Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Aldi: Bürgerinitiative will Rat mit Brief aufrütteln
Umland Lehrte Nachrichten Aldi: Bürgerinitiative will Rat mit Brief aufrütteln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:53 15.11.2017
Nein zum Logistikzentrum: Die Bürgerinitiative Aligse-Kolshorn Röddensen macht jetzt auch mit einer Online-Petition gegen das geplante Aldi-Logistikzentrum im Ort Front.
Nein zum Logistikzentrum: Die Bürgerinitiative Aligse-Kolshorn Röddensen macht jetzt auch mit einer Online-Petition gegen das geplante Aldi-Logistikzentrum im Ort Front. Quelle: Achim Gückel
Anzeige
Aligse

 In einem offenen Brief an Rat, Ortsrat und Bürgermeister Klaus Sidortschuk hat die Bürgerinitiative Aligse-Kolshorn-Röddensen noch einmal ihren Protest gegen das geplante Aldi-Logistikzentrum in Aligse untermauert. Um noch mehr Unterstützer zu gewinnen, hat die Initiative eine Online-Petition gestartet, die noch bis zum Januar läuft.

Die Grundlagen, nach denen Rat und Verwaltung entschieden haben, seien unzutreffend und Fakten lückenhaft dargestellt, schreibt Otto Lüders, neben Doris Rohjans einer der beiden Vorsitzenden der Initiative. In ihrer Stellungnahme zum Containerumschlagplatz Megahub in Ahlten habe die Stadt dargestellt, dass die Belastungsgrenze der A2 als Anlieferungsstrecke für Lastwagen wegen regelmäßiger Staus überschritten sei und dies auch für die Westgangente gelte – in Sachen Aldi dagegen sei dies „verträglich realisierbar“. „Hierin sehen wir eine bewusste Fehlinformation der Bürger und deren Vertreter“, meint Lüders. 

Statt der prognostizierten 400 Lastwagenfahrten pro Tag rechnet die Bürgerinitiative mit 1800 Fahrten täglich. „Das bedeutet den totalen Zusammenbruch im Bereich Westtangente und A2“, schreibt Lüders. Die Stadt habe die Angaben von Aldi ohne objektive Überprüfung in den Bebauungsplanentwurf übernommen.  Um Vergleichszahlen zu haben, fordert der Vorsitzende eine Verkehrszählung im jetzigen Aldi-Logistiklager in Sievershausen, die in das von der SPD Aligse geforderte Lärmgutachten einfließen müsse. 

Weiterhin bezweifelt die Bürgerinitiative, dass der Stadt bei einem Wegzug von Aldi 650.000 Euro Gewerbesteuer pro Jahr verloren gingen. Davon bleibe ohnehin nur ein geringer Bruchteil bei der Stadt, der Rest gehe in den kommunalen Finanzausgleich. Zudem sänken die Gewinne bei Aldi seit Jahren. „Warum werden von der Verwaltung darüber keine ehrlichen Zahlen vorgelegt“, fragt Lüders. Auch das Argument wegfallender Arbeitsplätze sei falsch: Es sei nicht bekannt, woher die Arbeitnehmer kämen und wer nach einem Umzug von Sievershausen nach Lehrte betroffen sei. Zum Schluss stellt Lüders die bereits öfter diskutierte Frage, warum das neue Logistiklager nicht in Sievershausen oder Hämelerwald gebaut werden kann. Dort gebe es Platz ohne benachbarte Wohnbebauung und eine gute Anbindung an die A2. 

Um diesen Argumenten Nachdruck zu verleihen, hat die Bürgerinitiative zudem eine Online-Petition ins Leben gerufen. „Wir wollen den Rat damit noch einmal zum Nachdenken anregen und zeigen, dass viele Bürger gegen das Vorhaben sind“, sagt BI-Mitglied Uwe Lockstädt.

Unter der Internetadresse openpetition.de/!AldiAligse können sich Interessierte noch bis zum 19. Januar beteiligen und ihre Meinung sagen. Bisher haben 150 Unterstützer unterzeichnet, davon 98 aus Lehrte – das sind 14 Prozent des erforderlichen Quorums von 720 Stimmen. Das Quorum gibt an, wie viele Unterschriften nötig sind, damit sich das Portal openPetition einschaltet und vom Rat eine Stellungnahme einfordert. Dabei zählen nur die Unterschriften aus der Region. Das Ziel sei aber quasi schon erreicht, weil die BI bereits 1100 Unterschriften gesammelt habe. „Fast alle aus Aligse“, betont Lockstädt. Man hoffe aber auch auf Unterstützer aus Lehrte, denn der Aldi-Verkehr werde auch die Kernstadt belasten.

Von Oliver Kühn