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Lehrte Gut Adolphshof feiert buntes Hoffest
Umland Lehrte Gut Adolphshof feiert buntes Hoffest
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10:54 06.05.2019
Auf dem Hoffest herrscht großer Andrang. Quelle: Konstantin Klenke
Hämelerwald

  Eigentlich könnten Landwirte momentan jede Menge Regen für ihre Ernte gebrauchen. Für die Betreiber des Guts Adolphshof hatte dieser Wunsch am Sonntag sieben Stunden Pause. Denn von 10 bis 17 Uhr hatte das lang geplante Hoffest Vorrang – und die Betreiber Glück. Bei ordentlichem Wetter strömten wieder zahlreiche Besucher über das große Areal des Gutshofs und vergnügten sich: Während junge Besucher auf Eseln ritten, Stockbrot backten, Ziegen streichelten und in einem großen Strohhaufen herumtollten, hatten ältere Gäste Gelegenheit, sich bei Führungen und an Ständen über die Angebote des Guts zu informieren.

Solidarische Landwirtschaft: Kaum Lebensmittel aus Supermarkt

Zu diesen Angeboten gehört auch die Solidarische Landwirtschaft. Dabei beziehen Interessenten mindestens ein Jahr lang einen sogenannten Ernteanteil: Die Mitarbeiter des Adolphshofs versorgen die Kunden also mit Milchprodukten, Gemüse, Brot, Eiern sowie wahlweise auch Fleisch.

Hannelore Dankelmann und Klaus Precht gehören seit dem Projektbeginn vor fünf Jahren zu den Kunden der Solidarischen Landwirtschaft. „Im Supermarkt kaufen wir kaum noch Lebensmittel, es fällt kein Verpackungsmüll an und wir werfen keine Nahrung mehr weg“, nennt Dankelmann einige Vorteile. Dafür sei der Respekt vor den Lebensmitteln zu groß, ergänzt ihr Ehemann Precht: „Wir wissen zum Beispiel, wie die Tiere aufgewachsen sind, die wir essen. Das ist im Supermarkt nicht mehr durchschaubar.“

Tim Tiedemann, der das Projekt erklärte, beschrieb diese ebenfalls positive Erfahrungen: „Ich ernähre mich nun deutlich vielfältiger. Zum Beispiel habe ich vorher noch nie mit Petersilienwurzel gekocht.“ Auch wenn Deutsche wenig Geld für Essen ausgäben, glaube er, dass mit Umweltbewegungen wie Fridays for Future auch das Bewusstsein für eine umweltbewusste Ernährung steige.

Eine Band sorgt mit spanischer Musik für Unterhaltung. Quelle: Konstantin Klenke

Hofbetreiber wollen Ziegenmelkstand und Rinderstall bauen

Über die Solidarische Landwirtschaft hinaus stellten sich auch weitere Arbeitsbereiche des Guts vor: Bei Verena Lüpper vom Bereich Bildung konnten Besucher kleine Blumentöpfe aus Zeitungspapier basteln und mit Erde und Blumensamen füllen. In der Werkstatt des Adolphshofs boten die Mitarbeiter der Sozialtherapie selbstgebastelte Karten, Stoffbeutel und Holzerzeugnisse zum Verkauf an. Gleiches tat der Hofladen mit den Demeter-Produkten des Adolphshofs.

Mit dem Ende des Fests schauen die Betreiber des Guts nun auf ihre nächsten Vorhaben: Laut Uwe Schmida vom Bereich Solidarische Landwirtschaft wollen die Hofbetreiber im Laufe dieses Jahres einen Ziegenmelkstand bauen sowie einen neuen Rinderstall und eine Scheune für Gemüselagerung errichten: „Außerdem hoffen wir, dass wir von einem zweiten Hitzesommer verschont bleiben.“ Schmida, der das Hoffest mitorganisiert hat, zeigte sich mit dessen Verlauf zufrieden: „Wir freuen uns, dass so viele Menschen gekommen sind. Das war ein rundum gelungener Tag.“ Anders ausgedrückt: Jetzt darf es auch auf dem Adolphshof regnen.

Adolphshof beschäftigt 100 Mitarbeiter

Gut Adolphshof ist Angaben seiner Mitarbeiter zufolge einer der am längsten ökologisch betriebenen Bauernhöfe Norddeutschlands: Der Hof wurde 1827 errichtet, seit 1952 folgt die landwirtschaftliche Produktion den ökologischen Demeter-Richtlinien. Das bedeutet unter anderem, dass der Hof sein Tierfutter größtenteils selbst herstellt und mit dem Tiermist seine Felder düngt.

Neben dem landwirtschaftlichen Bereich setzt der Adolphshof noch zwei weitere Schwerpunkte: Die Mitarbeiter des Bereichs Bildung organisieren Projekte für Schulklassen und Gruppen. Im Bereich Sozialtherapie lernen Menschen mit geistiger Behinderung, handwerklich zu arbeiten, um später im Idealfall auf dem Arbeitsmarkt eine Beschäftigung finden.

Gemeinsam beschäftigen die drei Arbeitsbereiche mehr als 100 Mitarbeiter. In der Sozialtherapie werden 55 Menschen betreut, 44 von ihnen wohnen auch auf Gut Adolphshof. Die landwirtschaftlichen Flächen des Adolphshofs umfassen 1,3 Quadratkilometer. Seit Januar vergangenen Jahres ist der Hof im Besitz der HB-Stiftung Berneburg.

Ziegen streicheln oder Kühe füttern war auch möglich: Der Adolphshof hat nicht nur ein buntes Programm, sondern auch seine landwirtschaftliche Vielfalt präsentiert. Quelle: Konstantin Klenke

Von Konstantin Klenke

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