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Lehrte Nach 13 Jahren: Beim Derby kribbelt es noch immer
Umland Lehrte

Lehrte: Nostalgie beim ersten Stadtderby nach 13 Jahren

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17:55 27.10.2019
Frühere Spieler des FC: Manfred Kobe (von links), Torsten Posehn und der heutige Vereinsvorsitzende Marcus Bartscht. Quelle: Michael Schütz
Lehrte

Derbyluft lag am Sonntag über Lehrte – oder zumindest über der Hohnhorst. Denn auf dem Platz des FC Lehrte stand erstmals seit mehr als 13 Jahren wieder eines der traditionsreichen Lehrter Fußballderbys auf dem Spielplan. Der FC empfing in der Bezirksliga 2 nach dessen Aufstieg in der vergangenen Saison den Stadtrivalen SV 06. Und tatsächlich pilgerten Hunderte Zuschauer an den Hohnhorstweg, um das Spiel zu verfolgen, das mit einem 1:0-Auswärtssieg des SV 06 endete. „Um die 500 werden es wohl sein“, freute sich FC-Chef Marcus Bartscht. Bei anderen Mannschaften kämen in der 7. Liga zwischen 100 und 150 Besucher.

Mehr als 500 Zuschauer verfolgen das Derby auf dem FC-Platz am Hohnhorstweg. Quelle: Michael Schütz

Glorreiche Zeiten in der Landesliga

An glorreiche Zeiten, in denen die beiden Rivalen gemeinsam in der damals fünftklassigen Landesliga spielten und Fahrten bis nach Ostfriesland auf sich nehmen mussten, reichte die Kulisse allerdings nicht heran. Wenn es in den Achtzigerjahren Rot gegen Gelb hieß, kamen über 2000 Besucher auf die Plätze.

Auf beiden Seiten gibt es noch viele Besucher, die sich an diese Derbys erinnern können, darunter natürlich auch ehemalige Spieler. Manfred Kobe stürmte unter dem legendären Trainer Hartmut Neu für den FC. „Wir waren richtig gut damals“, meinte der 63-Jährige über sein Team von einst. „Wir hatten es von der 2. Kreisklasse bis in die Landesliga geschafft.“

Es gibt noch eine Rivalität

Bei seinem ersten Derby gab es bei den Gelben im 06-Stadion damals lediglich ein 0:0. „Aber im Rückspiel haben wir sie 4:1 besiegt.“ Davon habe man dann die ganze Woche gezehrt. „Und in der Stadt ist man angesprochen worden.“ Auch heute ist das Derby der beiden Teams kein normales Spiel. „Es gibt noch eine Rivalität.“ Aber wie früher sei es nicht mehr.

Bei Torsten Posehn, Mittelfeldspieler in der Neu-Ära, ist es ähnlich. „Es geht um die Nr. 1 in Lehrte“, sagt er. „Es kribbelt noch.“ Wenn man ein Derby verliert, müsse man sich die nächsten Tage in der Stadt einiges anhören.

Fusion hätte Kräfte freimachen können

Wenn es nach Posehn geht, sollte es allerdings gar keine Derbys mehr geben. „Ich hätte damals gern die Fusion der beiden Vereine gesehen.“ Im Jahr 2004 war über einen Zusammenschluss beider Vereine verhandelt worden, um die Kräfte in der Stadt zu bündeln. Die FC-Mitgliederversammlung hatte schon einstimmig dafür gestimmt. Der SV 06 allerdings hatte sich dann dagegen entschieden. „Sonst könnte Lehrte heute vielleicht sogar Oberliga spielen“, vermutete Posehn.

Bei aller Rivalität gibt es auch Versöhnliches: Zwei Fähnchen mit den jeweiligen Vereinsfarben hat jemand einträchtig nebeneinander gestellt. Quelle: Michael Schütz

Bei den Schwarz-Gelben war man den Tag entspannt angegangen. „Wir haben uns zum Frühschoppen getroffen“, erklärte Dirk Schlüter vom 1. Fan-Club der 06er. Danach hatte sich sein Club mit der Brigade Schwarz-Gelb, dem anderen Fan-Club, zusammen auf den Fußweg von der Mielestraße zum Hohnhorstweg gemacht.

Heutige Derbys sind entspannter, finden die 06-Fans Rainer Kalisch (von links), Dirk Schlüter und Christoph Wolf. Quelle: Michael Schütz

Bei einem Sieg wird gefrotzelt

Schlüter hat auch schon die Derbys vor gut 30 Jahren miterlebt. „Damals war es ein Highlight.“ Heute spiele der Amateurfußball nicht mehr eine so große Rolle. „Das sieht man schon an den Zuschauerzahlen.“ Bezirksliga sei eben nicht Landesliga. Etwas Besonderes sei es aber immer noch, befanden Schlüter und seine Fan-Club-Kollegen Rainer Kalisch und Christoph Wolf. „Bei einem Sieg kann man seine Arbeitskollegen oder Bekannten, von denen man weiß, dass sie FCler sind, schön aufziehen.“ Das dürfte am Montag nun wieder soweit sein.

Das erste Derby seit 13 Jahren: Die Mannschaften des FC (in Rot) und des SV 06 betreten den Rasen des FC-Platzes. Quelle: Michael Schütz

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Von Michael Schütz

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