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Lehrte Stadt profitiert von Förderprogramm: Was passiert mit dem Bahnhofsquartier?
Umland Lehrte

Lehrte: Stadt bekommt Fördergeld für Ideenwettbewerb für Bahnhofstraße und Rathausviertel

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15:56 17.09.2019
Kommt im Ideenwettbewerb für das Viertel ganz genau unter die Lupe: die Brache zwischen dem Stellwerk am Ziegenbocksweg und der Bahnhofstraße. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Die Absicht ist schon vor mehreren Jahren formuliert worden: Der Bereich an der Bahnhofstraße und am Rathaus muss sein Schmuddelimage loswerden – und dafür soll erst einmal ein städtebaulicher Ideenwettbewerb her. Jetzt kommt dieses ehrgeizige Projekt endlich einen Schritt voran. Lehrte ist in das neue Programm „Zukunftsräume Niedersachsen“ aufgenommen worden. Mit einem Zuschuss aus dem mit insgesamt 5 Millionen Euro gefüllten Fördertopf will die Stadt nun endlich Schwung in die Sache bringen. Im Rathaus ist von „einem wichtigen Step“ die Rede. Unter anderem geht es bei dem Projekt um eine mögliche Bebauung der Brache zwischen Bahnhofstraße und Ziegenbocksweg.

Ende 2015 hatte der Rat der Stadt nach fast zweijähriger Arbeitsphase das sogenannte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verabschiedet und darin sogenannte Starterprojekte genannt – also solche baulichen Vorhaben, die Vorrang haben. Dazu gehörte auch die Neugestaltung des Quartiers an der Bahnhofstraße. Seither ist nicht viel passiert. Unter anderem gab es Verzögerungen bei der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, der große Teile der ungenutzten Flächen an der südlichen Bahnhofstraße gehören. Auch die Zusammenarbeit der Stadt mit anderen Behörden habe sich schwierig gestaltet, heißt es.

Förmliche Antrag bis Ende September

Umso erfreuter ist man nun über den Bescheid des Amts für regionale Landentwicklung Leine-Weser, der die Aufnahme in das neue Förderprogramm bestätigt. Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung ist nun ein förmlicher Antrag, der schon bis zum 30. September gestellt sein muss und der das Projekt genau beschreiben muss. Dafür könne man nun einen Experten der Architektenkammer hinzuziehen, hieß es am Montagabend im Bauausschuss der Stadt.

Bislang ist bei dem Thema einer Neugestaltung des Quartiers an der Bahnhofstraße noch vieles sehr schwammig. Dort gebe es „vielschichtige, in Wechselbeziehungen stehende Aufgaben, Flächenansprüche und Fragestellungen“ heißt es in einer offiziellen Mitteilung aus dem Rathaus. Auch von einer „Neuordnung des Entwicklungsgebiets“ ist die Rede. Konkret geht es dabei um die Brache zwischen dem Stellwerk am Ziegenbocksweg und der historischen Dampflok, welche die Bahn vor einiger Zeit mit einem hohen Zaun abgeriegelt hat.

Bahn zeigt endlich Entgegenkommen

Schon seit Jahrzehnten würde die Stadt diese zentrale Fläche Lehrtes gern ansprechender gestalten und eventuell bebauen. Das scheiterte lange Zeit an einer Blockade der Bahn. Mittlerweile gebe es bei dem Thema aber „eine grundsätzliche Zustimmung und ein Entgegenkommen“, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Eine große Herausforderung werde allerdings der Umgang mit den Leitungen der Bahn, die unter der besagten Fläche liegen.

Bevor an der Bahnhofstraße städtebaulich etwas passiert, sollen nun also Fachleute Impulse setzen. Der dafür angestrebte Ideenwettbewerb war, auf Anregung der Grünen, bereits Ende 2013 vom Rat einmütig beschlossen worden. Damals hatten die Politiker unter anderem auf Beschwerden von Anwohnern der Bahnhofstraße reagiert. Diese hatten sich über die Vermüllung des Viertels beschwert und die Gegend als „Schmuddelecke Lehrtes“ bezeichnet. So dicht am Bahnhof gelegen sei dieser Zustand alles andere als eine gute Visitenkarte für Lehrte, hieß es.

Wie viel Geld Lehrte aus dem vom Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung aufgelegten FörderprogrammZukunftsräume Niedersachsen“ bekommt, ist noch völlig unklar. Der Fördersatz liege in der Regel bei 60 Prozent der Kosten und je Projekt zwischen 75.000 und 300.000 Euro. Ende 2013 hatte der Lehrter Rat für den Ideenwettbewerb gerade einmal 5000 Euro in den Haushalt eingestellt.

Von Achim Gückel

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