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Lehrte Entspannt und nachhaltig: Das Fuchsbau-Festival
Umland Lehrte

Fuchsbau-Festival zieht 3000 Besucher nach Zytanien

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11:10 12.08.2019
Auf der Festivalwiese geht es entspannt zu. Quelle: Katja Eggers
Immensen

„Hallo Fuchsbau, seid ihr gut drauf?“, fragt der Sänger der Band Haion. Aus dem Publikum vor der Bühne schallt ihm ein kollektives „Ja“ entgegen. „Wir sind Haion, viel Spaß mit unserem Set“, sagt der Sänger. Im Publikum gehen die Daumen nach oben. Als die fetten Bässe aus den Lautsprecherboxen wummern, fangen die ersten an zu tanzen.

Die Musiker der Band Haion aus Hannover paaren elektronische Musik mit mehrstimmigem Gesang. Quelle: Katja Eggers

Haion liefern dazu elektronische Musik mit mehrstimmigem Gesang. Techno-Pop ist dabei, die Musik klingt ekstatisch, melodisch und wunderbar melancholisch. Die Menge tanzt. Auf der Wiese dahinter sitzen und liegen die Zuhörer auf Decken. Einige haben es sich auf einem Holzgerüst gemütlich gemacht. Pärchen halten Händchen und kuscheln. Es geht entspannt zu. Es ist Sommer. Es ist Fuchsbau-Festival – und rund 3000 Besucher aus ganz Deutschland sind am Wochenende dabei.

Konsumkritik, Kultur und Party gehen beim Festival eine spannende Mischung ein. Hier ein paar Impressionen:

Musik und chillige Stimmung gehören bei der mittlerweile siebten Auflage des Open Airs dazu, das früher in Hannover und bei Springe beheimatet war und nun zum dritten Mal auf dem Gelände der alten Ziegelei bei Immensen stattfindet. Diskurs, Kunst und Lesungen ebenfalls. Denn Fuchsbau ist mehr als nur Live-Bands erleben und Party machen. Die Organisatoren widmen sich immer auch aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen, gehen thematisch in die Tiefe, laden sich interessante Gesprächspartner für Podiumsdiskussionen ein.

Diesmal dreht sich das Festival um das Thema Supermarkt. Die Veranstaltung selbst präsentiert sich dabei ebenfalls als solcher. Bühnen heißen hier „Kasse 1“, „Feinkost“, „Storno“ und „Kühlregal“. Es geht um Konsum, Essen und Identität, Warenästhetik, Fair Trade, die Inszenierung von Produkten, das Zusammenspiel von Mensch und Natur, Kohlendioxidvermeidung und vor allem auch um Nachhaltigkeit. Und die spiegelt sich auch an allen Ecken und Enden des Festivals wieder.

Luyn Zou (von links), Johanna Löwe, Samira Körner und Nane Anna Bohn gehören zum Kollektiv Stress und präsentieren ein eigenes Festival-Label. Quelle: Katja Eggers

Statt Festival-Merchandise zu produzieren, wurde zum Beispiel exklusiv für das Festival das Modelabel 1-Off-Sale gegründet. Designer haben dafür Second-Hand-Kleidungsstücke zusammengetragen und im Upcycling-Verfahren (deutsch Wiederverwertung) neue Mode daraus kreiert. Illustrationskünstler Simon Schirmer malt beim Festival Designs auf upgecycelte Kleidungsstücke. „Ziel ist es, die Menschen zu motivieren, ihre alten Sachen nicht wegzuschmeißen, sondern daraus etwas Neues zu machen“, erklärt Luyu Zou vom Kollektiv Stress, das die Mode beim Festival bei einer Modenschau präsentiert und zudem zum Verkauf anbietet.

Snack-Pause im Pavillon. Quelle: Katja Eggers

Nachhaltigkeit wird aber auch sonst beim Festival groß geschrieben. Statt Bratwurst vom Grill gibt es vegetarische und vegane Kost. Die Macher verzichten im Backstagebereich auf Einweggeschirr und nutzen stattdessen Glas und Porzellan, das abgewaschen wird. An den Getränkeständen gibt es Mehrwegbecher. Vom Bahnhof Lehrte werden kostenfreie Shuttlebusse eingesetzt. Neben üblichen Dixi-Toiletten kommen mobile WCs mit Holzspänen zum Einsatz.Erstmals gibt es einen Wertstoffhof. „Wir trennen Müll und recyceln ihn“, erklärt Jannis Burkardt, der Produktionsleiter des Festivals.

Ermöglicht haben all das und die Organisation von sechs Food-Ständen und fünf Bars sowie etwa 50 Programmpunkten auf fünf Bühnen rund 180 meist ehrenamtliche Helfer. Viel Aufwand und ein breitgefächertes Sortiment also im Fuchsbau-Supermarkt, aber dafür sicher auch viele zufriedene „Kunden“.

Das sagen die Festival-Besucher

Von den Besuchern hat es für das Fuchsbau-Festival jede Menge Lob gegeben. „Es ist total schön hier, die Stimmung ist sehr entspannt, und die Leute sind alle total nett – auch die Organisatoren“, sagte etwa Paula Blömers aus Frankfurt am Main. „Wir haben uns jederzeit wohl und nie allein gelassen gefühlt und würden auf jeden Fall wiederkommen“, betonte ihre Freundin Juliana Müller aus Offenbach. Sie lobte zudem das abwechslungsreiche Programm. „Besonders gut hat mir die Kochshow gefallen, wir waren zudem in dem Film ,Das melancholische Mädchen’ und haben danach das Gespräch mit der Regisseurin verfolgt“, erzählte sie.

Kevin Henning aus Rostock war ebenfalls zum ersten Mal dabei. „Das ganze Gelände hier ist ein Highlight“, sagte er. Der 29-Jährige lobte zudem die Sauberkeit auf dem Campingplatz und auf der Festivalwiese. „Das ist hier das sauberste Festival, das ich bisher kennen gelernt habe“, betonte er. Mehrfach habe er Helfer mit Greifzangen gesehen, die Müll aufsammeln. „Und ich habe auch das Gefühl, dass die Besucher ihren Abfall ordnungsgemäß entsorgen“, meinte Henning.

Online-Supermarkt: Camper bestellen knapp 1000 Produkte

Für ihre Besucher haben sich die Festivalmacher in diesem Jahr etwas Außergewöhnliches einfallen lassen: Lebensmittel, Getränke und sonstiges Zubehör mussten nicht mehr aufwendig auf das Gelände transportiert werden. Im Bestell-Supermarkt konnten die Festivalbesucher die Waren schon im Vorfeld ordern. Beim Festival standen die Produkte dann in Tüten parat und mussten nur noch abgeholt werden.

Produktionsleiter Janis Burkardt, der den Festival-Supermarkt leitete, zog schon am Sonnabend eine positive Bilanz: Insgesamt waren im Vorfeld 70 Online-Bestellungen für knapp 1000 Produkte eingegangen. „Das ist für das erste Mal mehr, als wir erwartet haben“, sagte er. Die Camper hatten vor allem schwere Produkte wie Wasser- und Bierkisten geordert. Obst und Fertigprodukte wie Ravioli waren ebenfalls gefragt. „Erstaunlich gut ging auch Hummus weg“, berichtete Burkardt. Von der Möglichkeit, sich für das Festival eine eigene Dixi-Toilette zu reservieren, hatte allerdings niemand Gebrauch gemacht.

Von Katja Eggers

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