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Lehrte Ex-Bürgermeisterkandidat Oliver Gels will Förderturm retten
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Lehrte: Ex-Bürgermeisterkandidat Oliver Gels will Förderturm retten

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17:00 01.12.2019
Der Förderturm des Werks Bergmannssegen-Hugo soll abgerissen werden Quelle: Reiner Luck (Archiv)
Lehrte

Er wolle sich nicht aus der Politik zurückziehen, hatte der parteilose Kandidat Oliver Gels nach seinem Achtungserfolg bei der Bürgermeisterwahl im Mai angekündigt. Nun will der Lehrter seine Ansage wahrmachen: Bei einer öffentlichen Veranstaltung am Montag, 2. Dezember, will er ausloten, ob er zur Kommunalwahl 2021 wieder antritt und dazu eine Wählergemeinschaft gründet. Verbinden will er das mit einem publikumswirksamen Thema – dem von dem Unternehmen K+S geplanten Abriss des alten Förderturms Bergmannssegen, einem kulturhistorisch bedeutsamem Lehrter Wahrzeichen. Dagegen will Gels Unterschriften sammeln.

„Bin kein Typ für die zweite Reihe“

Er habe zunächst den Bürgermeisterwechsel im Rathaus abwarten wollen, doch nun wolle er wieder politisch aktiv werden. „Ich werde immer wieder auf eine Kandidatur angesprochen“, sagt Gels. Für die Gründung einer Wählergemeinschaft unter seiner Führung sieht er durchaus Wählerpotenzial. Bei der Bürgermeisterwahl habe er schließlich 4345 von 22.104 abgegebenen Stimmen (19,7 Prozent) erhalten.

Die Idee für eine neue politische Gruppierung hatte er bereits im Sommer vorgestellt. Nun will er ausloten, ob er auch genügend Unterstützer findet. Denn als Einzelkandidat, der sich an eine Partei dran hängt, sähe er seine Zukunft nicht. „Ich bin kein Typ für die zweite Reihe, schließlich bin ich ja gegen den Bürgermeister angetreten.“ Wenn er seine Wähler vom Sommer auch in zwei Jahren mobilisieren könne, rechnet sich Gels drei bis vier Mandate im Rat aus. Neben einer bürgernahen Verwaltung und den seiner Ansicht nach zu vielen Kita-Plätzen in Containern hat Gels noch einmal deutlich sein Nein zu einem Neubau des Gymnasiums auf dem Schützenplatz betont. Im Schulzentrum Süd sei dies besser aufgehoben.

Zuversicht wie bei Villa Nordstern

Die Ankündigung, sich weiter um Lehrter Themen kümmern zu wollen, will der hauptberuflich als Kriminalbeamter tätige Gels nun mit einer Unterschriftensammlung gegen den geplanten Abriss des Förderturms des ehemaligen Kalibergwerks Bergmannssegen untermauern. „Es wäre sehr traurig, wenn Lehrte dieses Wahrzeichen verlieren würde.“ Von dieser Nachricht seien alle, mit denen er gesprochen habe, schockiert gewesen. Nach und nach verliere die Stadt wichtige kulturelle Einrichtungen beziehungsweise pflege diese nicht. Denn etwa auch die alte Dampflok am Bahnhof sei marode. „Die Kulturpflege ist aber ein wichtiger Bestandteil für eine Kommune und war ein für mich wichtiges Thema im Wahlkampf.“

Gels ist da durchaus optimistisch. Eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Villa Nordstern habe ja auch geklappt. Damals seinen in kürzester Zeit rund 4000 Unterschriften zusammengekommen, um die historische Villa vor dem Abriss zu retten. „Die bisherigen Äußerungen aus der Politik gehen in unsere Richtung, dennoch habe ich nicht vernommen, dass von dort eine Aktion veranlasst wird.“ Viel mehr enttäuscht sei er von der Äußerung „letztlich können wir das wohl nicht verhindern“ von Lehrtes Stadtbaurat Christian Bollwein.

Das 1912 eröffnete und vor 25 Jahren stillgelegte Werk Bergmannssegen-Hugo hat es einmal sogar zu einer gewissen Berühmtheit gebracht. 2003 diente das Gelände mit dem jetzt bedrohten Förderturm als Kulisse für die Dreharbeiten des TV-Zweiteilers „Das Wunder von Lengede“ über das Grubenunglück 1963 – denn dort gab es längst keine Förderanlagen mehr.

Die Versammlung am Montag, 2. Dezember, beginnt um 19 Uhr im Gemeinschaftshaus der Siedlergemeinschaft, Knappenweg 51.

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