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Lehrte Fridays for Future: 300 Schüler streiken für das Klima
Umland Lehrte

Lehrte: Erste Fridays for Future Demo: 300 Schüler streiken vor dem Rathaus für das Klima

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00:24 17.06.2019
Der Protestzug zieht durch die Innenstadt über die Burgdorfer Straße bis zum Rathaus. Quelle: Patricia Oswald-Kipper
Lehrte

Die Botschaft der ersten Fridays-for-Future-Demonstration in Lehrte war eindeutig: Politiker sollen sich stärker für den Klimaschutz engagieren. Die 300 Jugendlichen appellierten bei der Kundgebung am Freitagmittag vor allem an ihre örtlichen Politiker. „Wir fordern, dass der Lehrter Stadtrat alle Entscheidungen unter den Aspekt der Klimaverträglichkeit stellt“, sagte der 15-jährige Luca Schneider vom Lehrter Gymnasium vor dem Kurt-Hirschfeld-Forum.

Er war einer der drei Organisatoren für die Lehrter Demonstration. In Lehrte gebe es mittlerweile viel Zuspruch für die bundesweite Fridays-for-Future-Aktion, betonte Abiturientin Kaja Klenke. Bisher sei ein fester Stamm von Schülern aus Lehrte regelmäßig zur monatlichen Demo nach Hannover gereist. „Wir finden, dass es das auch hier geben sollte. Da müssen die Teilnehmer nicht so weit fahren“, sagte Klenke. Die ständigen Fahrten nach Hannover seien zudem wiederum klimaschädlich, ergänzte Abiturientin und Mitorganisatorin Hannah Berwing.

Ariane Werner, Emily Newton und Fabiola Meyer haben ihre Schilder für die Demo selbst gebastelt. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Vordrucke für Unterschriften der Eltern

Die Aktion Fridays for Future ist bislang einzigartig im Umland von Hannover. Einen Monat lang haben die drei Schüler die Lehrter Aktion geplant. Dabei wurden Zettel gedruckt, die jeder Gymnasiast, der teilnehmen wollte, von seinen Eltern unterschreiben lassen musste, um nicht unentschuldigt beim Unterricht zu fehlen. Außerdem wurden Transparente und Schilder gebastelt und bemalt. Die Schulleitung wurde informiert. Kurz vor der Demonstration liefen die Organisatoren durch alle Klassen und warben für ihre Demonstration. „Es war uns ganz wichtig klarzumachen, dass es keine Schulveranstaltung ist“, so Klenke.

Jedem Schüler stand es dabei frei, bei der Aktion mitzumachen. Auch in anderen Schulen wie der Integrierten Gesamtschule (IGS) wurde für Fridays for Future getrommelt. Warum so wenige Schüler anderer Schulen kamen, konnte sich Kaja Klenke nicht erklären. Auch nicht alle Gymnasiasten machten mit. „In meiner Klasse wollten zwei bis drei Schüler lieber Unterricht machen und sind deshalb in der Schule geblieben“, erzählte Sören Baars aus der elften Klasse.

„Klima schützen ist kein Kinderspiel“

Bevor sich die jungen Demonstranten mit ihren Transparenten auf den Weg durch die Innenstadt machten, schrieben sie ihre Botschaften an die Politiker auf die roten Steine vor dem Forum. „Klima schützen ist kein Kinderspiel“, Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“, „Is there a Planet B?“, „Climate just now“, „Fällt Entscheidungen, keine Bäume“, „Dinos dachten auch, sie hätten Zeit“ steht dort nun geschrieben.

Lautstark mit Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!“ und „Hopp, Hopp, Hopp – Kohle-Stopp!“ zogen die Jugendlichen dann zum Rathaus.

Fridays for Future mit Kundgebung vor dem Rathaus: Auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Klaus Sidortschuk und Frank Prüße sprechen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz. Quelle: Patricia Oswald-Kipper

Dort sprachen nicht nur die beiden Bürgermeisterkandidaten Klaus Sidortschuk (SPD) und Frank Prüße (CDU) zum Thema Klimaschutz, auch Christian Gailus von den Lehrter Grünen motivierte die jungen Lehrter, ihre Aktionen fortzusetzen: „Ihr seid die Profis und wisst, was zu tun ist. Wir brauchen euch.“ Der Immenser Geowissenschaftler Markus Fernitz-Krüger forderte bei seiner Rede den künftigen Bürgermeister gar auf, „am Montag den Klimanotstand für Lehrte auszurufen“. Denn es sei nicht fünf Minuten sondern eine Minute vor zwölf. „Wir brauchen hier keine heiße Luft – die haben wir hier schon. Wir brauchen Taten.“

Rund 300 Schüler machten bei der ersten Demonstration von Fridays for Future in Lehrte mit. Ihre Botschaften an die Politiker schrieben sie auf Transparente, Schilder oder mit Kreide auf die roten Steine vor dem Forum.

Von Patricia Oswald-Kipper

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