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Lehrte Blinde Zerstörungswut nervt Ehrenamtliche
Umland Lehrte

Lehrte: Arbeitskreis Natur vom Stadtmarketing beklagt Vandalismus und Vermüllung

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18:00 09.08.2019
Hier kann niemand mehr etwas lesen: Die Infotafel am Hohnhorstsee, die Erklärungen zum See und zur Entstehung der Autobahn liefert, ist vollständig beschmiert. Sie muss ersetzt werden. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Die Infotafel, die am Hohnhorstsee über die Entstehung der Autobahn und der Wasserfläche informiert, sieht verheerend aus. Unbekannte haben sie beschmiert und beschädigt. Reinigungsversuche schlugen fehl – und jetzt muss die Schautafel, die der Arbeitskreis Natur im Stadtmarketing errichtet und gestaltet hat, sogar komplett ersetzt werden. Das kostet eine vierstellige Summe. Und es nervt die Ehrenamtlichen in dem Arbeitskreis enorm.

Denn die Sache mit der beschmierten und demolierten Infotafel vor dem Übergang zur Autobahnraststätte ist kein Einzelfall. Schon oft gab es Zerstörungen an den öffentlichen Einrichtungen, die die Naturfreunde errichtet haben. „Wir sind schon manchmal ziemlich frustriert“, sagt Willy Goronczy, Sprecher des siebenköpfigen Kreises: „Wir müssen uns immer wieder mit diesen Dingen herumschlagen.“

Kokeleien an Sitzgruppe und Bänken

Die Infotafel am Hohnhorstsee ist dabei nur ein Beispiel. Auch an den Sitzgruppen am Ackerlehrpfad südlich der Kernstadt sowie an denen auf der Streuobstwiese vor der Hohnhorst gibt es laut Goronczy immer wieder Schäden durch blinde Zerstörungswut: „Die Bänke werden angekokelt, oft liegt dort viel Müll herum.“ Schon vor mehreren Jahren habe es eine ganze Reihe solcher Beschädigungen gegeben, dann habe die Anzahl der Taten nachgelassen. Seit kurzer Zeit verstärke sich aber der Vandalismus wieder.

Hier wurde gekokelt und randaliert: Wolfgang Röbber (links) und Jürgen Keuchel reparieren und streichen eine Sitzgruppe auf der Streuobstwiese vor der Hohnhorst. Quelle: privat

Im Fall der Infotafel am Hohnhorstsee hilft jetzt nur noch die Radikalkur. Sie wird durch eine neue ersetzt. 1500 bis 2000 Euro kostet das, schildert Sonja Truffel, Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins. Im Fall der beschädigten Sitzbänke haben die Ehrenamtlichen im Arbeitskreis mittlerweile zur Selbsthilfe gegriffen. „Die haben wir abgeschliffen und neu gestrichen“, sagt Goronczy.

Andere Projekte geraten ins Hintertreffen

Doch genau darin liegt ein Problem. Die Ehrenamtlichen haben wegen der vielen Arbeit an beschädigten Schautafeln und Bänken kaum noch Zeit, ihre nächsten Projekte zu bearbeiten. Das Vorhaben „Lehrte und seine Ortsteile entdecken“, das eine Art Online-Fremdenführer durch die Lehrter Dörfer werden soll, sei ins Hintertreffen geraten, sagt Truffel. „Wir kommen einfach nicht dazu, uns ordentlich dahinter zu klemmen“, pflichtet Goronczy bei.

Aber noch etwas frustriert die Ehrenamtlichen. Sie meinen, dass Anzeigen bei der Polizei nicht viel bringen. Wenn die Randalierer nicht bei ihren Taten gesehen würden, könne die Polizei nicht viel machen. Daher bitten Truffel und Goronczy jetzt die Lehrter darum, entsprechende Beobachtungen im Kommissariat zu melden. Versichert seien die Sitzgruppen und die über das Gebiet der Kernstadt verteilten Infotafeln nämlich nicht. „Das versichert Ihnen keiner“, sagt Goronczy. Einige der Tafeln habe man allerdings bereits mit zehn Millimeter dicken Scheiben aus Acrylglas geschützt: „Die kann man wenigstens gut von Schmierereien reinigen.“

Arbeitskreis feiert zehnjähriges Bestehen

Den Arbeitskreis Natur im Stadtmarketing gibt es seit zehn Jahren. Diesen runden Geburtstag wollen die Ehrenamtlichen beim Regionsentdeckertag am Sonntag, 8. September, auf der Streuobstwiese im Hohnhorstpark feiern. Dabei werden Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu), die Garten- und Tierfreunde vor der Hohnhorst, der Bund für Umwelt und Naturschutz, Imker sowie Mitarbeiter des Guts Adolphshof über Biokräuter und Pflanzen sowie ihre Arbeit und Projekte berichten.

Schüler aus der Lehrter Gruppe von Fridays for Future informieren über Möglichkeiten, Plastikmüll zu vermeiden, und zum Klimaschutz. Und schließlich werden die sogenannten Kräuterhexen, die ebenfalls im Arbeitskreis Natur beheimatet sind, Führungen durch den Heilpflanzengarten am Krankenhaus machen. Ein Obstverkauf sowie Lernspiele für Kinder und Auftritte von Musikschülern runden das Programm ab. Auch Speisen und Getränke wird der Arbeitskreis anbieten.

Von Achim Gückel

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