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Umland Lehrte Nachrichten Den eigenen Vater erstochen: Psychiater untersucht Täter
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00:17 24.08.2017
Von Thomas Böger
In diesem Haus an der Falkenstraße hat sich die Familientragödie abgespielt.
In diesem Haus an der Falkenstraße hat sich die Familientragödie abgespielt. Quelle: Böger
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Lehrte

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei gerieten Vater und Sohn, die beide an der Falkenstraße in einem Haus wohnen, am Sonntagabend kurz vor 20 Uhr in Streit. Worum es dabei ging, ist noch unklar. Der Sohn ergriff schließlich ein in der Wohnung herumliegendes Messer und stach damit mehrfach auf seinen Vater ein. Danach flüchtete er zunächst. Ein weiteres Familienmitglied alarmierte Notarzt und Rettungskräfte, die das Opfer zwar noch ins Krankenhaus brachten. Doch dort erlag der 61-Jährige wenig später seinen schweren Verletzungen.

Der Sohn kehrte kurz darauf in das Haus zurück und wurde von den Einsatzkräften festgenommen. Die Polizeibeamten fanden auch die mutmaßliche Tatwaffe im Haus und stellten sie sicher. Die für Lehrte zuständige Staatsanwaltschaft in Hildesheim beantragte Haftbefehl für den 34-Jährigen, über den noch am Montag ein Richter entscheiden soll. Außerdem soll der Mann nach Angaben einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft von einem psychiatrischen Sachverständigen begutachtet werden. Bereits aus seinem Verhalten bei der ersten polizeilichen Vernehmung hätten die Beamten auf eine psychische Erkrankung geschlossen, erklärte die Sprecherin.

Täter und Opfer gehören nach Informationen dieser Zeitung zu einer großen kurdischen Familie jezidischen Glaubens. Nachbarn wissen wenig über sie, hatten kaum Kontakt. Aber mit einem im angrenzenden Haus lebenden Verwandten von Täter und Opfer "bin ich immer gut zurecht gekommen", berichtet ein Anwohner. Bekannt ist nur, dass mehrere Familienangehörige in einem Lehrter Fußballverein aktiv sind. Ob das auch auf den 34-Jährigen zutrifft, stand zunächst nicht fest.

In diesem Haus hat sich die Familientragödie abgespielt. Quelle: Böger