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Lehrte Rehbock ohne Kopf: Wilderei im Ahltener Wald?
Umland Lehrte Rehbock ohne Kopf: Wilderei im Ahltener Wald?
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15:28 06.05.2019
An dieser Stelle im Ahltener Wald, nur etwa 100 Meter von der Autobahn 2 entfernt, lag der Rehbock ohne Kopf. Ein Wilderer hat das Tier erlegt, meinen die Jagdpächter. Quelle: Achim Gückel
Ahlten

Ein Rehbock ohne Kopf und immer wieder Schüsse: Im Ahltener Wald treibt möglicherweise ein Wilderer sein Unwesen. Das meinen jedenfalls die Mitglieder der Ahltener Jagdgesellschaft. Sie haben jetzt bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet und gehen mit ihrem Anliegen auch ganz offensiv an die Öffentlichkeit – um Abschreckung zu betreiben und weiterer Wilderei vorzubeugen.

Toter Rehbock wurde schon am 16. April entdeckt

Landwirt Hans-Heinrich Prüße ist schon seit vielen Jahren Jagdpächter in Ahlten. Für ihn steht angesichts des toten Rehbocks fest: „Das kann nur Wilddieberei gewesen sein.“ An dem Tier sei ein Einschuss erkennbar gewesen. Und von den zur Jagd im Ahltener Wald berechtigten Mitgliedern der Ahltener Jagdgesellschaft habe garantiert niemand das Tier erlegt. Denn zurzeit sei ja nicht einmal Jagdsaison, sagt Prüße.

Die Fundstelle des toten Rehbocks ist nur etwa 50 Meter von einem Waldweg entfernt. Quelle: Achim Gückel

Der tote Rehbock war bereits am 16. April in einem südlichen Teilstück des Ahltener Waldes entdeckt worden – nur etwa 100 Meter südlich der Autobahn 2. Zu diesem Zeitpunkt war das Tier vermutlich schon mehrere Wochen tot. Andere Tiere hatten den Kadaver bereits angefressen. Dass der Kopf fehlte, sei aber sicher von Menschenhand verursacht worden. Dieser sei „sauber abgeschärft“ worden, sagt Prüße. Der Wilderer habe den Bock offensichtlich nicht wegen des Fleisches geschossen, sondern wegen des Gehörns als Trophäe.

„Wir sind hier jetzt alle besonders wachsam“, sagt Prüße nun und meint mit „wir“ seine Mitstreiter in der Jagdgesellschaft. Andere Jäger hätten schon seit zwei Jahren immer wieder Schüsse gehört, die man nicht zuordnen könne, heißt es. Mitunter seien dann einzelne Mitglieder schnell in den Wald gefahren, um nach dem Rechten zu schauen. Doch woher der jeweilige Schuss kam, sei stets „schlecht zu orten gewesen“. Einen Wilderer habe man nicht entdecken können.

Zwei Vorfälle auch im Revier bei Höver

Trotzdem ist sich Prüße sicher, dass im Ahltener Wald und möglicherweise auch in anderen Gebieten in der Nähe jemand illegal Wildtiere schießt. Das Rehwild sei auffällig scheu geworden, vor einiger Zeit habe man bereits einen erlegten Hirsch gefunden. Und auch bei Höver habe es im vergangenen Jahr zwei Vorfälle gegeben, die auf Wilddieberei schließen ließen. „Wir beobachten das schon lange“, sagt Prüße.

Nun reicht es den Ahltener Jägern. An jener Stelle, an der der Kadaver des Rehbocks ohne Kopf entdeckt wurde, haben sie eine Wildkamera angebracht. Quasi zur Überwachung – und um den Verdacht auszuschließen, ein Wolf könne das Tier gerissen haben. Das könne man nämlich auch nicht gänzlich ausschließen, heißt es.

Polizei hofft auf Hinweise von Zeugen

Mittlerweile hat auch die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Den großen Ahltener Wald samt angrenzender Bereiche rund um die Uhr im Auge behalten kann sie aber nicht. Daher hofft das Lehrter Kommissariat darauf, dass es Zeugenhinweise gibt. Diese können unter Telefon (05132) 8270 abgegeben werden.

Von Achim Gückel

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