblick hören die Teilnehmer einen Vortrag von Barbara Brokamp aus Köln zum Thema Motivation für Inklusion. Hettinger berichtet danach über die Vision für InklusionLangenhagen – l(i)ebenswerte Übermorgenstadt für alle“. Das Büro Proloco übernimmt die Moderation des Auftaktes.

Doch wer seine Ideen und Anregungen einbringen will, muss eine Hürde nehmen: Zur besseren Planung bitten die Organisatoren um eine vorherige Anmeldung bis Mittwoch, 28. August. Interessierte können sich im Online-Portal der Stadt auf www.langenhagen.de/inklusion oder per Antwortkarte auf den in zahlreichen Einrichtungen ausgelegten Flyern melden.

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Von Julia Gödde-Polley