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Lehrte Kein Plastik: Immenser wollen Bio-Kotbeutel für Hundetoiletten
Umland Lehrte

Kein Plastik: Immenser wollen Bio-Kotbeutel für Hundetoiletten

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11:08 24.09.2019
In die Hundetoiletten, hier etwa am Eingang des Hohnhorst-Parks in der Nähe des Fachwerkhauses, gehören künftig Bio- statt Plastiktüten, meint der Ortsrat Immensen. Quelle: Oliver Kühn
Immensen

Rund 50 Hundetoiletten gibt es im Lehrter Stadtgebiet – und deren Beutelspender sind in der Regel mit kleinen Plastiktüten gefüllt. Das soll sich ändern, meint die Gruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen im Immenser Ortsrat. Sie hat jetzt einen Antrag formuliert, die Stadt möge bei den Beuteln zumindest in Immensen, möglichst aber im gesamten Stadtgebiet, auf nachwachsende Rohstoffe wie Papier umsteigen.

Der Antrag liegt im Trend. In Supermärkten geht der Einsatz von Plastiktüten zurück, die Debatte um Mikroplastik in Wasser, Luft und Nahrungsmitteln schlägt hohe Wellen. Der vierköpfigen Mehrheitsgruppe im Immenser Ortsrat geht es nun laut eigener Formulierung darum, „Ressourcen zu schonen und Nachhaltigkeit als einen elementaren Grundsatz bei der Durchführung, Planung und Unterhaltung öffentlicher Einrichtungen zu sehen“. Daher fordere man, die Hundetoiletten künftig ausschließlich mit Beuteln aus nachwachsenden Rohstoffen zu bestücken.

„Es gibt Alternativen zur Plastiktüte“

Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Idee nicht. In der zuständigen Stelle im Lehrter Rathaus seien bereits Recherchen zu dem Thema angestellt worden, sagt Sprecherin Nele Domin. Und zwar nicht aus Anlass des Antrags aus Immensen, sondern angesichts der allgemeinen Diskussion über Plastikmüll. „Es gibt Alternativen zur Plastiktüte“, bestätigt Domin.

Angeboten werden im einschlägigen Handel unter anderem Hundekotbeutel aus Papier, aber auch aus einem Stoff, der zu bis zu 90 Prozent aus Zuckerrohrmasse besteht. Der Nachteil dieser Öko-Alternative ist der Preis. Die Zuckerrohrbeutel etwa kosten rund 50 Prozent mehr als die herkömmlichen aus Plastik. Dafür müsste der Kostenrahmen für den Betrieb der Hundetoiletten erweitert werden, und das ist Sache des Rates in den kommenden Haushaltsberatungen.

Lehrte ist bei Hundeklos spitze

Bisher werden die Hundetoiletten in Lehrte jährlich mit etwa 500.000 Beuteln befüllt. Das kostet rund 5000 Euro. Fast 60 Beutelspender sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Das ist angesichts einer Anzahl von zwischen 2500 und 3000 Hunden in Lehrte ein enormer Wert. In Sachen Hundeklodichte liegt die Stadt im Vergleich mit anderen Kommunen weit vorn. In Immensen gibt es derzeit zwei Hundetoiletten. In der Kernstadt sind es rund 30.

SPD will insektenfreundliche Straßenbeleuchtung

Aber nicht nur um die Beutel in den Hundetoiletten wird es im nächsten Immenser Ortsrat gehen. Die SPD-Fraktion hat ebenfalls einen Antrag eingereicht, der in Richtung Umweltschutz zielt. Sie wollen, dass bei der Straßenbeleuchtung insektenfreundliche warmweiße LED-Leuchten, sogenannte Full-Cut-Off-Leuchtmittel, zur Anwendung kommen. Kurzfristig sollte diese Technik bei Neuinstallationen, etwa im Helma-Neubaugebiet an der Arpker Straße in Immensen, berücksichtigt werden, meinen die Sozialdemokraten. Diese Leuchtmittel seien nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern auch des Artenschutzes sinnvoll. LED-Leuchten zögen weniger nachtaktive Insekten an als die herkömmlichen Kugelleuchten.

Der Immenser Ortsrat kommt am Mittwoch, 25. September, um 19 Uhr zur öffentlichen Beratung im Grünen Salon des Landgasthauses Scheuers Hof an der Lehrter Straße zusammen.

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