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Lehrte CDU und Piraten fordern verpflichtende Sprachtests in Kitas
Umland Lehrte

Lehrte: Verbindliche Sprachtests an Kitas gefordert

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17:00 07.02.2020
Wer kennt schon im Kindergarten Buchstaben? CDU und Piraten wollen künftig die sprachlichen Fähigkeiten von allen Kindern in den Kitas testen lassen. Quelle: dpa (Archiv)
Lehrte

Die Stadt soll sich dafür einsetzen, dass alle Kinder auf Kosten des Landes vor der Einschulung auf den Bedarf einer Sprachförderung getestet werden. Das sieht ein Antrag der Ratsgruppe CDU/Piraten vor. Als erstes Gremium wird sich der Jugendhilfeausschuss bei seiner Sitzung am Montag, 10. Februar, mit der Forderung befassen.

Nach einer Erhebung des Landes von 2017 haben rund 40 Prozent aller Kinder – auch jene mit Deutsch als Muttersprache – bei ihrer Einschulung sprachliche Defizite. Die Region Hannover nennt für 2018 eine Quote von 20 Prozent. Für Lehrte gibt es keine separaten Zahlen.

Alle Kinder sollen erfasst werden

Zurzeit wird nach Angaben des Gruppenvorsitzenden Hans-Joachim Deneke-Jöhrens in den Kindergärten zu Beginn des letzten Kita-Jahres vor der Einschulung ein Gespräch mit allen Eltern zu dem Thema geführt. Ein Weiteres findet kurz vor dem Wechsel in die Grundschule mit den Eltern jener Jungen und Mädchen statt, die eine spezielle Sprachförderung erhalten haben. Die Dokumentation der Sprachfähigkeit „basiert somit darauf, dass die Eltern an einem regelmäßigen Austausch mit der Kita interessiert sind“, heißt es in dem Antrag. Mit verbindlichen Sprachtests würden dagegen „alle Kinder erfasst, unabhängig von ihrem familiären Umfeld und ihrer Herkunft“.

Die Kosten eines solchen Programms soll nach den Vorstellungen von CDU und Piraten das Land übernehmen. Derzeit stellt es laut Deneke-Jöhrens für die Sprachförderung jährlich 32,5 Millionen Euro zur Verfügung. Der jeweilige Anteil der Kommunen berechnet sich zur Hälfte nach der Anzahl der Gruppen und zur anderen Hälfte nach der Anzahl der Kinder, in deren Familien überwiegend nicht deutsch gesprochen wird. Das möchte die Ratsgruppe ändern: Das Geld sollte künftig auf der Basis der Ergebnisse der Tests verteilt werden, fordert ihr Antrag.

Ein Signal von der Basis

Das Thema sei im Landtag bekannt, berichtet Deneke-Jöhrens, aber bisher habe es noch niemand aufgegriffen. Die rot-schwarze Koalition in Hannover solle deshalb „ruhig mal ein Signal von der Basis bekommen – wir wollen da etwas anschieben“, nennt er als Motiv für den Vorstoß. Die Stadtverwaltung hat den Antrag auf die Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses gesetzt, der am Montag, 10. Februar, ab 17 Uhr in der Grundschule Sievershausen, Kantstraße 21, tagt. Einen Beschlussvorschlag unterbreitet sie dabei aber nicht.

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Von Thomas Böger

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