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Lehrte Bürgermeister: Frank Prüße will es machen
Umland Lehrte Bürgermeister: Frank Prüße will es machen
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00:16 23.11.2018
Frank Prüße will Bürgermeister in Lehrte werden. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Nur wenige Wochen nach dem Rückzug der Wunschkandidatin Heike Koehler präsentiert die Lehrter CDU einen neuen, hochkarätigen Bewerber für das Bürgermeisteramt: Frank Prüße. Der 54-jährige Rechtsanwalt ist seit fünf Jahren Vorsitzender des Lehrter SV. Im Januar soll er sich bei einer Aufstellungsversammlung der Christdemokraten dem Votum der Mitglieder stellen. Ein Gegenkandidat ist derzeit nicht in Sicht.

„Wir freuen uns in der CDU über Frank Prüßes Bewerbung“, sagt Lehrtes Stadtverbandschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. Prüße, der mit Ehefrau und drei Kindern in Immensen lebt, weise ein „tolles Profil“ als Bürgermeisterkandidat auf. „Lehrter, allseits bekannt, ehrenamtlich tätig, gut vernetzt, fachlich kompetent als Volljurist, mit Erfahrung in Verwaltung und Personalführung“, zählt Deneke-Jöhrens auf. Man habe ihn aus dem Vorstand heraus ermutigt und räume Prüße allerbeste Chancen für die Kandidatur ein.

Kandidat plädiert für mehr Transparenz und Bürgernähe

Schon im September hatte die CDU die Ahltener Ortsbürgermeisterin Heike Koehler als Kandidatin präsentiert. Diese zog sich jedoch Ende Oktober aus persönlichen Gründen zurück, was den Vorstand der Christdemokraten zunächst merklich durchschüttelte. Dass mit Prüße so schnell ein Ersatz gefunden wurde, freut Deneke-Jöhrens sehr.

Prüße selbst fühlt sich jetzt ganz und gar nicht als Notnagel für die Kandidatur. „Heike Koehler wäre als Kandidatin super gewesen, aber ich fühle mich nicht als Zweitbesetzung“, sagt er. Sich selbst charakterisiert er als jemand, „der gern gestaltet, Ziele entwickelt, projektiert und umsetzt“, dabei aber stets als Teamspieler agiere. Als erster Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, Chef des mittlerweile rund 4800 Mitglieder zählenden größten Sportvereins der Stadt und Vorsitzender des Sportrings habe er Lehrte in Sachen Sport, Wirtschaft und Bildung schon seit Jahren mitgestaltet. Am Bürgermeisteramt hätte er sicher „einen Heidenspaß“, sagt der 54-Jährige: „Und viele wollen ja frische Gesichter in der Politik sehen.“

Die Lage Lehrtes beurteilt der Immenser durchaus als positiv. Was ihn derzeit ein wenig störe sei jedoch, wie manche Dinge kommuniziert und umgesetzt würden. „Man müsste transparenter und mit den Bürgern mehr auf Augenhöhe sprechen, mit mehr Bürgernähe würden manche Probleme nicht aufkommen“, meint Prüße. Mit einer Wunschliste für die Stadt, wie sie erst vor wenigen Tagen der unabhängige Bürgermeisterkandidat Oliver Gels präsentiert hatte, kommt der potenzielle CDU-Kandidat nicht. Wenn zum Beispiel die Aufwertung der Innenstadt oder ein Badneubau so einfach zu bezahlen wäre, „hätten das ja andere schon gemacht“, meint Prüße.

Wohl aber nennt Prüße Punkte, die er in Lehrte gern anders hätte. Die Bebauung des ehemaligen Stadtwerkegeländes an der Manskestraße mit Wohnungen hält er jedenfalls für falsch. Diese Fläche sei eher etwas für eine Bebauung mit öffentlichen Projekten, etwa einem Neubau für das Gymnasium.

Dass Prüße neuer Bürgermeister von Lehrte werden möchte, liegt möglicherweise auch ein wenig in der Familie. Sein Bruder Ernst-Heinrich war fünf Jahre lang als CSU-Politiker Stadtoberhaupt in Lohr am Main, sein Urgroßvater Bürgermeister in Ilten. In die CDU ist Frank Prüße erst kürzlich eingetreten. Er habe aber den Christdemokraten schon immer nahe gestanden, betont er.

Laut Lehrtes CDU-Vorsitzendem Deneke-Jöhrens hatte es mit Frank Heinrich aus Ahlten noch einen zweiten Interessenten für die Kandidatur gegeben. Heinrich habe sich aber zurückgezogen, nachdem Prüße seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Mit Prüße habe die CDU deutlich bessere Chancen als mit ihm, wird Heinrich in einer Pressemitteilung zitiert.

Der Kommentar: Das wird spannend

Vor einem Monat, nach dem Rückzug von Heike Koehler als Kandidatin, war die CDU tief ins Jammertal gerutscht. Wen auch immer die Christdemokraten nun aufstellen würden, er (oder sie) wäre nur zweite Wahl, musste man denken. Weit gefehlt. Die Personalie Prüße ist eine dicke Überraschung – und der stadtbekannte LSV-Chef ein echtes Zugpferd.

Ab sofort ist der Wahlkampf eröffnet. Und der kann richtig spannend werden.Das liegt nicht allein an Prüße, der schon als Chef eines 4800 Mitglieder zählenden Vereins eine breite Basis in der Bevölkerung hat. Der Unabhängige Oliver Gels, der vor wenigen Tagen seine Absicht zur Kandidatur verkündete, macht die Kandidatenrunde bunt und munter. Auch er ist Vereinsvorsitzender, bei der Siedlergemeinschaft Glück Auf, und hat Anhänger in der Stadt.

Von Achim Gückel

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