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Lehrte So verwandelt ein Zwölfjähriger die triste Wiese im Park in ein Biotop für Insekten
Umland Lehrte

Lehrte: So verwandelt ein Zwölfjähriger die triste Wiese im Park in ein Biotop für Insekten

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13:25 26.09.2019
Jonas Gieseke erfreut sich auf seiner Insektenwiese auch im Herbst noch an blühenden Blumen. Quelle: Katja Eggers
Lehrte

Blaue Kornblumen, gelbe Sonnenblumen, rote Zinnien und weiße Schafgarbe: Auf der Insektenwiese im Lehrter Hohnhorstpark blühen auch jetzt im Herbst noch etliche Blumen. Bienen und Schmetterlinge tummeln sich dort ebenfalls. „Im Sommer war das hier ein wahres Blütenmeer“, erinnert sich Jonas Gieseke. Seit der Zwölfjährige vor gut einem Jahr die Patenschaft für die 2000 Quadratmeter große Fläche zwischen Streuobstwiese und Hundeauslauffläche übernommen hat, ist das Areal kaum wiederzuerkennen.

„Früher glich das hier einer Wüste, wo es nur Gras und Unkraut gab, jetzt ist das ein echtes Biotop“, sagt Jonas. Er schätzt, dass auf der Insektenwiese mittlerweile rund hundert verschiedene Pflanzenarten wachsen. Viele haben sich dort selber ausgesät. Den Großteil hat die Stadt jedoch als Saatmischung ausgebracht. „Ich war total gespannt, was dann später dort blühen würde – viele Arten kannte ich gar nicht“, sagt Jonas.

Auf der Insektenwiese blühen auch im Herbst noch viele Blumen.

Insekten locken viele Vögel an

Die blühenden Blumen haben zudem viele Insekten angelockt. Neben Bienen und Hummeln hat Jonas auf seiner Wiese vor allem jede Menge Schmetterlinge gesichtet. „Ich habe hier unter anderem schon Kohlweißlinge, Admirale, Tagpfauenaugen und sogar den seltenen Bläuling fotografiert“, berichtet er stolz. Die Insekten zogen wiederum die Vögel an, selbst den seltenen Eichelhäher hat Jonas auf der Wiese schon beobachtet.

Sein Ziel, in Lehrte die Insektenvielfalt zu erhöhen und die Stadt mit der Blühwiese ein wenige farbenfroher zu gestalten, hat Jonas erreicht. Der Weg dahin war allerdings ungewöhnlich: Im April 2018 hatte sich der damals Elfjährige in einer Sitzung des Lehrter Rats zu Wort gemeldet und gefragt, was die Stadt denn gegen das Insektensterben unternehme. Mit seinem selbstbewussten Auftreten hat der Schüler auch Volker Kemmling, den damaligen Leiter des städtischen Fachbereichs für Umwelt, beeindruckt. Er machte Jonas kurzerhand zum Projektleiter und übertrug ihm die Planung und Gestaltung einer Insektenwiese.

Auf der Insektenwiese blühen auch im Herbst noch viele Blumen –wie Tagetes. Quelle: Katja Eggers

Greta Thunberg von Lehrte

Seitdem sind eineinhalb Jahre vergangen – und Jonas ist sehr zufrieden. Vom Naturschutzbund wurde er wegen seines unermüdlichen Einsatzes auch schon augenzwinkernd mit der jungen schwedischen Klimaaktivistin verglichen und als „Greta Thunberg von Lehrte“ bezeichnet. „Wenn ich sehe, wie es hier blüht und grünt, hat sich mein Einsatz auf jeden Fall ausgezahlt“, sagt Jonas.

Er hofft, dass seine Wildblumenwiese anderen künftig als Vorbild dient. Sein Wissen über Tiere und Pflanzen und die Gestaltung der Fläche gibt er daher gern weiter. Unter anderem hat der Zwölfjährige Besuchern im Juni beim Gartenfest der Region Rede und Antwort gestanden. „Ich freue mich immer, wenn die Menschen fragen“, sagt Jonas.

Lesen Sie dazu auch: So hat die Gartenregion ihr zehnjähriges Bestehen im Hohnhorstpark gefeiert

Papa ist jetzt Assistent

Die Entwicklung der Wiese hat der Schüler genau dokumentiert. Beim Fotografieren, Bestimmen der Tier- und Pflanzenarten und dem Archivieren am Computer hilft ihm sein Vater Carsten. „Der ist jetzt mein Assistent“, sagt Jonas augenzwinkernd.

Im Herbst soll die Insektenwiese gemäht werden. „Das ist eine Erhaltungsmaßnahme, dann können die Pflanzen im Frühjahr wieder neu austreiben – das Projekt Blumenwiese soll es in dieser Form auf jeden Fall weiterhin geben“, erklärt Lehrtes Stadtsprecher Fabian Nolting.

Die Insektenwiese grenzt mit ihren Pflanzen im Hohnhorstpark direkt an die Hundeauslauffläche. Quelle: Katja Eggers

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Von Katja Eggers

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