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Lehrte Ahltener wollen ein Komplettgutachten für ihre Grundschule
Umland Lehrte

Lehrte: Ahltener fordern Gutachten zur Grundschule

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18:15 11.06.2019
Wie soll es mit der Grundschule in Ahlten weitergehen? Rund 50 Besucher kommen zur Ortsratssitzung im Landhaus Behre. Einige fordern den kompletten Neubau der Schule. Quelle: Achim Gückel
Ahlten

Ahltens Grundschulgebäude sollen auf Herz und Nieren geprüft werden. Ein unabhängiger Gutachter soll die Bausubstanz im Detail anschauen, Mängel aufzeigen, Sanierungskosten errechnen und diese auch den Kosten für einen möglichen Neubau gegenüberstellen. Das hat der Ortsrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend nach fast zweistündiger Diskussion mehrheitlich gefordert. Die Ortspolitiker wollen sich auf diese Weise einen Überblick verschaffen, wie es baulich mit der Grundschule Im Dorf weitergehen soll.

Mensa und zwei Unterrichtsräume

Zu dem geplanten 2 Millionen Euro teuren Anbau, der unter anderem eine Mensa und zwei Unterrichtsräume enthalten soll, sagte der Ortsrat grundsätzlich ja. Der Neubau soll aber nicht direkt an den alten, mit PCB belasteten Gebäudetrakt angegliedert, sondern von diesem abgerückt werden. Außerdem fordern die Ahltener Politiker Änderungen in der Planung. Sie wollen, dass ein bisher geplanter Freibereich unter dem aufgesetzten Obergeschoss ebenfalls umgebaut wird. Dadurch entstünde eine größere Mensa, die nach dem Willen der Ortspolitiker auch als Versammlungsraum, etwa für Ortsratssitzungen oder Vereine, genutzt werden könnte. Darüber hinaus soll der Anbau mit einer WC-Anlage versehen werden, was bisher nicht geplant war.

Welche Zusatzkosten diese Wünsche verursachen würden, muss jetzt erst einmal ermittelt werden. Das Gutachten zur Bausubstanz werde mindestens drei bis vier Monate dauern, sagte Jürgen Adloff, Leiter des Fachdienstes Gebäudewirtschaft bei der Stadtverwaltung.

Forderung nach Dorfgemeinschaftsraum

Die Pläne für den dringend benötigten Anbau an die Ahltener Grundschule waren im April vorgelegt worden. Schon damals hatte der Ortsrat seine seit Jahren immer wieder erhobene Forderung nach einem Dorfgemeinschaftsraum erneuert. Jetzt kommt noch der Wunsch nach einem vollständigen baulichen Gutachten für die Grundschule hinzu.

So sehen die ursprünglichen Pläne für den Anbau an der Ahltener Grundschule aus: Der Ortsrat fordert Änderungen. Quelle: Stadt Lehrte

In ihrer Diskussion hatten die Kommunalpolitiker zuvor mehrfach die von der Stadt vorgelegten Pläne für den Anbau gelobt. Michael Wolbers (CDU) erinnerte aber daran, dass „die Räume, die von uns gewünscht sind, fehlen“. Man müsse sich über Details noch mehr Gedanken machen, forderte er. Und die in dem Anbau geplante Mensa gehöre eigentlich dichter an den Bereich der vorhandenen Aula. Dort seien schließlich die Toilettenanlagen. Denn die Entscheidungen, die man nun fälle, hätten über Jahrzehnte hinweg Auswirkungen. Dass Ahlten eine komplett neue Grundschule bekomme, sei aber „finanziell schwer vermittelbar“.

Timo Bönig (SPD) appellierte indes, man dürfe jetzt die Errichtung des Anbaus nicht verzögern. Die vorgelegten Planungen seien „grundsätzlich der richtige Weg“, bedürften aber noch ein paar Änderungen. Er sprach sich aber ebenso für die Schaffung des Versammlungsraums in dem Anbau aus wie Christian Klein-Heyl von den Grünen.

Stadt: Keine Schimmelbelastung

In der Ortsratssitzung äußerten mehrere Bürger Bedenken über die Bausubstanz der Grundschule. Die Heizungsanlage sei undicht, sagte eine Mutter, man habe Probleme durch Schimmelbelastung, PCB und andere Schadstoffe, behauptete ein Vater. Dem hielt Adloff entgegen, dass alle gemessenen PCB-Werte unter den zulässigen Grenzen lägen und man ansonsten keine Belastungen ermittelt habe. In keinem Raum gebe es Schimmel, sagte er.

Andere Gäste im Ortsrat stellten klare Forderungen auf. Man könne die alte Pausenhalle abreißen und dort einen mehrgeschossigen Neubau samt Mensa hinsetzen, sagte ein Ahltener. Nach und nach müsse die Grundschule durch einen vollständigen Neubau ersetzt werden, forderte er. „Es muss neu gebaut werden“, sagte auch eine weitere Bürgerin unter dem Applaus der rund 50 Gäste. Ob das sinnvoll und finanziell machbar wäre, soll nun das geforderte Gutachten eines Sachverständigen klären.

Von Achim Gückel

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