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Lehrte Neue hochmoderne Feuerwache ist offiziell eröffnet
Umland Lehrte

Lehrte: Die neue Feuerwache ist offiziell in Betrieb

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17:37 22.08.2019
Bürgermeister Klaus Sidortschuk (von links) übergibt den symbolischen Schlüssel an Stadtbrandmeister Jörg Posenauer und Lehrtes Ortsbrandmeister Marc Wilhelms. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Dieser Moment wird wohl in die Stadtgeschichte Lehrtes eingehen: Die neue Feuerwache an der Schützenstraße ist am Mittwochabend offiziell in Betrieb genommen worden. Bei einer Feierstunde in einer der Fahrzeughallen mit rund 200 Gästen aus Feuerwehr, Verwaltung und Politik übergab Bürgermeister Klaus Sidortschuk den symbolischen Schlüssel für den nagelneuen Gebäudekomplex an Stadtbrandmeister Jörg Posenauer. Dieser reichte ihn wiederum an Lehrtes Ortsbrandmeister Marc Wilhelms weiter. „Das ist ein einmaliges Ereignis für viele von uns Feuerwehrleuten“, sagte Wilhelms und unterstrich damit die Bedeutung des Moments.

Rund 200 Gäste sind bei der Feier in einer der Fahrzeughallen der neuen Feuerwache dabei, darunter auch die Altersabteilung der Feuerwehr sowie die Jugend- und Kinderfeuerwehr. Quelle: Achim Gückel

Sidortschuk hatte zuvor über die lange Planungszeit des mit aktuell 21,3 Millionen Euro kalkulierten Neubaus an der Schützenstraße gesprochen. Schon bei seinem Amtsantritt im Jahr 2011 habe ihm eine erste Studie für den Neubau vorgelegen, sagte der noch bis Ende Oktober amtierende Bürgermeister. 2015 gab es dann eine Machbarkeitsstudie, am 20. September 2017 den ersten Spatenstich. Und jetzt verfüge Lehrte über eine Feuerwache, die zu den modernsten in der Region Hannover gehöre und für andere Städte wegweisend und ein Vorbild sein werde.

Hauptamtliche Gerätewarte treten Dienst an

Die neue Wache sei nun „die Hülle für eine leistungsstarke Feuerwehr“, sagte Sidortschuk und ging auch auf die Tatsache ein, dass dort nun mehrere hauptamtliche Gerätewarte ihren Dienst antreten werden. Sie sollen auch Dienstleister für die Feuerwehren in den Ortsteilen sein. Das sei ein Zeichen, dass die Feuerwache in der Kernstadt auch Ehrenamtliche in allen Dörfern entlaste.

"Eine der modernsten Feuerwachen in der Region": Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Quelle: Achim Gückel

Den Umzug der Ortsfeuerwehr von der alten in die neue Wache vor einigen Tagen bezeichnete Sidortschuk als eine Aktion, die „wie eine Operation am offenen Herzen“ gewesen sei. Solch eine Aufgabe zu meistern sei eine enorme Leistung. Dabei sei die Einsatzbereitschaft der Truppe zu jeder Zeit gewährleistet gewesen. Der Bürgermeister erinnerte auch an den etwas rumpeligen Start der Bauarbeiten. Sie wurden im Herbst 2017 erst durch Frost verzögert und dann durch den Fund von Altlasten und eisenhaltigem Wasser im Erdreich monatelang lahmgelegt.

Dankt für den Mut und die Entschlossenheit, die neue Feuerwache zu bauen: Stadtbrandmeister Jörg Posenauer. Quelle: Achim Gückel

Stadtbrandmeister Jörg Posenauer dankte insbesondere dem Rat sowie der Verwaltung für den Mut und die Entschlossenheit, das kostspielige Projekt zu verwirklichen. Er erinnerte aber auch daran, dass die Lehrter Ortsfeuerwehr „eine der am meisten belasteten in der Region Hannover, wenn nicht sogar in ganz Niedersachsen“ sei. Da sei eine moderne Wache wichtig.

Die alte Feuerwache war unter anderem zu klein für die neueste Generation von Fahrzeugen. Sie hatte keine nach Geschlechtern getrennten Umkleiden, und in der Fahrzeughalle war nicht einmal genug Raum, um dort gefahrlos in die Fahrzeuge einzusteigen. Mit der neuen Feuerwache sei Lehrte nun hingegen „für sehr lange Zeit auf der sicheren Seite“, betonte Sidortschuk.

Gut gerüstet für die nächsten Jahrzehnte

„Wir sind nun gut gerüstet für die nächsten Jahrzehnte“, pflichtete Posenauer bei, goss aber auch etwas Wasser in den Wein. Denn die elektronische Schließanlage der neuen Wache, welche die Feuerwehr selbst gar nicht gewollt habe, funktioniere noch nicht richtig.

Ortsbrandmeister Marc Wilhelms sieht in der neuen Wache indessen auch eine Herausforderung für seine Truppe. Es gelte nun, „das Ehrenamt in das neue Gebäude“ zu transferieren. „Aber das Alte ist schnell vergessen, und wir freuen uns auf das Neue.“

"Das ist ein einmaliges Ereignis für viele von uns": Ortsbrandmeister Marc Wilhelms. Quelle: Achim Gückel

Die alte Feuerwache gibt es jetzt als detailgenaues Modell

Am 29. August 1982 ist sie eröffnet worden. Rund 10.000 Einsätze und 65.000 Übungsabende hat sie erlebt, heißt es. Jetzt steht die alte Wache der Lehrter Ortsfeuerwehr kurz vor ihrem Abriss. Sie muss weichen, um für den zweiten Bauabschnitt des Millionenprojekts an der Schützenstraße Platz zu machen.

Manch ein Lehrter Feuerwehrmann hat angesichts dieser Tatsache sicher eine Träne im Auge. Im Maßstab 1:87 wird das markante Gebäude mit der auffälligen rot-blauen Fassade aber erhalten bleiben. Die zwei Feuerwehrleute Silvio Fraterrigo und Niklas Wetjen haben das alte Gebäudeensemble nämlich als Modell nachgebaut. Bei der Eröffnung der neuen Feuerwache wurde das Miniaturmeisterwerk feierlich enthüllt. Und anschließend zog es viele Blicke auf sich – und verschlug manchem Betrachter fast die Sprache.

Rund zwei Jahre lang haben Fraterrigo und Wetjen an dem Modell im H0-Maßstab getüftelt. Sie haben dazu die Originalbaupläne der Stadt genutzt und die alte Feuerwache bis ins kleinste Detail nachgebildet – bis hin zum weiß-roten Windsack auf der Fahrzeughalle. Dabei half ein 3-D-Drucker, wie Fraterrigo verrät.

Wie viele Stunden die zwei modellverliebten Feuerwehrleute an dem Schmuckstück gearbeitet haben, können sie nicht genau sagen. Bei einigen Einzelheiten ihres sogar von innen beleuchteten Modells waren sie aber sehr genau. Die Lampen in der Miniaturfahrzeughalle etwa flackern hektisch. Und das hat seinen guten Grund: Das Lichtspiel leuchtet in genau jener Frequenz, wie es die großen und in die Jahre gekommenen Neonröhren in der echten alten Fahrzeughalle ebenfalls getan haben, erläuterte Ortsbrandmeister Marc Wilhelms schmunzelnd.

Von Achim Gückel

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