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Lehrte Mädchen stirbt nach Unfall in Lehrte – Polizei ermittelt Müllwagenfahrer
Umland Lehrte Mädchen stirbt nach Unfall in Lehrte – Polizei ermittelt Müllwagenfahrer
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20:24 18.01.2019
Ein kleines Mädchen wird in Lehrte von einem Müllwagen erfasst. Quelle: Heidrich
Lehrte

Auf dem Weg zur Schule ist am Freitagmorgen eine Elfjährige an der Mielestraße in Lehrte tödlich verletzt worden. Als das Mädchen nach Angaben der Polizei um 7.10 Uhr an der Kreuzung von Mielestraße, Ostring und Pfingstanger die Straße überqueren wollte, wurde es angefahren. Die Schülerin kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik. Dort starb sie einige Stunden später.

Zeugen berichten, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen Müllwagen handeln soll. Dessen Fahrer hielt jedoch nicht an, um sich um das Mädchen zu kümmern, sondern flüchtete. Am Nachmittag konnte die Polizei einen 35-jährigen Fahrer eines Müllwagens ermitteln, der für die Tat in Frage kommt. Er gab an, den Unfall nicht bemerkt zu haben. Das betroffene Entsorgungsunternehmen überprüfte die Daten ihrer Wagen und konnte so den Hinweis auf den 35-Jährigen geben. Nach HAZ-Informationen soll es sich dabei um die Firma Veolia handeln.

Auf dem Weg zur Schule ist eine Elfjährige in Lehrte zunächst lebensgefährlich verletzt worden. Sie starb später im Krankenhaus.

Nach bisherigen Erkenntnissen war die Schülerin zu Fuß auf der linken Fußwegseite des Ostrings in Richtung des Pfingstangers unterwegs gewesen. In Höhe der Kreuzung wollte es den Ostring überqueren. Die für sie geltende Ampel habe Grün gezeigt, teilt die Polizei mit. Der bislang unbekannte Fahrer des Müllwagens, der mit seinem Fahrzeug stadtauswärts unterwegs war und von der Germaniastraße nach rechts in den Ostring einbiegen wollte, übersah das Mädchen offenbar.

Die Elfjährige erlitt bei dem Zusammenprall, den an der viel befahrenen Kreuzung mehrere Zeugen sahen, lebensgefährliche Verletzungen. Sie musste unter Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus gebracht werden. Gegen Mittag starb sie in der Klinik. Gegen den 35-Jährigen wird jetzt wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Nach seiner Befragung bei der Polizei konnte der Müllfahrer die Wache wieder verlassen.

Polizei bei Hellmich

Nicht weit vom Unfallort entfernt hat das Recycling-Unternehmen Hellmich seinen Sitz. „Die Polizei ist bereits am Morgen bei uns gewesen“, sagt Geschäftsführer Matthias Hellmich. Er ließ alle GPS-Daten seiner Fahrzeuge überprüfen. Dabei stellte er fest, dass keines seiner Fahrzeuge zum Zeitpunkt des Unfalls in der Nähe des Unfallorts gewesen ist. „Hoffentlich wird der Fall schnell geklärt“, sagt der Geschäftsführer. Auch die Unternehmen Remondis und aha gaben an, dass von ihnen kein Fahrzeug am Freitagmorgen im Bereich der Unfallstelle eingesetzt war.

Kriseninterventionsteam in Schule

Markus Böhm, Leiter der Realschule in Lehrte, bestätigte am Mittag, dass es sich bei dem verunglückten Mädchen um eine seiner Fünftklässlerinnen handelt. Er werde jetzt das Kriseninterventionsteam seiner Schule zusammenrufen.

Es ist bereits der zweite tödliche Lkw-Unfall binnen weniger Wochen, bei dem ein Schulkind von einem abbiegenden Fahrzeug erfasst wurde. Ende November war eine 16-jährige Schülerin in Burgdorf von einem abbiegenden Lastwagen überrollt und tödlich verletzt worden. Im April 2018 war hatte es einen ähnlichen tödlichen Unfall in Hannover gegeben. Damals war ein elf Jahre alter Junge von einem abbiegenden Sattelzug erfasst worden.

Weiterlesen: Lkw-Assistenzsysteme könnten viele Menschenleben retten

Von Tobias Morchner und Achim Gückel

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