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Lehrte Hämelerwalder Politiker wollen mehr Polizei im Ort
Umland Lehrte

Lehrte: Politiker in Hämelerwald fordern mehr Polizei im Ort

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20:00 21.05.2019
Hämelerwalder Politiker fordern mehr Polizeipräsenz im Ort. Quelle: Symbolbild
Lehrte

Sechs Autodiebstähle innerhalb von zwei Wochen, seit Monaten schon immer wieder Meldungen über Einbrüche in Wohnhäuser: In Hämelerwald sind viele Bürger alarmiert. In Facebook-Gruppen werfen einzelne Schreiber der Polizei Untätigkeit vor und fordern auch von der Politik Engagement. Sogar erste Forderungen nach der Gründung einer „Bürgerwehr“, die abends und nachts im Dorf Streife gehen soll, kursieren im Netz. Jetzt schaltet sich die Ortsratsgruppe aus SPD, FDP und Grünen in die Sache ein. In einem offenen Brief fordert sie mehr Polizeipräsenz. Eine „privat organisierte Kriminalitätsbekämpfung“ lehnen die Politiker aber strikt ab.

Serie von Autodiebstählen beängstigt viele Hämelerwalder

Man habe die Entwicklung mit den Autodiebstählen und Einbrüchen mit großer Sorge beobachtet, sagt Ortsbürgermeister Dirk Werner (SPD). „Wir sind immer wieder von Bürgern auf diese Dinge angesprochen worden“, betont er. Die erschreckende Serie von Autodiebstählen nennen er und seine Mitstreiter in der Erklärung einen „vorläufigen Höhepunkt“ der Serie von Straftaten in Hämelerwald.

Man habe zwar großes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Polizei, sagt Werner. Zugleich sehe man aber die große Verunsicherung unter den Bürgern. „Daraus entsteht der Wunsch nach einer sichtbaren Präsenz der Polizei im Ort, dem wir uns uneingeschränkt anschließen“, so Werner. Kurz gesagt: Man will mehr Streifenfahrten, die Kriminelle abschrecken. Das habe die Lehrter Polizei auch schon zugesagt, betont Roland Panter (Grüne).

Vertreter der Polizei soll in den Ortsrat kommen

Die Politiker fordern außerdem, dass ein Vertreter des Kommissariats bei der nächsten Ortsratssitzung am 19. Juni nach Hämelerwald kommt. Mario Mantei, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, sichert das schon jetzt zu. „Da wird jemand von uns hingehen. Wir hoffen aber auch, dass sich die Lage bis dahin in Hämelerwald ändert“, sagt er. Denn Serien von Autodiebstählen oder Wohnungseinbrüchen endeten meist ebenso plötzlich wie sie begännen. Mantei sichert auch zu, dass man sich bis zur Ortsratssitzung die Statistiken über Einbrüche und Autodiebstähle in Hämelerwald noch einmal genau ansehen werde.

Die Kritik vieler Hämelerwalder, dass die Lehrter Polizei in der Ortschaft zu wenig präsent sei, lässt Mantei nicht gelten. „Uns ist die Problematik mit den Autodiebstählen und den Einbrüchen bewusst. Wir haben uns darauf eingestellt und sind im Rahmen unserer Möglichkeiten in der Ortschaft“, sagt er. Details der Ermittlungsarbeit nennt es indes nicht.

Klare Absage an „Bürgerwehren

Hämelerwalds stellvertretender Ortsbürgermeister Thomas Schorn (FDP) spricht unterdessen eine deutliche Warnung aus: „Die Bildung von Bürgerwehren lehnen wir ab.“ An die Hämelerwalder appelliert er „die Polizei ihren Job machen“ zu lassen. Es spreche aber nichts dagegen, wachsam zu sein und vielleicht einmal mehr hinzuschauen, was auf der Straße passiert. Sollte dabei etwas Verdächtiges auffallen, müsse man sofort die Polizei informieren und nicht selbst aktiv werden. Mantei bekräftigt diesen Aufruf.

SPD, FDP und Grüne im Ortsrat wiederholen unterdessen eine alte Forderung, die mit mehreren Jahren Abstand schon mehrfach in Hämelerwald erhoben wurde – jene nach einer eigenen Polizeidienststelle im Ort. Im Lichte des aktuellen Geschehens wäre solch eine Wache „sehr sinnvoll“, meinen die Politiker.

Polizeistation: Immer wieder hieß es Nein

Den Ruf nach einer eigenen Polizeistation für Hämelerwald hat der Ortsrat in den vergangenen zwei Jahrzehnten schon mehrfach vorgetragen. Er ist jedes Mal verhallt. Zuletzt geschah das im Jahr 2012, als der damalige Polizeipräsident Axel Brockmann persönlich die Absage erteilte. Es gebe keine besorgniserregende Entwicklung in der Kriminalstatistik, die eine Polizeistation für den Ort rechtfertige, hieß es seinerzeit. Damals war ein spektakulärer Einbruch in die Postagentur an der Fortunastraße Anlass für die Debatte.

Zuvor hatte es schon zwei Vorstöße für eine Polizeistation in Hämelerwald gegeben. Einen davon hatte der frühere Ortsbürgermeister und pensionierte Polizeibeamte Hugo Voges im Jahr 2005 gemacht – ebenfalls unter dem Eindruck einer Serie von Straftaten. Es hatte damals mehrere Überfälle auf die damalige Postagentur im Ortszentrum gegeben.

Die Hämelerwalder hatten stets damit argumentiert, dass die östlichen Dörfer im Lehrter Stadtgebiet sehr weit vom Kommissariat in der Kernstadt entfernt seien. Die Anfahrt eines Streifenwagens über 15 Kilometer dauere im Ernstfall zu lange. Im Jahr 2012 ging Brockmann in seiner Absage an die Hämelerwalder auf dieses Argument nicht ein.

Von Achim Gückel

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