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Lehrte Sidortschuk geht: „Ich bleibe Lehrter“
Umland Lehrte

Lehrte: Klaus Sidortschuk gibt das Amt des Brgermeisters ab.

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18:41 28.10.2019
Letzte Unterschriften am Schreibtisch im Rathaus: Klaus Sidortschuk gibt das Amt des Bürgermeisters in Lehrte ab und geht (vorerst) in den Ruhestand. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Man schreibt den 11. September 2011. Lehrte erlebt den größten kommunalen Wahlkrimi seiner Stadtgeschichte. Am Ende sind es nur rund 60 Stimmen, die das Rennen zu seinen Gunsten entscheiden: Sozialdemokrat Klaus Sidortschuk hat es gegen Christdemokrat Björn Rust mit Ach und Krach geschafft und wird Nachfolger von Jutta Voß. Vom mäßig bekannten SPD-Ratsherrn zum Bürgermeister der Stadt schafft es Sidortschuk in nur wenigen Monaten. Der Diplomverwaltungswirt und Referent aus dem Niedersächsischen Kultusministerium wird Stadtoberhaupt. Ein ausgewiesener Fachmann in Verwaltungsfragen ist er, ein Hansdampf in allen Lehrter Gassen ist er nicht. Und er will es auch gar nicht sein.

Vielleicht ist es genau dieses Bild, das Sidortschuk in seinen acht Amtsjahren begleitet hat wie ein grauer Schatten. Fachlich tadellos, in der Stadtgesellschaft nicht wirklich blass, aber eben meilenweit entfernt von dieser unübertroffenen Mischung aus Verbindlichkeit, Strahlkraft und handfester Durchsetzungskraft des früheren politischen Lehrter SPD-Übervaters Helmut Schmezko. Was Sidortschuk tat, war selten verkehrt, wurde aber gerade in jüngster Zeit oft argwöhnisch beäugt, hinterfragt, kritisiert. Das liegt in der Natur der Sache, war aber mitunter auch überzogen. „Sidortschuk muss weg“, forderte mancher vor der Wahl in Internet-Foren, weil ihm Einzelentscheidungen nicht passten oder Pannen wie etwa beim Ausbau der Backhausstraße auf die Nerven gingen. Das war legitim, aber nicht immer fair.

Frank Prüße ist wie ein Gegenentwurf

Am 1. November ist Sidortschuk weg. Frank Prüße von der CDU übernimmt das Ruder. Er ist kein Verwaltungsfachman, aber er ist tatkräftig, kommt bürgernah rüber und ist nicht allein durch sein Amt als Vorsitzender des Lehrter SV tief in der Stadtgesellschaft verankert. Er hat mehr Lehrter Stallgeruch als Sidortschuk, er ist so etwas wie der Gegenentwurf zum bisherigen Amtsinhaber. Aber er wird sich mit genau denselben politischen Dauerbrennern und Mammutaufgaben auseinandersetzen müssen wie Sidortschuk. Und Prüßes Bilanz ist am 1. November erst mal bei null.

Und was ist mit Sidortschuks Bilanz? Lehrte, da kann es keine zwei Meinungen geben, hat sich in seiner Amtszeit an allen Ecken und Enden verändert, entwickelt, neu aufgestellt. Es gab keinen Stillstand, auch wenn sich manches Projekt, etwa die Schulentwicklungsplanung, fast unerträglich in die Länge zog und noch zieht.

„Manche Prozesse dauern lange“

Man nehme die neue Feuerwache: Zum Amtsbeginn Sidortschuks im Jahr 2011 gab es dazu die erste Machbarkeitsstudie. Im Sommer 2019, der Bürgermeister war schon abgewählt, wurde Bauabschnitt 1 fertig und die Lehrter Feuerwehr konnte in den Neubau umziehen. „Manche Prozesse dauern mehr als eine Amtsperiode“, sagt Sidortschuk heute dazu. Und das liege nicht an Verzögerungstaktik, sondern an Planungs-, Vergabe- und Bauzeiten. Leicht vermittelbar sind solche Prozesse im Schneckentempo aber auch nicht.

Die Anzahl der Projekte, auf die Sidortschuk maßgeblich Einfluss hatte, ist ellenlang. Der Lückenschluss zwischen der Burgdorfer Straße und dem Zuckerzentrum mit dem C&A-Komplex, das neue Parkhaus, die Etablierung der IGS samt Oberstufe in Lehrte Süd, freies WLAN in der Innenstadt, die permanenten Anstrengungen in Sachen familienfreundliche Stadt – alles auch Projekte der vergangenen acht Jahre. Und in diesen Tagen nimmt schließlich der neue Ordnungsdienst seinen Kampf gegen wilde Müllentsorgung in der Innenstadt auf. Eine Herzensangelegenheit des scheidenden Bürgermeisters, deren Start jetzt wie ein letzter Gruß aus der Ära Sidortschuk wirkt und doch nur – mit Verlaub – eine Randnotiz darstellt.

Die Jagd nach den Baugebieten

Denn es gab viel Größeres in den vergangenen acht Jahren: Im jüngsten Kommunalwahlkampf etwa hatte Sidortschuks SPD versprochen, bis 2021 die stattliche Marke von 1000 neuen Wohneinheiten in der Stadt zu erreichen. Ein Vorhaben, dass beim Amtsantritt im Jahr 2011 noch für Kopfschütteln gesorgt hätte. Damals prophezeiten viele Fachleute, dass in Städten wie Lehrte die Bevölkerung schrumpfe. Wozu also Baugebiete? Doch die Fachleute irrten, und was seit der Mitte der Amtszeit Sidortschuks geschah, war eine nahezu schwindelerregende Jagd nach neuen Baugebieten – in Ahlten, Sievershausen, Arpke, Immensen, der Kernstadt.

Ungesund ist das für Lehrte nicht. Im Gegenteil. Die Stadt wächst, steht mit breiter Brust da, ist mehr denn je ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort im Speckgürtel Hannovers. Das jahrzehntelang geltende Image der grauen, tristen Eisenbahnerstadt ist (fast) weg. Das ist auch in Sidortschuks Amtszeit geschehen, und es ist ein Pfund, mit dem dessen Nachfolger nun wuchern kann.

Kontroversen, Beulen, laute Minderheiten

Der Weg durch die acht Jahre Amtszeit war für den scheidenden Bürgermeister oft steinig. Immer wieder gab es berechtigte Kontroversen, die ihm viele Beulen eintrugen. Etwa jene um die beabsichtigte Schließung des Schwimmerbeckens im Freibad. Und dann war da das Aus für die Kleingartenkolonie Feierabend. Wohnungsnot hin oder her: Sidortschuk war für manchen Lehrter derjenige, der die Kleingärtner plattgemacht hat. Diese Einschätzung ist nachvollziehbar, fair ist sie nicht. Sidortschuk selbst sagt heute, bei manchen Themen in seiner Amtszeit habe eine laute Minderheit von Beschwerdeführern die leise Mehrheit von Zufriedenen übertönt. Von der Hand zu weisen ist diese Einschätzung nicht.

Und welche Fehler hat Sidortschuk gemacht? Er selbst sagt, rein fachlich habe er sich nichts vorzuwerfen. Trotzdem sieht er kurz vor seinem Abgang aus dem Rathaus manches kritisch. Er sei vielleicht manchmal zu energisch gewesen, gibt er zu. Ein Vorwurf, der hinter vorgehaltener Hand mehr als nur einmal aus dem Rathaus zu vernehmen war. Im Umgang mit den Bürgern war es zwar Sidortschuk, der Einwohnerversammlungen und Infoabende bei kontroversen Themen zum Standard machte. Dass dabei oft genug die Bürger nach Hause gingen, sich bevormundet fühlten und meinten, „die da in der Verwaltung und im Rat“ machten sowieso, was sie wollten (etwa bei Straßenausbauten oder in Sachen Aldi-Logistikzentrum), war wie ein Fluch der gut gemeinten Tat.

Ein Rückzug ins Private

Nun also verlässt der 56-Jährige sein Büro im Nordflügel des Rathauses. Sein Schreibtisch ist so aufgeräumt wie immer in den acht Jahren. Auf einem Sessel liegt ein blau-gelber Volleyball – ein Geschenk von den Galliern der SF Aligse, deren Spiele Sidortschuk in den vergangenen Jahren immer wieder gern besucht hat. Fast wirkt der Ball wie ein Symbol für kommende Freiheiten. Denn womit Sidortschuk ab dem 1. November seine Zeit verbringen wird, sei dann allein seine Sache und die seiner Familie, betont er. „Ich trete in den Ruhestand, dann bin ich Privatperson“, sagt er, und es klingt durchaus Vorfreude in diesen Worten. Denn der Gegenwind, den er insbesondere in den vergangenen anderthalb Jahren immer wieder habe aushalten müssen, sei kräftezehrend gewesen und habe manches Mal zu Zweifeln geführt, gibt Sidortschuk zu.

Ein Zurück in den Beamtenstatus, den er vor acht Jahren unwiderruflich aufgab, gibt es für Sidortschuk ohnehin nicht. Stattdessen habe er nun aber viel Zeit für all das, was in den vergangenen acht Jahren zu kurz gekommen sei, betont er: Familie, Freunde, Hobbys. Er wolle „mal so richtig abkühlen“. Was aber in ein, zwei Jahren sei, wisse er noch nicht. Denn noch spüre er eine „gewisse Leistungsfähigkeit“, meint Sidortschuk. In welche beruflichen Aktivitäten das münden könne, sei aber noch völlig offen.

„Eines steht fest: Ich bleibe Lehrter“

Zwei Dinge allerdings stünden fest. Erstens ziehe ihn derzeit nichts zurück in die Politik, versichert Sidortschuk. Ambitionen auf neue Posten und Ämter in Lehrte hege er nicht. Aber zweitens bleibe er, was er seit rund 30 Jahren ist: Lehrter.

Diese Projekte in Sidortschuks Amtszeit waren besonders wichtig

Acht Jahre Amtszeit liegen hinter Lehrtes scheidendem Bürgermeister. Ein Überblick über wichtige Meilensteine seiner Amtszeit.

Die Innenstadt verändert ihr Gesicht: Im September 2012 eröffnen die Geschäfte in der neuen Ladenzeile an der Zuckerpassage. Quelle: Archiv / Achim Gückel

Der Lückenschluss in der City

Sieben Jahre lang klafft zwischen dem 2005 eröffneten Zuckerzentrum und der südlichen Burgdorfer Straße eine von einem bunten Zaun umhüllte Baulücke. Es gibt heiße politische Debatten um die Zukunft des Areals, Investorenwechsel und etliche Umplanungen. Im September 2012 wird dort endlich die neue Ladenzeile mit C&A- sowie Rossmann-Filiale eröffnet. Sie erfüllt die viel beschworene „Scharnierfunktion“ zwischen den zwei Einkaufsmeilen in der Lehrter Innenstadt. Fortan flanieren die Kunden zwischen Neuen Zentrum und Manskestraße in einer durchgängigen Einkaufsmeile. „Das ist ein guter Tag für Lehrte“, sagt Sidortschuk bei der Eröffnung der neuen Ladenzeile.

Das neue Parkhaus an der Poststraße prägt das Bild der Lehrter Innenstadt. Quelle: Archiv

Parkhaus: Abriss und Neubau

355 Stellplätze, sechs Parkebenen, moderne Sicherheitstechnik, rund 5 Millionen Baukosten: Kaum ein neues Bauwerk verändert während Sidortschuks Amtszeit die Lehrter Innenstadt so nachhaltig wie das im Juni 2016 nach rund einjähriger Bauzeit eröffnete neue Parkhaus an der Poststraße. Dafür war das alte, erst gut 30 Jahre alte, aber baufällige und in den Augen vieler Lehrter abgrundhässliche Parkhaus abgerissen worden. Und mit dem Neubau bricht Lehrte dann sogar mit einer bis dato gut gehüteten Tradition. Nämlich jener, dass Parken in der Lehrter Innenstadt nichts kostet. Im Neubau sind Gebühren fällig – und so richtig ausgelastet ist es bis heute nicht.

Klaus Sidortschuk (von links) übergibt den symbolischen Schlüssel für die neue Feuerwache an Stadtbrandmeister Jörg Posenauer und Ortsbrandmeister Marc Wilhelms. Quelle: Archiv / Achim Gückel

Das Mammutprojekt „Neue Feuerwache“

Es ist das kostenintensivste Bauprojekt, das der Rat der Stadt in Sidortschuks Amtszeit beschließt: die neue Feuerwache an der Schützenstraße. Weil der Altbau dort zu klein ist, den aktuellen Sicherheitsbestimmungen nicht mehr genügt und sogar schon ein Fahrzeug, dass zu hoch ist, nach Hämelerwald ausgelagert werden muss, fällt 2017 der Beschluss für den 21-Millionen-Euro-Neubau. Er bezieht eine komplette Umgestaltung des städtischen Baubetriebshofs mit ein und schafft die Voraussetzung für die Beschäftigung hauptamtlicher Gerätewarte, die künftig die Einsatzfähigkeit der Lehrter Feuerwehren am Tag gewährleisten. Die ersten Studien zum Bau der neuen Wache hat es schon 2011 gegeben. Eröffnet wird sie im August 2019, also erst nach Sidortschuks Wahlniederlage.

Ein Baugebiet nach dem anderen: Hier eröffnet Sidortschuk mit Ahltens Ortsbürgermeisterin Heike Koehler das Baugebiet Hannoversche Straße. Quelle: Archiv / Achim Gückel

Lehrte erlebt den Baugebieteboom

Im Jahr 2012 setzt sich der Rat der Stadt ein weitreichendes strategisches Ziel: Neue Baugebiete müssen her. In den Jahren danach beginnen die Planungen, spätestens ab 2017 geht es dann richtig los mit dem Bauboom – und zwar erst mit einem Baugebiet in Sievershausen, und mittlerweile auch an der Hannoverschen Straße in Ahlten, am Nordrand von Arpke sowie bald auch am Rand von Immensen und auf dem früheren Feierabend-Kleingartengelände und im Bereich der Tiefen Straße in der Kernstadt sowie sogar im kleinen Röddensen. Für all jene Baugebiete, die unter städtischer Hoheit stehen, ist jeweils eine neue Kita vorgesehen. Der Andrang auf die Bauplätze ist riesig.

Der Kampf um das Krankenhaus bestimmt über Jahre Hinweg viele Lehrter Diskussionen. Quelle: Archiv

Der Kampf um den Erhalt des Krankenhauses

Die Nachricht trifft Lehrte und dessen Bürgermeister im Jahr 2014 wie ein Fausthieb ins Gesicht. Das Klinikum an der Manskestraße soll schließen. Nicht rentabel genug sei es, heißt es. Die Lehrter sind aufgebracht, die Ratspolitiker verabschieden eine Resolution zum Erhalt des Krankenhauses. Die Aufrufe, das Haus unbedingt zu erhalten, hallen laut von Lehrte in die Region. Im Jahr 2016 beschließt die Regionsversammlung die Medizinstrategie 2020, die den Erhalt der Lehrter Klinik und deren Ausbau mit einem altersmedizinischen Zentrum vorsieht. Angang 2019 beteuert das auch Regionspräsident Hauke Jagau vor rund 300 Lehrtern im Hirschfeld-Forum. Nicht allein der Bürgermeister atmet auf, sondern die ganze Stadt. Heute sagt Sidortschuk, dass sei ein „Erfolg jedes Einzelnen“ in Politik und Verwaltung gewesen. Wer diesen parteipolitisch für sich allein reklamieren wolle, liege falsch.

Im Herbst 2015 kommen mehrere Züge mit Flüchtlingen in Lehrte an. Quelle: Archiv / Insa Catherine Hagemann

Lehrte schafft Platz für Flüchtlinge

Als im Herbst 2015 die Flüchtlingswelle Deutschland trifft, kommt Lehrte für einige Tage eine regionsweit wichtige Funktion zu. Mehrfach kommen am Bahnhof Züge mit Migranten an, werden auf Busse und auf Städte und Gemeinden in Niedersachsen verteilt. Auch Lehrte muss in diesen Tagen Enormes leisten. Es werden innerhalb kürzester Zeit Gemeinschaftsunterkünfte auf dem alten Stadtwerkegelände und in einer alten Lagerhalle an der Everner Straße für jeweils mehrere hundert Menschen geschaffen. Sidortschuk sagt, damals habe die Stadtverwaltung „bewiesen, wie enorm leistungsfähig sie ist“. Und die meisten Lehrter nahmen die Flüchtlinge hilfsbereit auf.

Mehr als vier Jahre dauert der in vier Abschnitte unterteilte Ausbau der Manskestraße. Quelle: Archiv / Renate Brämer

Vier Jahre und drei Monate Manskestraße

Vier Jahre und drei Monate: So lange, und damit länger als die halbe Amtszeit Sidortschuks, dauert die Sanierung einer der wichtigsten Erschließungsstraßen in der Lehrter Kernstadt. Im Jahr 2013 geht es am südlichen Ende der Manskestraße los, im August 2017 ist die ganze Sache mit den letzten Arbeiten am nördlichen Ende beendet.6,2 Millionen Euro kostet die Sanierung der 1,5 Kilometer langen Straße, rund 120 Anlieger werden über die Ausbaubeiträge mit zur Kasse gebeten. Doch im Vergleich zum Ausbau der Backhausstraße in Ahlten, der 2018 beginnt, geht das Großprojekt in der Kernstadt noch recht geräuschlos über die Bühne. Dort melden sich angesichts steigender Kosten und Baupannen die Anwohner lautstark zu Wort.

Die Auseinandersetzung um das Aldi-Logistikzentrum gehört zu den besonders kontroversen Themen der Amtszeit Sidortschuks. Quelle: Archiv / Achim Gückel

Der große Streit um das Aldi-Logistikzentrum

Im März 2016 stellt das Unternehmen Aldi Nord erstmals seine Vorstellungen für ein neues Logistikzentrum bei Aligse vor. Es soll die alte Firmenniederlassung in Sievershausen ersetzen.Gut ein Jahr später beginnt die heftige Gegenwehr von Bürgern gegen das Mammutprojekt des Discount-Riesen. Was dann folgt, sind zweifellos die härtesten Debatten zwischen Bürgern auf der einen Seite sowie Rat und Stadtverwaltung auf der anderen Seite, die Sidortschuk während seiner Amtszeit erlebt. Die Stadt erlebt eine Welle von Klagen. Sidortschuk und mit ihm die rot-rot-grüne Ratsmehrheit stehen zum Projekt. Bei der Wahl landet der Amtsinhaber in Aligse weit abgeschlagen hinter Herausforderer Frank Prüße.

Das Gymnasium muss dringen saniert und erweitert werden. Quelle: Archiv

Schulentwicklung ist der dickste Brocken

Zehn Jahre hat die Diskussion, zuweilen auch der Streit um die Schulstruktur in Lehrte gedauert. Vom ersten Tag im Amt bis zu seinem Ausscheiden beschäftigt Sidortschuk diese Mammutaufgabe. Die Einrichtung der IGS-Oberstufe in Lehrte Süd und den Beschluss, die gesamte Schule von Hämelerwald in die Kernstadt zu holen, sei ein Meilenstein, sagt der scheidende Bürgermeister heute. Doch die allergrößten Brocken in Sachen Schulentwicklung kommen erst noch – die Neubauten für IGS und Realschule in Lehrte Süd und die Erweiterung oder der komplette Neubau des Gymnasiums. Immerhin ist für ersteres schon das Raumprogramm beschlossen, für letzteres soll das an Sidortschuks letzten Tag im Amt am Mittwoch geschehen.

Auf diesem Parkplatz am Hohnhorstweg sollen demnächst Container für die Kita-Betreuung errichtet werden. Quelle: Archiv

Bei den Kitas hat Lehrte Zeit verloren

In Sachen Ausbau von Betreuungsplätzen in Kitas hat Lehrte während Sidortschuks Amtszeit Zeit verloren. Das gibt er unumwunden zu. Doch jetzt befinde sich Lehrte auf einem guten Weg, die Anforderungen erfüllen zu können. Fünf neue Kitas, unter anderem in der Kernstadt und in Ahlten, mit insgesamt 350 Betreuungsplätzen, sind beschlossene Sache. Ebenso wie ein Familienzentrum am Südring. Doch bis all diese Einrichtungen fertig sind, wird es noch etwas dauern, und Lehrte muss für die Betreuung der Jüngsten sogenannte Modullösungen einrichten, also Container aufstellen. Das ist nicht schön, aber derzeit der Weisheit letzter Schluss.

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Von Achim Gückel

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