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Lehrte Hohe Ehre für das Ahltener Ehepaar Popp
Umland Lehrte Hohe Ehre für das Ahltener Ehepaar Popp
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16:31 26.10.2018
Feierliche Verleihung der Orden im Regionshaus: Die Stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz (links) zeichnet die Ahltener Eheleute Irmgard und Erhard Popp aus, die auch ihren Sohn mitgebracht haben.
Feierliche Verleihung der Orden im Regionshaus: Die Stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz (links) zeichnet die Ahltener Eheleute Irmgard und Erhard Popp aus, die auch ihren Sohn mitgebracht haben. Quelle: Nadja Mahjoub
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Ahlten/Hannover

Das Engagement im sozialen Bereich und die Förderung der Inklusion ist für sie wahrlich ein Lebenswerk: Seit 49 Jahren setzen sich die Ahltener Irmgard und Erhard Popp für diese Aufgaben ein. Am Freitagvormittag haben sie als Anerkennung dafür beide eine Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, also das Bundesverdienstkreuz, erhalten. Die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz überreichte die Auszeichnungen im Regionshaus in Hannover. Zur Zeremonie waren auch der Burgdorfer Bürgermeister Alfred Baxmann und der Zweite Stellvertretende Bürgermeister Lehrtes, Wilhelm Busch, erschienen.

Als Mutter und Vater eines geistig behinderten Kindes haben sich Irmgard und Erhard Popp schon zu einer Zeit für die Rechte, Belange und Interessen von Menschen mit Behinderung eingesetzt, als man über diese am liebsten noch gar nicht sprechen mochte. Sie gehörten im Jahr 1969 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Lebenshilfe für geistig Behinderte in Burgdorf, der 1981 Mitgesellschafter der Lebenshilfe Peine-Burgdorf (heute Lebenshilfe e.V. Burgdorf) wurde. Dessen Ziel ist es damals wie heute, geistig behinderte Menschen zu betreuen, zu fördern und ihnen die Teilhabe am normalen Leben zu ermöglichen.

Irmgard Popp ist seit der Gründung des Vereins ununterbrochen als Schriftführerin Mitglied des Vorstands. Erhard Popp ist seit 1993 in dem Gremium engagiert, übernahm den Verein 2011 erst kommissarisch als Vorsitzender und übt diese Tätigkeit seit 2012 auch ganz offiziell aus. Irmgard Popp war indessen von 1974 bis 2002 als Verwaltungsfachangestellte in leitender Position zunächst in der Tagesstätte und später im neu eröffneten Heilpädagogischen Zentrum der Lebenshilfe für geistig Behinderte in Burgdorf hauptberuflich tätig.

Dass sich die Lebenshilfe Burgdorf in den vergangenen Jahrzehnten gut entwickeln konnte, sei maßgeblich auch dem Ehepaar Popp zu verdanken, hieß es am Freitagvormittag in der Laudatio. Irmgard Popp habe dabei einen unermüdlichen persönlichen Einsatz gezeigt. Und der Aufbau der Lebenshilfe Burdorf sei maßgeblich durch Erhard Popp begleitet worden.

Die Lebenshilfe Burgdorf ist heute Träger des Heilpädagogischen Zentrums mit kooperativen Kindergartengruppen sowie integrativer Kinderkrippe und Träger des Ambulanten Dienstes, der insbesondere Familien entlastet. Des Weiteren bietet sie einen therapeutischen Reitbereich mit eigenen Pferden und ein hauseigenes Therapie-Schwimmbad an. Die Lebenshilfe fördert außerdem Wohnmöglichkeiten für erwachsene Menschen mit Behinderungen. All dieses sei auch mit der fachlichen Unterstützung Erhard Popps entstanden. „Bei sämtlichen Bau- und Erhaltungsmaßnahmen hat er sich selbst auch tatkräftig eingebracht“, heißt es in der Laudatio.

Dass Eheleuten gemeinsam Bundesverdienstkreuze verliehen werden, ist eine große Seltenheit. Vor gut einem Jahr war Annegret und Heinrich Heineke aus Sehnde-Wehmingen diese Ehre zuteil geworden. Zuvor hatte es 15 Jahre lang keine solche Doppel-Ehrung mehr in der Region Hannover gegeben.

Von Achim Gückel