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Lehrte Prüße sieht neues Gymnasium als wichtigste Baustelle an
Umland Lehrte Prüße sieht neues Gymnasium als wichtigste Baustelle an
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00:21 15.04.2019
Frank Prüße tritt für die CDU zur Bürgermeisterwahl in Lehrte an. Quelle: Antje Bismark
Lehrte

Die größte Baustelle der Stadt Lehrte befindet sich nach Einschätzung von Frank Prüße im Zentrum: Soll das Gymnasium am jetzigen Standort Friedrichstraße einen Neubau erhalten? Oder wagen Rat und Rathaus den großen Wurf mit einem neuen Gebäude am Schützenplatz? Egal zu welcher Entscheidung sich Lehrte am Ende durchringen wird: Sie wirkt sich unmittelbar auf die Entwicklung des Zentrums aus, davon ist der CDU-Bürgermeisterkandidat überzeugt.

Im Gespräch: Frank Prüße und Redaktionsleiterin Antje Bismark. Quelle: privat

Und deshalb startet der 55-Jährige, der erst im Januar in die Partei eingetreten ist, den Spaziergang zur Bürgermeisterwahl mit Redaktionsleiterin Antje Bismark am Sek-II-Gebäude. Von dort führt der Weg an der Mensa und der Albert-Schweitzer-Schule zum Sek-I-Gebäude, teils denkmalgeschützt, teils neu gebaut und vom Abriss bedroht. Prüße kennt als Vater dreier Kinder im Alter zwischen 13 und 15 Jahren die Räume in ihrem Ist-Zustand, der nur unwesentlich von seiner Erinnerung abweicht, die er als Abiturient in den Klassenzimmern gesammelt hat. „Viel hat sich seitdem nicht geändert“, sagt der Jurist, der als politischer Quereinsteiger den SPD-Kandidaten und Amtsinhaber Klaus Sidortschuk herausfordert.

Wettbewerb soll Standort ermitteln

Das Plädoyer von Lehrern, Eltern und Schülern nach einem Neubau kann er gut nachvollziehen. Gleichwohl: Ob dieser am jetzigen Standort entsteht oder, wie ebenfalls vorgeschlagen, am Schützenplatz – diese Entscheidung mag Prüße derzeit nicht treffen. „Dafür fehlen schlicht die notwendigen Fakten“, sagt er und spricht sich deshalb für ein entsprechendes Vergabeverfahren mit Wettbewerb aus, bei dem die Architekten für jeweils einen der beiden Standorte einen Entwurf erarbeiten sollen. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben. Aber die Pläne müssten eine Kostenschätzung enthalten, die nicht mit dem „dicken Daumen“ angegeben werden sollte. „Und dann soll Lehrte den besten Vorschlag realisieren“, sagt er.

Schützenplatz soll nicht umziehen müssen

Dabei formuliert er die Bedingungen, die er für den Schützenplatz für unabdingbar hält: Die Schule müsse eine Symbiose mit dem angrenzenden Stadtpark schaffen, und der Schützenplatz – derzeit an 350 Tagen im Jahr eine Brachfläche – sollte integriert werden. „Ich stelle mir zum Beispiel eine Multifunktionsfläche vor, mit einem Volleyball- oder Fußballfeld, einem grünen Klassenzimmer und einem Amphitheater“, sagt er. Sie müsse so beschaffen sein, dass die Anlagen während des Schützenfestes zurückgebaut werden. Dann könnten die Schützen wie gewohnt feiern, für ihn eine Voraussetzung, sollte der Schützenplatz den Vorrang erhalten vor dem jetzigen Gymnasiumsstandort.

„Wir haben die Chance, das Areal mit jungen Menschen zu beleben“, sagt Prüße, derzeit auch Vorsitzender des Lehrter Sportvereins. Dass er dieses Ehrenamt bei seiner Wahl aufgeben werde, verstehe sich von selbst, fügt er hinzu. „Vielleicht ist ein Bau am Schützenplatz der große Wurf fürs Zentrum und vor allem für die Schüler, vielleicht eröffnet er die Möglichkeit, den Pfingstanger einzubeziehen“, meint Prüße, aber: Niemand kenne derzeit die genauen Kosten, Chancen und Risiken. Dies gelte es, diese in einem Wettbewerb und Verfahren zu ermitteln. „Aber das ist kein Hexenwerk und verursacht keine zusätzlichen Kosten, weil wir externe Berater ohnehin für ein Vergabeverfahren in diesem Umfang benötigen“, sagt er und betont, dass er das Projekt sofort nach seiner Wahl anschieben würde. Es habe nach allen kommunalpolitischen Erfahrungen der vergangenen Wochen eine Priorität, sagt Prüße: „Schließlich könnte das jetzige Kerngebäude der Sek-I-Stufe in ein Wohnhaus umgebaut werden, als Kernstück eines neuen Quartiers, das wir entwickeln können“, sagt er.

Weitere Berichte zur Bürgermeisterwahl in Lehrte lesen Sie auf unserer Wahlseite.

Lehrte soll mit guter Entwicklung werben

Zugleich wünscht er sich, dass die Stadt offensiver mit ihren Vorteilen wirbt: „Ich finde Lehrte klasse, und ich weiß, dass viele Menschen so denken.“ Vor allem die beeindruckende Entwicklung der vergangenen Jahre müsse die Stadt zeigen – und das noch mehr nach außen tragen, sagt Prüße, dem die Kommunalpolitik von Tag zu Tag mehr Spaß macht. Die Entscheidung für eine Kandidatur habe er sich nicht leicht gemacht, aber: „Ich bin niemand, der sich vor einer Verantwortung drückt.“

Jurist engagiert sich in der Stadtgesellschaft

Auch wenn Frank Prüße in Ilten aufgewachsen ist: Der 55-Jährige bezeichnet sich als Lehrter. Schließlich hat er in der Eisenbahnstadt sein Abitur abgelegt, kehrte hierher nach einer Verwaltungslehre und dem Jurastudium zurück, um seine Kanzlei zu eröffnen. Längst lebt der Vater dreier Kinder mit seiner Familie im Stadtgebiet, engagierte sich unter anderem im Stadtmarketing und leitet derzeit den Lehrter SV. Das Ehrenamt deckt sich mit seinen Hobbys: Prüße spielt Basketball und taucht gern. bis

Von Antje Bismark

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