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Lehrte Fünftklässler lernen den toten Winkel kennen
Umland Lehrte Fünftklässler lernen den toten Winkel kennen
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16:09 29.01.2019
Die Hämelerwalder Oberschüler lernen den toten Winkel an einem Lastwagen kennen. Quelle: privat
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Hämelerwald

Nach dem schrecklichen Unfall am Lehrter Ostring vor anderthalb Wochen, in dessen Folge eine Elfjährige starb, ist im Stadtgebiet der Ruf nach Abbiegeassistenten für Lastwagen laut geworden. Auch über die großen Tücken des toten Winkels wird erneut diskutiert. Die Fünftklässler der Oberschule Hämelerwald am Riedweg haben jetzt in einer praktischen Übung mit einem echten Lastwagen gelernt, was es mit diesem für den Fahrer nicht einsehbaren Bereich auf sich hat.

Jeder Fünftklässler stieg dabei in die Fahrerkabine des Brummis, setzte sich ans Steuer und stellte dann mit eigenen Augen fest, was von seiner Position aus zu sehen war – und vor allem, wer oder was eben nicht zu sehen war. Zu diesem Zweck positionierten sich mehr als 30 Mitschüler vor dem Lastwagen und entlang der potenziell gefährlichen Beifahrerseite. Die Fünftklässler waren überrascht, dass sie niemanden sehen konnten. Diese Tatsache beeindruckte und erschreckte sie sehr. „Das war krass“, sagte etwa Maili: „Ich hätte nie gedacht, dass so wenig zu sehen ist.“

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Anlass dieses Versuchs waren die Fragen vieler Kinder nach dem tragischen Unfalltod der Elfjährigen in Lehrte. Für die Klassenlehrerteams der Oberschule war schnell klar, dass theoretische Erklärungen allein nicht ausreichen. Die Kinder sollten am praktischen Beispiel erfahren, warum sie sich immer rückversichern müssen. Den Lastwagen für das Experiment stellte ein Hämelerwalder Unternehmer kurzfristig zur Verfügung. Fünftklässler Yanik zog schließlich ein Fazit: „Ich muss mit meinem Fahrrad jeden Tag über zwei Kreuzungen. Jetzt gucke ich noch genauer, ob wirklich alles frei ist.“

Von Achim Gückel