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Lehrte Städtische Galerie Lehrte eröffnet multimediale Schau
Umland Lehrte

Lehrte: Künstlerinnen inszenieren Ritual der Blutsbrüderschaft

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13:41 07.06.2019
Joana Schulte (links) und Heike Schötker treten in ihren Gemeinschaftsarbeiten auch gern selbst auf. Quelle: privat
Lehrte

Gemeinschaft und Verbundenheit sind die großen Themen in der Ausstellung „Moral Crime“ von Joana Schulte und Heike Schötker. Die beiden Künstlerinnen bespielen mit der multimedialen Gemeinschaftsarbeit in den Sommermonaten Lehrtes Städtische Galerie. Die Schau wird am Freitag, 28. Juni, um 19 Uhr eröffnet. Zur Begrüßung spricht Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk. Julienne Frank vom städtischen Fachdienst Kultur wird in das Werk einführen.

Joana Schulte und Heike Schötker kennen sich vom Studium in Hannover. Die beiden Künstlerinnen arbeiten sowohl solo als auch im Duo und wechseln dabei gern die Identitäten. In früheren Kunstprojekten waren sie beispielsweise auch schon als doppeltes Lottchen mit roten Röckchen und langen Zöpfchen zu sehen.

Ihre Installation „Moral Crime“ haben sie eigens für die Städtische Galerie konzipiert und noch nie zuvor gezeigt. Schulte und Schötker verwandeln den Ausstellungsraum dazu in eine Art Kirche. Die Bühne wird zum Altar, der Saal zum Kirchenschiff, vor die Fenster kommen bedruckte Vorhänge. Das Sakrale wird noch zusätzlich durch eine selbst komponierte Klanginstallation betont. Zentraler Teil ist jedoch ein Film, der ebenfalls in einer Kirche gedreht wurde.

Schulte und Schötker treten darin selbst auf. Sie tragen lange, weiße Schleier und Gewänder, die an eine Hochzeit erinnern, und inszenieren das historische Ritual der Blutsbrüderschaft. „Dies gilt ja gemeinhin als Treueverpflichtung zweier nicht miteinander verwandter Männer“, erklärt Franke. Schulte und Schötker inszenieren dazu nun eine Art weibliches Gegenmodell. Die innere Verbundenheit drückt sich darin laut Franke allerdings nicht wie bei den Männern in Kampf und Krieg aus, sondern als weibliche Solidarität vor christlichem Hintergrund.

Schultes und Schötkers Gemeinschaftswerke stellen zudem ein Parodoxon zur alleinigen Urheberschaft eines Kunstwerks dar. „Dieses zunehmend im Kunstbetrieb zu findende Phänomen der Koproduktion wird bei den Künstlerinnen jedoch nicht adaptiert, sondern als Teil des künstlerischen Konzepts hinsichtlich seiner Funktion hinterfragt“, erklärt Franke.

Schulte wurde 1969 in Osnabrück geboren, Schötker 1968 in Langenhagen. Beide haben von 1995 bis 2001 Bildende Kunst an der Fachhochschule Hannover studiert und waren Meisterschülerin von Ulrich Eller.

Ihre Gemeinschaftsschau ist nach der Vernissage am Freitag, 28. Juni, noch bis zum 16. August zu sehen. Die Städtische Galerie, Alte Schlosserei 1, öffnet dafür dienstags bis freitag und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Katja Eggers

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