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Lehrte Neue Feierabend-Kolonie kommt nur schleppend in Gang
Umland Lehrte

Lehrte: Nur wenige Pächter auf Kleingartenanlage Feierabend

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00:20 03.06.2019
Mehr sind es noch nicht: Auf dem Gelände der neuen Kleingartenkolonie stehen mittlerweile zwei Hütten. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Das Projekt war im Vorfeld unumstritten. Es kostet die Stadt Lehrte eine Menge Geld. Und jetzt scheint es nicht so recht in Gang zu kommen. Auf dem Gelände der neuen Kleingartenkolonie des Vereins Feierabend am Hohnhorstsee ist bisher nicht viel los. Erst fünf der 61 dortigen Parzellen waren bis Anfang Mai verpachtet. Für acht weitere gibt es Interessenten. Und auch das Vereinshaus lässt noch auf sich warten. Ist die Umsiedlung des Feierabend-Vereins von der Anlage an der Manskestraße an den Hohnhorstsee gescheitert?

Pirat sieht Projekt als gescheitert an

Zumindest Sebastian Frenger, Ratsherr der Piratenpartei und ein Gegner der Feierabend-Umsiedlung, sieht das genauso. Er hatte im Namen der Ratsgruppe aus CDU und Piraten unlängst Bürgermeister Klaus Sidortschuk (SPD) schriftlich gefragt, wie viele Pächter umgezogen seien und wann das Vereinshaus, das Ende 2018 eigentlich schon stehen sollte, endlich fertig wird. Die Zahlen, die Sidortschuk daraufhin nannte, sind für den Piraten ein Indiz, dass der Umzug der Kolonie in die Hose gegangen ist. Von den Pächtern der alten Feierabend-Parzellen an der Manskestraße sei nun am Hohnhorstsee kaum jemand mehr dabei. Nicht einmal Pflanzen seien umgesetzt worden, kritisiert Frenger.

Das alles verwundert den Ratsherrn nicht. Er schreibt in einer Mitteilung, die Umsiedlung sei ohnehin ein „erzwungener Versuch“ gewesen, den die betroffenen Kleingärtner nie gewollt hätten.

Umzug war Ende 2017 besiegelt worden

Die alten Hütten auf dem alten Feierabend-Gelände an der Manskestraße werden bald abgerissen. Quelle: Achim Gückel

Die Feierabend-Kleingärtner hatten im Herbst vergangenen Jahres ihre Parzellen an der Manskestraße räumen müssen. Dort soll demnächst ein Baugebiet entstehen. Den Vertrag zum Umzug des Vereins auf die neue Fläche am Hohnhorstsee hatte federführend der Bezirksverband der Kleingärtner mit der Stadt ausgearbeitet. Im Dezember 2017 war er, gegen die Proteste einzelner Kleingärtner, vom Rat besiegelt worden.

Der Kontrakt sieht unter anderem vor, dass die Stadt dem Verein für einen Neuanfang eine neue Kolonie zur Verfügung stellt. Für Entschädigungen, Umzug und Anlage der neuen Anlage waren damals mehr als 900.000 Euro eingeplant worden. Unter anderem soll es für die Kleingärtner, die umziehen, einen 2000-Euro-Zuschuss für den Bau einer Laube und einen Bonus für das Bohren eines neuen Brunnens geben. Es sei damit zu rechnen, dass etwa 30 Pächter diese Angebote annehmen würden, vermutete die Stadt Ende 2017.

„Die Sache wird einige Zeit dauern“

Von dieser Zahl ist man noch weit entfernt. Unter den fünf Pächtern und acht an einer Pacht Interessierten für die neue Kleingartenanlage befanden sich laut Sidortschuk Anfang Mai nur vier aus der ehemaligen Kolonie an der Manskestraße. Einen Schrecken jagt das den Verantwortlichen im Rathaus aber nicht ein. „Es war immer klar, dass diese Sache einige Zeit dauern würde“, sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Man sei zuversichtlich, dass die neue Kolonie bald schon ordentlich besiedelt sei. „Das ist eine völlig neue Fläche, und das dauert halt“, sagt er. Das Geld, das die Stadt dafür ausgibt, sei auch absolut kein rausgeworfenes Geld. Eine große Mehrheit im Rat habe auch für die Umsiedlung unter den im Vertrag festgeschriebenen Konditionen gestimmt. Wichtig sei aber, dass das Vereinsheim bald stehe. „Dann wird das eine tolle Anlage werden“, sagt Nolting voraus.

Ähnlich sieht es der Bezirksvorsitzende der Kleingärtner, Peter Heinze. „Dass sich eine Kolonie langsam entwickelt, ist völlig klar. Und ohne ein Vereinsheim hat man als Kleingärtner das Gefühl, dass der Verein noch gar nicht existiert“, sagt er. Dass der Bau sich verzögert hat, bedauert er sehr. Wahrscheinlich werde das Haus auch erst im kommenden Jahr errichtet, meint Heinze. Aber er werde versuchen, „das alles zu beschleunigen“. Denn weil das Vereinsheim noch fehlt, hätten einige interessierte Pächter bereits ihre Zusagen zurückgezogen. „Aber die kommen dann später, anderswo haben wir solche Dinge auch schon erlebt“, sagt Heinze.

Die Pächter werden jünger

Der Bezirksverbandsvorsitzende sieht zudem einen Wandel des Vereins Feierabend bevorstehen. Unter den neuen potenziellen Gartenpächtern seien viele junge Leute, an der Manskestraße sei der Altersschnitt der Gärtner hingegen sehr hoch gewesen. Heinze gibt aber auch zu, dass sich viele der früheren Pächter von der Manskestraße gar nicht für die Umsiedlung an den Hohnhorstseee interessieren und mittlerweile in andere Lehrter Kleingartenvereine auf dort brach liegende Flächen gezogen sind.

Was die Fläche am Hohnhorstsee angeht, ist Heinze aber mehr als optimistisch: „Das ist ein wunderbarer Platz für Kleingärtner, diese Anlage wird leben. Ganz sicher.“

Die neue Kleingartenkolonie hat 61 Parzellen. Nur wenige davon sind schon vergeben. Quelle: Achim Gückel

Von Achim Gückel

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