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Lehrte Jochen Braband ist der Natur auf der Spur
Umland Lehrte Jochen Braband ist der Natur auf der Spur
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11:32 21.08.2018
Sieht aus wie eine Mutation aus einem Horrorfilm: eine stinknormale Fliege. Quelle: Jochen Braband
Aligse/Lehrte

Sie sehen aus wie Mutationen aus einem Horrorfilm. Riesige, schwarze Facettenaugen, monströse Greifzangen, Beinhaare so dick wie Schilf: Die Aufnahmen von Jochen Braband faszinieren auf den ersten Blick. Der ambitionierte Lehrter Fotograf macht diese Bilder von Insekten wie Fliegen und Libellen oder auch von Spinnen mit der besonderen Technik des Focus Bracketing, automatischen Aufnahmereihen mit unterschiedlicher Scharfstellung und bis zu 100 Bildern und mehr für ein einziges Foto. Seine Werke zeigt der 70-Jährige ab dem 23. August bei einer Ausstellung in der Lehrter Volksbank.

Jochen Braband an einem seiner Lieblingsplätze, der Burgdorfer Aue in Aligse. Quelle: Oliver Kühn

Aufmerksame Leser werden einige seiner Fotos schon in dieser Zeitung gesehen haben, etwa eine Schwanenfamilie auf einem schwarz dräuenden Gewässer. Die meisten seiner Fotos hat Braband in Lehrte geschossen. Ein Lieblingsplatz ist die Burgdorfer Aue zwischen Aligse und Steinwedel. Da ist der 70-Jährige schon morgens um 5 Uhr unterwegs, wenn Libellen und Schmetterlinge noch schlafen. „Wegen der Kältestarre halten sie dann still.“ Dann schneidet er den Grashalm ab und setzt diesen mitsamt Tier auf eine Halterung eines Stativs zwei bis drei Zentimeter vor sein Makroobjektiv. Die Kamera löst dann automatisch Dutzende Aufnahmen aus, die später am Computer mit einem Spezialprogramm wieder zusammengesetzt werden.

Wenn man die Aufnahmen dann am Computer vergrößert, werden sie nicht wie sonst üblich immer unschärfer, sondern im Gegenteil immer schärfer und detailreicher. Die Nachbearbeitung einer einzigen Aufnahme kann dann schon mal zwei Stunden dauern. „Aber die Ergebnisse sind faszinierend“, freut sich der Fotograf jedes Mal wieder. So könne man die Tiere von einer ganz neuen Seite kennenlernen. „Insekten sind Wunderwerke der Natur, das flößt einem großen Respekt ein.“ Für diese Makroaufnahmen benutzt er eine Olympus, für Teleaufnahmen eine Fuji, für alles andere eine Canon. Und Brabands Können spricht sich rum: Für den Naturschutzverband Niedersachsen begleitet er derzeit das Schmetterlingsprojekt in Sehnde-Höver fotografisch.

Das Tier zu diesen Greifzangen kennt jeder - es ist ein Maikäfer. Quelle: Jochen Braband

Der pensionierte Lehrer hat früher an der IGS Langenhagen Sport und Mathematik unterrichtet. Doch seine künstlerische Ader hat er schon viel früher entdeckt. Mit seiner Band Verena & The Kilgarry Mountain Singers tourte er schon Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjahre durch Norddeutschland, trat mit der legendären Rockband Uriah Heep in der ZDF-Reihe „Drehscheibe“ und mit den ebenso bekannten Dubliners bei einem gemeinsamen Konzert auf. Vor einigen Jahren hat Braband mit seinem Partner Werner Stephan als Second Wind 3 in Eigenregie noch eine CD mit entspannter Folkmusik aufgenommen. Und Tennis spielt er immer noch bei den Sportfreunden Aligse.

Diese Prachtlibelle ziert auch das Ausstellungsplakat. Quelle: Jochen Braband

In seiner Ausstellung „Faszination Tierfotografie“ bei der Volksbank zeigt Jochen Braband 20 seiner Werke, das größte misst 120 mal 80 Zentimeter – dort ist jeder Tautropfen zu sehen, in dem sich manchmal sogar der Fotograf selbst widerspiegelt. Die Schau wird am Donnerstag, 23. August, um 18 Uhr in der Lehrter Volksbank, August-Bödecker-Platz 1, eröffnet. Sie ist danach während der Öffnungszeiten noch bis zum 21. September zu sehen.

Von Oliver Kühn

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