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Lehrte Stadt und Politik wollen Förderturm erhalten
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Lehrte: Stadt und Politik wollen Förderturm erhalten

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14:43 08.01.2020
Dem markanten Förderturm der stillgelegten Schachtanlage droht der Abriss. Quelle: Reiner Luck
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Lehrte

Diese Nachricht hatten viele Lehrter im November nicht glauben wollen: Das Unternehmen K+S will den Förderturm auf dem Gelände des Schachts Bergmannssegen am südwestlichen Rand der Stadt abreißen. Er sei nicht mehr wirtschaftlich zu erhalten und stehe zudem der geplanten Flutung im Wege, hieß es. Stadt und Politik wollen das Ende eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt aber nicht klaglos hinnehmen, wie in der jüngsten Ratssitzung offenbar wurde. „Wir wollen den Förderturm als Stadt erhalten, aber ob das durchsetzbar ist, werden wir sehen“, sagte Bürgermeister Frank Prüße. Noch in diesem Monat soll das Unternehmen dazu in dem Gremium Stellung nehmen.

„Die Entscheidung über einen Abriss ist noch nicht gefallen“, betonte Stadtbaurat Christian Bollwein. Die Situation sei aber kompliziert. Viele Behörden seien dabei beteiligt, denn es gehe um Fragen von Denkmalschutz und Bergbaurecht. „Wenn K+S kommt, beginnt die Diskussion.“ Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, ob eine Flutung des Schachts zur Stabilisierung auch ohne Abriss möglich wäre. Klaus Rumphorst, Leiter der stillgelegten Bergwerke von K+S, hatte aber schon im November gesagt, dass dies ohne die Beseitigung des Förderturms und der Förderhalle technisch weder möglich noch wirtschaftlich vertretbar sei. Der Turm sei verrostet und die Schachthalle sowie das Mauerwerk marode.

Grüne: So nicht hinnehmbar

Für den Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Ronald Schütz, ist das Vorgehen des Unternehmens so nicht hinnehmbar. „Wir teilen Ihre Sorgen“, antwortete er einem Bürger bei der Einwohnerfragestunde. Der Förderturm habe eine kulturhistorische Bedeutung für Lehrte und sei eine „Landmarke“. Der Boden unter dem Schacht sei „durchlöchert wie ein Käse“, K+S habe damit jahrzehntelang Geld verdient, erinnerte Schütz an die mehr als 100-jährige Geschichte des Kaliabbaus. „Und jetzt so ein Abschied? Das lasse ich so nicht durchgehen“, kündigte er an. Das Werk Bergmannssegen-Hugo wurde 1912 eröffnet und vor 25 Jahren stillgelegt.

CDU: Pflege ist kostspielig

Aber das Industrieensemble, zu dem noch das Fördermaschinengebäude und der Wasserturm gehören, müsse auch gepflegt werden, sagte Schütz. Das sei „nicht nur eine Lok“, womit er auf ein anderes Wahrzeichen der Stadt anspielte: die alte, aber inzwischen reichlich marode Dampflok hinter dem Bahnhof. Lehrte tue sich oft schwer mit seinen Denkmalen, er sei aber ein großer Fan solch alter Wahrzeichen. „Sie zu erhalten, ist wichtig für nachfolgende Generationen.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Deneke-Jöhrens gab zu bedenken, dass ein Erhalt der Landmarke sehr kostspielig sei. „Allein der Anstrich des Förderturm würde einen sechsstelligen Betrag kosten.“

SPD: Erhalten was geht

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Licht – nach eigenem Bekunden Enkel eines Bergmanns aus Sehnde – erinnerte an die Industrietradition der Stadt, zu der auch die ehemalige Zuckerfabrik und die Eisenbahn zählten. „Wir wollen jetzt den Sachverhalt aufklären und erhalten, was erhalten werden kann.“ Deshalb habe man auch die hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch eingeschaltet. Auch der ehemalige unabhängige Bürgermeisterkandidat Oliver Gels will den Turm retten und dafür Unterschriften sammeln. Eine Unterschriftensammlung für den Erhalt der Villa Nordstern habe vor einigen Jahren ja auch geklappt, sagte Gels. Damals seien in kürzester Zeit rund 4000 Unterschriften zusammengekommen, um die historische Villa vor dem Abriss zu bewahren.

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Von Oliver Kühn

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