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Lehrte Gymnasium ist Botschafterschule des EU-Parlaments
Umland Lehrte

Lehrte:Gymnasium ist Botschafterschule des EU-Parlaments

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18:01 10.05.2019
Ein Geschenk für den Paten: Die Mitglieder des European-Debate Clubs haben für David McAllister ein Sweatshirt angefertigt. Quelle: Foto: Sandra Köhler
Lehrte

Die Europaschule Gymnasium Lehrte ist jetzt auch noch Botschafterschule des Europäischen Parlamentes. Und zwar mit einem prominenten Paten: EU-Parlamentsmitglied David McAllister (CDU). Der hob nicht nur bei der Feierstunde zur Zertifizierung die Wichtigkeit des Europäischen Zusammenwirkens hervor und diskutierte mit Schülerinnen über Stärken und Herausforderungen der künftigen Weichenstellung. Sondern er wird in Zukunft Schnittstelle zwischen Schule und Europaparlament sein. Videobotschaften inbegriffen.

Schüler der Europaklasse des Gymnasium Lehrte begrüßen David McAllister mit Europafahnen. Quelle: Sandra Köhler

Warum sollen Schüler Botschafter einer Europäischen Union sein in der an allen Ecken und Enden knirscht und klappert? Das thematisierten Lehrer Klaus Perk und Schulleiterin Silke Brandes. Gerade jetzt, da Europa am Abgrund stehe, sei der richtige Zeitpunkt, sagte Perk: „Vor 20 Jahren haben wir über Mindestlohn und 20 Pfennig mehr geredet. Heute geht es um die Erderwärmung mit ihren Auswirkungen, die in ganz Europa diskutiert wird. Wenn Sie als Schüler sich jetzt nicht empören, wann dann?“ Flüchtlingskrise, nationale Interessen und Brexit: Gerade nach einer mehr als 60 Jahre andauernden, von vielen mittlerweile als selbstverständlich angenommenen Friedensperiode sei es umso wichtiger, klar zu machen, dass freie Wahlen, Frieden und Wohlstand eben nicht selbstverständlich sind.

Die Aufgabe: Mehr Bewusstsein für Europa schaffen

Botschafterschule für das Europäische Parlament:Damit gehört das Gymnasium Lehrte einem Netzwerk an, das sich durch ganz Europa zieht. 55 Botschafterschulen gibt es in Deutschland, acht davon in Niedersachsen. In Deutschland sollen es laut Lehrer Klaus Perk nicht mehr werden, in anderen Ländern wie Schweden allerdings schon. Alle Schulen setzten sich intensiv mit europapolitischen Fragen auseinander.

Ziel ist es, das Bewusstsein für Europa und für das Parlament zu stärken. Am Gymnasium Lehrte , das bereits Europaschule ist, wird dieses Vorhaben intensiv forciert: beispielsweise mit der Teilnahme an dem Programm Erasmus+, dem European Debate Club, Partnerschaften mit Schulen in Italien, Frankreich und Polen. Sogenannte Junior Botschafter vermitteln Wissen an andere. Künftig sollen in der sogenannten Europaecke auch Debatten aus dem Europaparlament gezeigt werden. Der Austausch mit Botschafterschulen in ganz Europa ist geplant.

„Die Europäische Union hat unser Leben zum Besseren gewendet. Wir müssen nun dafür sorgen, dass dies auch für diejenigen so bleibt, die nach uns kommen“ zitierte Perk den Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker aus dem „Weissbuch zur Zukunft Europas“. Es sei jetzt an der Zeit, Flagge zu zeigen für ein kräftiges Europa. „Es ist nicht so, dass in Europa alles gut ist, aber das kann doch kein Grund sein, alles kaputtzumachen. Sondern einer, Anlauf zu nehmen um die nächsten Hürden zu nehmen. Macht weiter so, mischt euch ein und nutzt alle Möglichkeiten, die ihr habt“, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk, auch im Hinblick auf das Engagement Jugendlicher für den Klimaschutz.

David McAllister diskutiert mit Marie Pinkert und Katharina Wilkending vom European-Debate Club über die Zukunft der Europäischen Union. Quelle: Sandra Köhler

„Wenn ich mit Gegnern der EU rede, komme ich mit immer ein wenig vor wie in einem Monty-Python-Film“, sagte McAllister: „Was hat die schon geleistet? 60 Jahre Frieden, ja und sonst?“ Mit der Erklärung von Frankreichs Außenminister Robert Schuman am 9. Mai 1950, die zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl führte, sei der Weg zur Europäischen Union bereitet worden. Und damit zu Stabilität, Demokratie, Frieden und Freiheit – Werten, die es zu erhalten gelte. Trotzdem müsse in der EU manches besser werden,transparenter, bürgernaher, effektiver und wettbewerbsfähiger.

Wirkliche Wertegemeinschaft

McAllister erläuterte bei einer Diskussion mit Schülerinnen aus der Oberstufe seiner Meinung nach notwendigen Schritte: Dazu gehören eine verbesserte gemeinsame Außenpolitik, ein funktionierendes europäisches Asylrecht und die Bereitschaft zu mehr Kompromissen für eine wirkliche Wertegemeinschaft. Der Patriot sei stolz auf sein Land, der Nationalist denke, dass sein Land besser sei als alle anderen, sagte David McAllister: „Nationalismus ist eine gefährliche Seuche.“

Von Sandra Köhler

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