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Lehrte Gefahrgutunfall auf Bahngelände zwischen Lehrte und Ahlten
Umland Lehrte Gefahrgutunfall auf Bahngelände zwischen Lehrte und Ahlten
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19:51 06.03.2019
Die Helfer tragen zur Sicherheit Chemikalienschutzanzüge. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

Ein Gefahrgutunfall auf den Gleisen des Rangierbahnhofs zwischen Lehrte und Ahlten auf der Strecke nach Hannover hat am Mittwochvormittag einen Großeinsatz ausgelöst. Ein Bediensteter der Deutschen Bahn hatte am Deckel eines mit Gefahrgut beladenen Kesselwagens Feuchtigkeit bemerkt und daraufhin gegen 11 Uhr die Feuerwehr alarmiert. Laut Christian Urban, Pressesprecher der Feuerwehr Lehrte, ist aus dem Waggon eine gefährliche Flüssigkeit ausgetreten. Der S-Bahn- und Fernverkehr war laut Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis jedoch nicht betroffen.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Bei der Chemikalie habe es sich dabei um Styren gehandelt, auch unter der Bezeichnung Styrol bekannt, erklärt Urban. Die Chemikalie ist klar und ölig und wird unter anderem in chemischen Laboren und bei der Herstellung von Kunststoffen eingesetzt. „Styrol ist entzündlich und gesundheitsschädlich, es kann die Augen, Haut und die Atemwege reizen.“ Er betont jedoch, dass für die Bevölkerung zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden habe. Dafür sei die ausgetretene Menge zu gering gewesen. Die Flüssigkeit sei zudem nur im Bereich des Deckels ausgetreten und nicht etwa in das Gleisbett getropft. Darüber hinaus seien Messtrupps im Einsatz gewesen. „In der Umgebungsluft wurde aber nichts festgestellt“, betont Urban.

Die Feuerwehrleute werden nach ihrem Einsatz dekontaminiert. Quelle: Katja Eggers

Zu dem Unfall war es laut dem Feuerwehrsprecher gekommen, weil sich am Waggon anscheinend ein Deckel gelöst hatte. Als die Mitarbeiter dies bemerkten, hätten sie sofort Alarm geschlagen. Die Kesselwagen gehören aber nicht der Bahn, sondern einem Fremdunternehmen, sagte Meyer-Lovis.

Spezialeinsatzkräfte in Chemikalienschutzanzügen und mit Atemschutz konnten die Öffnung, aus der die Flüssigkeit ausgetreten war, mit Spezialwerkzeug wieder sicher verschließen. Zuvor musst die Bahn jedoch erst noch die über den Zug verlaufenden Oberleitungen abschalten. Die Vollschutzanzugträger wurden nach ihrem Einsatz in einem speziellen Fahrzeug dekontaminiert. Helfer duschten sie in ihren Anzügen mit Wasser ab. Die Sperrung des Eisenbahnlängsweges konnte erst gegen 14 Uhr wieder aufgehoben werden.

Auch Bundespolizei rückt an

Im Einsatz waren außer der Feuerwehr Lehrte auch der Gefahrgutzug Region Hannover-Ost, die Berufsfeuerwehr Hannover, der Rettungsdienst und 30 Fahrzeuge. Die Bundes- und die Landespolizei war ebenfalls mit mehreren Beamten und Fahrzeugen angerückt – alles in allem rund 90 Kräfte. Auch ein Polizeihubschrauber kreiste über der Einsatzstelle am Eisenbahnlängsweg.

Weil 30 Fahrzeuge anrückten, wurde der Eisenbahnlängsweg komplett gesperrt. Quelle: Katja Eggers

Für die Feuerwehrleute war der Einsatzort zunächst wegen einer ungenauen Ortsangabe schwer zu finden gewesen. Sie wurden fälschlicherweise erst zum Bahnhof in Lehrte und erst nach genauer Erkundung zum Rangierbahnhof geschickt. Da der Zugang zu dem Bahngelände nur über den Eisenbahnlängsweg möglich war, wurden sämtliche Einsatzkräfte dorthin umgeleitet.

Eisenbahnlängsweg voll gesperrt

Die Straße entlang der Trasse sowie Teile der Bahnstrecke waren zwischen Lehrte und Ahlten mehrere Stunden komplett gesperrt. Der S-Bahn- und Fernverkehr war zwar nicht nicht betroffen, es gab allerdings Auswirkungen auf den Güterverkehr. „Auf dieser Strecke gab es einen Rückstau“, sagte Meyer-Lovis.

Von Katja Eggers und Oliver Kühn

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