Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Lehrte Lehrte bekommt modernste Feuerwache weit und breit
Umland Lehrte Lehrte bekommt modernste Feuerwache weit und breit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 02.03.2019
Bauleiter Sascha von Hof zeigt die neue Fahrzeughalle der Stadtfeuerwehr. Quelle: Achim Gückel
Lehrte

Das Ding ist groß. Richtig groß. 6 Meter hohe und 40 Meter lange Fahrzeughallen, die mächtigen Rolltore messen in der Höhe 4,50 Meter, blanke Fassaden, lange Flure. Gefühlt sind die Kabelstränge, die noch von der Decke hängen, kilometerlang, und die blanken Rohrleitungen sind allgegenwärtig. Lehrtes neue Feuerwache an der Schützenstraße, für die vor rund anderthalb Jahren der erste Spatenstich gesetzt wurde, setzt Dimensionen – nicht allein wegen ihrer Größe, sondern auch in Bezug auf ihre Funktionalität. Wenn sie fertig ist, werden die Lehrter Freiwillige Feuerwehr und die Stadtfeuerwehr über die modernste Wache weit und breit verfügen.

Im Sommer soll der erste Bauabschnitt fertig sein: Die neue Feuerwache für Lehrte. Quelle: Achim Gückel

Lehrte sei die erste Kommune in der Region Hannover, die sich in Sachen Feuerwache „zukunftsfest für die nächsten Jahrzehnte“ mache, sagte Bürgermeister Klaus Sidortschuk jetzt stolz bei einer Begehung der Baustelle. Nicht auszuschließen, dass schon in wenigen Jahren die Verantwortlichen anderer Städte und Gemeinden an der Schützenstraße schlange stehen, um sich anzuschauen, wie Lehrte das mit seiner megamodernen Feuerwache gelöst hat und wie dort gearbeitet wird.

Erste Überlegungen schon vor zehn Jahren

Die ersten Überlegungen, dass Lehrte eine neue Feuerwache braucht, gab es schon vor etwa zehn Jahren. Die alte Wache sei zu klein, moderne Fahrzeuge passten dort wegen ihrer Höhe und Länge bald nicht mehr rein, hieß es. Es gebe auch gravierende Mängel, lautete schon damals die Warnung – auch von der Feuerwehrunfallkasse. Im Jahr 2014 kam dann die politische Diskussion in Gang, im Mai 2017 gab es den Vertragsabschluss mit dem Generalunternehmer, der die Feuerwache in einem Verfahren der sogenannten öffentlich-privaten Partnerschaft erstellt.

Aber als im Herbst 2017 alles so richtig losgehen sollte, geriet die Sache erst einmal gewaltig ins Stocken: Altlasten im Erdreich, stark eisenhaltiges Wasser, alles gesondert zu entsorgen. Doch seit etwa einem Jahr läuft auf der Baustelle am Nordrand der Kernstadt alles rund. Der neue Zeitplan lautet so: Im Juli ist der erste Bauabschnitt des mit 20 Millionen Euro kalkulierten Bauvorhabens fertig. Dann zieht die Feuerwehr dort ein. Anschließend werden die alte Feuerwache und das ausgediente Wohnhaus an der Schützenstraße 49 sowie die sogenannte Taucherhalle im vorderen Bereich des Geländes abgerissen – und es folgt Bauabschnitt zwei, in dem auch der Baubetriebshof neue Werkstätten und eine 660 Quadratmeter große Halle bekommen wird. Mitte des Jahres 2020 soll dann das gesamte Projekt erledigt sein.

Handwerker geben sich die Klinke in die Hand

Auf der Baustelle herrscht Hochbetrieb. Quelle: Achim Gückel

Zurzeit geben sich auf der Großbaustelle allerdings noch die Handwerker die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Bei der Besichtigungstour mit Journalisten muss Bauleiter Sascha von Hof seine Gäste quasi im Slalom um Kabeltrommeln, Baumaterial und Maschinen herum führen. Er führt die Gäste in die zwei großen Fahrzeughallen, die jeweils acht Fahrzeugen Platz bieten und für die Stadtfeuerwehr sowie die Ortsfeuerwehr Lehrte vorgesehen sind. Es gibt einen mehr als 200 Quadratmeter großen Raum für die Kleiderkammer, Wasch- und Umkleidebereiche, eine Waschhalle für die Fahrzeuge, Büros, mehrfach unterteilbare Schulungsräume, lange Flure, Materialkammern und Werkstätten sowie Anlagen zur autarken Stromversorgung im Notfall.

Doch was auf den ersten Blick für eine Stadt wie Lehrte möglicherweise überdimensioniert aussieht, ist nach Ansicht der Verantwortlichen nichts mehr als zukunftsorientierter und notwendiger Standard. „Wir machen, was erforderlich ist“, betont Sidortschuk.

Im Boden der Fahrzeughalle sind Metallplatten zum Abladen der sogenannten Wechsellader sowie Kabel- und Leitungsrinnen eingelassen. Quelle: Achim Gückel

Die Lehrter Ortsfeuerwehr, die große Teile des Neubaus künftig nutzen wird, hat derzeit 85 aktive Einsatzkräfte. Stadtweit sind 450 Aktive im Dienst der Feuerwehren. Mit Fertigstellung der neuen Feuerwache wird Lehrte auch verstärkt auf hauptamtliche Gerätewarte setzen, die für Feuerwehr und Baubetriebshof gleichermaßen tätig sein sollen. Dieses sei aber keine hauptamtliche Wachbereitschaft und keinesfalls als Konkurrenz zu den Ehrenamtlichen zu verstehen, hatten Sidortschuk und andere politisch Verantwortliche der Stadt zuletzt immer wieder betont.

Zukunftssicherung auch in den Feuerwehrhäusern der Dörfer

Das mussten sie – denn immer wieder gab es Kritik aus dem Ortsteilen. Dort vernachlässige man die Feuerwehren, während man in der Kernstadt Millionen investiere, hieß es. Sidortschuk sieht das anders. Wenn die neue Feuerwache fertig sei, werde man mit der „Zukunftssicherung“ der Feuerwehrhäuser in allen Ortsteilen beginnen. Die entsprechenden Untersuchungen dazu seien erledigt, eine Prioritätenliste gebe es. Denn auch für die Feuerwehren in den Dörfern werde Lehrte alles machen, was erforderlich ist, versichert der Bürgermeister.

Das Baugrundstück ist fast zweieinhalb Hektar groß

Mit dem Bau der neuen Feuerwache wird auch das gesamte, 24.000 Quadratmeter große städtische Gelände zwischen Schützenstraße und dem kleinen Bach Blöckengraben vollkommen neu gestaltet. Eine sogenannte Alarmausfahrt für ausrückende Einsatzfahrzeuge, die in Richtung Aligser Weg führt, ist schon längst fertig, eine neue Halle und Lagerflächen für den Baubetriebshof werden noch angelegt. In die alte Fahrzeughalle der Feuerwehr kommen ab August neue Werkstätten.

Insgesamt 19.500 Quadratmeter des Grundstücks werden bebaut, davon 5700 mit neuen Gebäuden und 13.500 mit befestigten Flächen. Die gesamte Nutzfläche der Neubauten beträgt nach Angaben der Stadt 6400 Quadratmeter, der Rauminhalt 33.000 Quadratmeter. Bislang ist das Gesamtprojekt mit 20 Millionen Euro kalkuliert. Bürgermeister Klaus Sidortschuk betont aber, dass für mögliche Überraschungen beim zweiten Bauabschnitt 2 Millionen als sogenannte Sicherheit vorgesehen sind. Damit treffe man Vorsorge, falls bei den am Sommer anstehenden Erdarbeiten erneut Altlasten, teuer zu entsorgender Müll oder belastetes Wasser gefunden werden.

Eine Tour über die Baustelle: Einblicke in die neue Lehrter Feuerwache.

Von Achim Gückel

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Neuer Vorsitzender, altbekanntes Projekt: Die Mitglieder des FC Lehrte haben in einer Mitgliederversammlung Marcus Bartscht zum Vorsitzenden gewählt. Er löst Fred Koch ab und betont, das Projekt Kunstrasenplatz nicht aus den Augen zu verlieren.

27.02.2019

Ein 49-jähriger Autofahrer hat direkt am Lehrter Rathaus beim Rangieren einen Unfall verursacht. Er war nach Angaben der Polizei stark alkoholisiert. Nun ist der Mann seinen Führerschein vorerst los.

27.02.2019

Die finanzielle Lage der Stadt Lehrte ist derzeit rosig. Das Haushaltsjahr 2018 schließt mit einem voraussichtlichen Überschuss von mehr als 10 Millionen Euro ab. Doch für 2019 droht ein dickes Defizit.

26.02.2019