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Lehrte Lehrter muss für Unfall mit Mietwagen zahlen
Umland Lehrte Lehrter muss für Unfall mit Mietwagen zahlen
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16:39 01.08.2018
Ein Lehrter verliert Streit in zwei Instanzen um Unfall mit Mietwagen. Quelle: dpa
Lehrte

Einen 78-jährigen Lehrter kommt der nachlässige Umgang mit einem Mietwagen teuer zu stehen. Der Mann muss jetzt nicht nur 1800 Euro Reparaturkosten bezahlen, sondern auch für Anwalts- und Gerichtskosten in zwei Verhandlungen aufkommen. Der Autofahrer hatte es während einer Pinkelpause versäumt, bei dem geliehenen Wagen die Handbremse anzuziehen und den Gang einzulegen. Der VW Golf machte sich daher selbstständig und rollte gegen einen Torpfeiler. Daraufhin hatte der Vermieter, die ADAC-Autovermietung, den Lehrter aufgefordert, den Schaden in vollem Umfang zu begleichen.

Doch der 78-Jährige dachte zunächst gar nicht daran, für die Beschädigung des Mietwagens aufzukommen. Schließlich habe er mit dem Vermieter eine Haftungsbeschränkung auf 500 Euro im Schadensfall abgeschlossen. Die ADAC-Autovermietung klagte, die Sache landete im Juni vor dem Amtsgericht in Lehrte. Und das entschied ganz im Sinne der Autovermietung. Die Haftungsbeschränkung finde bei einem grob fahrlässig herbeigeführten Schaden keine uneingeschränkte Anwendung, lautete die Begründung. Und solch eine grobe Fahrlässigkeit liege in diesem Fall vor.

Etwa eine Stunde, nachdem er den Wagen in Empfang genommen hatte, war der 78-Jährige mit dem VW Golf von einer Autobahn abgefahren. Um einem dringenden menschlichen Bedürfnis nachzukommen, wie er angab. Dabei unterlief dem Mann der Fehler mit der Handbremse und der Gangschaltung. Das sei grob fahrlässig, lautete die Einschätzung des Amtsgerichts.

Aus der Welt war die Sache damit jedoch noch nicht. Nach dem Urteilsspruch machte die ADAC-Autovermietung die gesamten Reparaturkosten von 1800 Euro bei dem Lehrter geltend. Und dagegen begehrte der Senior auf. Er ging in Berufung vor dem Landgericht in Hildesheim.

Doch auch die 1. Zivilkammer unter Vorsitz der Landgerichtspräsidentin Britta Knüllig-Dingeldey kam jetzt zu keiner anderen Einschätzung als das Lehrter Amtsgericht. Sie bestätigte das Urteil aus erster Instanz in vollem Umfang. Angesichts der „unterlassenen doppelten Sicherung des abgestellten Fahrzeugs mittels Handbremse und Einlegen des ersten Ganges bei Gefälle“ sei von einem „objektiv schwerwiegenden Pflichtverstoß“ auszugehen, heißt es in einer Mitteilung des Landgerichts. Der „mehrfache und erhebliche Sorgfaltsverstoß“ zeige sich auch daran, dass es der 78-Jährige vor Antritt der Fahrt unterlassen habe, sich mit dem Fahrzeug ausreichend vertraut zu machen. Auch die Beschaffenheit des Abstellorts an der Autobahn habe er nicht ausreichend kontrolliert. Das zur Entlastung angeführte Argument des dringenden menschlichen Bedürfnisses sei „nicht geeignet, den Sorgfaltsmaßstab zugunsten des Beklagten zu verschieben“, heißt es.

Die Entscheidung ist rechtskräftig. Der Lehrter muss nun nicht nur die Reparaturkosten begleichen, sondern auch die Verfahrens- und Anwaltskosten tragen.

Von Achim Gückel

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