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Lehrte Fledermäuse halten Winterschlaf im Bunker
Umland Lehrte Fledermäuse halten Winterschlaf im Bunker
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14:36 15.04.2019
Inzwischen sind alle Tiere ausgeflogen: Bernd Rose zeigt die Löcher der Hohlbacksteine, in denen sich die Fledermäuse einkrallen können. Quelle: Gabriele Gerner
Lehrte

Die Blumen fangen an zu blühen, Insekten schwirren wieder umher, und auch die Fledermäuse erwachen aus ihrem Winterschlaf. Seit Ende November haben die fliegenden Säugetiere nämlich geschlafen – wie auch in dem Bunker am Eisenbahnknotenpunkt Lehrte-Richtersdorf.

In Lehrte überwintern Braune Langohren. Quelle: Bernd Rose

Der denkmalgeschützte Spitzbunker ist einer von 53 Fledermaus-Winterquartieren, die der Naturschutzubund (Nabu) Burgdorf, Lehrte, Uetze betreut. Der 1948 gebaute Bunker, der Platz für 450 Personen bietet, ist der ideale Schlafplatz für die vom Aussterben bedrohten Fledermäuse: Kein Eindringling stört die Ruhe in dem dunklen, kühlen Gebäude. Außerdem ist es feucht genug für die Fledermaus: Sie braucht fast 100 Prozent Luftfeuchtigkeit beim Überwintern, damit die Flügelhaut elastisch bleibt. „Schließlich kann sich die Fledermaus, wenn sie schläft, nicht ihre Flügel säubern“, erklärt Bernd Rose, ehrenamtlicher Nabu-Fledermausbetreuer in der Region Hannover.

Fledermäuse schlafen in der Bunkerspitze

Vor zwölf Jahren hat Rose die Betreuung des Fledermausquartiers im Alten Bunker übernommen. Die Zahl der beobachteten Fledermäuse gibt er regelmäßig an die Untere Naturschutzbehörde weiter. Die Schlafstätte der inzwischen acht Fledermäuse besucht Rose nur mit festem Schuhwerk und Stirnlampe. Sein Weg über die Treppen des Bunkers führt an Metallschrott und Schutt vorbei bis zu einer steilen Leiter, die in die Bunkerspitze hinauf führt.

Eulen und Marder sind natürliche Feinde

Dort hat Rose einst als erste Amtshandlung die Fenster verkleinert, sodass keine Tauben ins Gebäude gelangen konnten. Ein weiteres Problem waren die glatten Wände des Bunkers: Sie bieten keine gute Möglichkeit zum Festhalten und sind damit kein optimaler Platz „zum Abhängen“ für die fliegenden Säugetiere. Instinktiv fürchten sich die Fledermäuse dabei vor Eulen und Mardern, ihren Feinden, die hierhin gelangen könnten. Deshalb hängte Rose Hohlblocksteine auf. „In den Löchern können sich die Tiere gut festkrallen“, sagt er. Zwei Jahre nach seinen „Umbaumaßnahmen“ fand er die erste Fledermaus in dem Bunker, die hier kopfüber hängend ihren Winterschlaf verrichtete. Inzwischen nutzen acht Braune Langohren den Bunker als winterliche Ruhestätte.

In Bergwerkstollen, weiß Rose, sind auch andere Fledermausarten im Winter zu finden. Der Fledermaus-Regionalbetreuer weist darauf hin, dass jeder mithelfen kann, den Nachtschwärmern ein Winterquartier einzurichten: Wer einen ungenutzten Kartoffelkeller oder einen Bunker auf seinem Grundstück hat, kann Rose unter Telefon (0 51 36) 8 12 65 kontaktieren. Er berät kostenlos, wie der Ort zum Schlafplatz für Fledermäuse umgestaltet werden kann.

Weitere Informationen über Fledermäuse und ihre Winterquartiere liefert Bernd Rose in einem Vortrag am Donnerstag, 18. April, im Haus der Jugend in der Sorgenser Straße 30 in Burgdorf. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Von Gabriele Gerner

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